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Sauerland optimistisch

Arthur Abraham und Wilfried Sauerland (Foto: Photo Wende)
Wilfried Sauerland im Interview: Abraham normalerweise Favorit!
Ohne Wilfried Sauerland wäre der Boxsport in Deutschland um eine bedeutende Persönlichkeit ärmer. Der inzwischen 72-Jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören. Im Jahr 1978 trat der heutige "Hall of Famer" erstmals als Box-Veranstalter in Erscheinung. Mit "Gentleman" Henry Maske und Schwergewichtler Axel Schulz trug er entscheidend zum Box-Boom in Deutschland bei. Als Parade-Gewichtsklasse des Managers galt später das Super-Mittelgewicht. Hier fuhren deutsche Kämpfer wie Sven Ottke, Markus Beyer und Danilo Häußler große Erfolge ein. Einer, der bereits im Mittelgewicht Weltmeister war und jetzt im Limit bis 76,203 Kilogramm nachziehen will, ist Arthur Abraham (34-3, 27 K.o.´s). Der Schützling von Erfolgstrainer Ulli Wegner fordert am 25. August in der Berliner o2 World Robert Stieglitz (42-2, 23 K.o.´s) heraus. Wilfried Sauerland verrät im Interview, wie er die Chancen Abrahams sieht...
Herr Sauerland, am 25. August greift Arthur Abraham im Super-Mittelgewicht gegen den amtierenden WBO-Titelträger Robert Stieglitz nach dem WM-Gürtel. Wie schätzen Sie seine Chancen ein, noch einmal Weltmeister zu werden?
Wilfried Sauerland: Es wird auf jeden Fall ein spannender Kampf. Es geht für beide Kämpfer um alles. Für mich wäre Arthur normalerweise der Favorit. Aber in welcher Form steigt er am 25. August in den Ring? Seine Leistungen seit dem Jahr 2010 waren sehr unterschiedlich. Aber zuletzt scheint er sich stabilisiert zu haben. Aus dem Trainingslager in Kienbaum höre ich nur Gutes, aber das war zum Beispiel auch vor den Kämpfen gegen Froch und Ward so. Wichtig ist, dass Arthur sein geballtes Selbstvertrauen zeigt und die vorgegebene Taktik des Trainers einhält. Robert Stieglitz und er kennen sich sehr gut. Da liegt es auch an Ulli Wegner, Arthur ein paar Überraschungen mit auf den Weg zu geben. Ich bin da optimistisch.
Gibt es schon Pläne, wie es weitergeht, falls Abraham erneut Weltmeister wird?
Wilfried Sauerland: Wir denken jetzt erst einmal nur an den 25. August, danach sehen wir weiter. Aber eine Sache ist natürlich klar: Wenn Arthur wieder Weltmeister wird, könnte es für ihn noch viele interessante Kämpfe geben.
Und was passiert, wenn Abraham gegen Stieglitz verliert? Würden Sie ihm dann raten, die Box-Handschuhe an den Nagel zu hängen?
Wilfried Sauerland: Über eine Niederlage mache ich mir keine Gedanken. Schließlich kann es auch Verletzungspech geben. Ich selbst hoffe einfach auf einen tollen Kampf und natürlich auf einen Sieg für Arthur.
Im Super-Mittelgewicht kassierte Abraham auch die bisher einzigen Niederlagen seiner Karriere. Glauben Sie dennoch, dass er in diesem Limit gut aufgehoben ist?
Wilfried Sauerland: Er wird auf jeden Fall im Super-Mittelgewicht bleiben. Sein früheres Limit, das Mittelgewicht, müssen wir einfach abschreiben. Das schafft er jetzt nicht mehr. Eigentlich ist das schade, denn ich bin immer noch davon überzeugt, dass er mit einem vernünftigen Ernährungsberater und eiserner Disziplin das Limit weiterhin geschafft hätte.
Der Kampf in der o2 World ist gleichzeitig ein "großes" Duell zwischen zwei Boxern von jeweils deutschen Promotern. Solche Kämpfe gibt es viel zu selten. Welchen großen Kampf mit deutsch-deutscher Beteiligung würden Sie gerne in Zukunft sehen?
Wilfried Sauerland: Alles hofft natürlich auf einen Kampf von Arthur gegen Felix Sturm. Möglich ist das. Man muss sich dafür beim Gewicht entgegenkommen.
Einen weiteren Titelkampf wird in Berlin Jack Culcay bestreiten. Wie sehen Sie seine Perspektiven?
Wilfried Sauerland: Jack Culcay ist einer der großen Hoffnungsträger im Sauerland-Team. Er entwickelt sich kontinuierlich weiter. Er hat unnötige Zeit durch die Probleme mit Universum verloren. Er wird jetzt aber regelmäßig boxen und in diesem Jahr noch zwei Kämpfe bestreiten. Jack ist ein wirklich netter und angenehmer Mensch. Und wer seine Vita kennt, hat großen Respekt vor ihm und seiner Familie. Ich wünsche ihm auch bei den Profis den WM-Titel. Ich glaube, er kann das in den nächsten 18 Monaten schaffen.
Wie sehen Sie das Profiboxen in Deutschland generell?
Wilfried Sauerland: Durch den Einbruch von Universum ist doch ein Loch entstanden. Die Klitschkos machen Ihre Events, sportlich bringt das aber nicht viel. Das liegt aber weniger an den Brüdern als an der mangelnden Konkurrenz - obwohl es manchmal schon bessere Leute gibt als die, gegen die sie boxen. Bei Sauerland Event wachsen eine Reihe von Talenten heran, die in den nächsten zwei bis drei Jahren ganz vorne stehen können. Positiv ist zum Beispiel die Verpflichtung von Tyron Zeuge. Darüber hinaus werden sicher noch ein paar weitere Sportler mit Perspektiven hinzukommen.
Eintrittskarten für die Box-Nacht in Berlin sind über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de und www.o2world-berlin.de erhältlich. Alternativ gibt es Tickets bei www.boxen.com und www.sesboxing.de.
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