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Freitag, 2002-10-25

Rüdiger May optimistisch

Der Deutsche Leichtschwergewichtsmeister Rüdiger May zeigt sich vor seinem Kampf gegen den Saarbrücker Uwe Lorch optimistisch

Am Wochenende startet Rüdiger May mit seinem Bruder Torsten zum Training nach England, um dort mit WBO-Weltmeister Johnny Nelson zu sparren. Für den Deutschen Meister im Leichtschwergewicht dient der Aufenthalt in Großbritannien als Vorbereitung auf seine Titelverteidigung am 16. November gegen Uwe Lorch aus Saarbrücken, Nelson bereitet sich auf den WM-Kampf gegen Guillermo Jones vor. Am Dienstag beantwortete der 27-jährige Leichtschwergewichtler aus dem Sauerland-Team vor seiner Abreise die Fragen der Boxsportfans im boxen.com-Expertenchat, hier einige Ausschnitte:
Rüdiger May:
Hallo, hier ist Rüdiger May!
Boxprofi:
Hallo.
Goldfinger:
Hallo Rüdiger!
Beinhart:
Hi Leute.
Fanta:
Tag zusammen.
Pete:
Hi Rüdiger! Was denkst Du kommt in Deinem nächsten Kampf gegen Uwe Lorch auf Dich zu?
Rüdiger May:
Er ist ein erfahrener Mann.
The Real Deal:
Was weißt Du noch über Lorch?
Rüdiger May:
Er hat viel Lebenserfahrung. Er wird sicher den K.o.-Erfolg in den ersten Runden suchen, dem muss ich entgegenwirken. Er ist im Laufe der letzten Jahre wenig in Erscheinung getreten und war längere Zeit inaktiv. Ich weiß, dass er schon Internationaler Deutscher Meister war.
Knolle:
Markus Beyer, Sven Ottke und Ulli Wegner sind in der Schweiz im Trainingslager, warum bist Du nicht dabei?
Rüdiger May:
Das hatte organisatorische Gründe. Wir sind überein gekommen, dass Torsten mein Training für die Zeit übernimmt. Deshalb sind wir hier geblieben.
Ko-König:
Am Ende der Woche geht es glaube ich nach England. Fliegst Du allein?
Rüdiger May:
Torsten wird mitkommen. Und ich freue mich schon riesig darauf. Ich kenne Johnny Nelson ja schon sehr lange und es ist eine schöne Sache einen "alten Bekannten" wieder zu sehen.
The Real Deal:
Wie fandest Du den letzten Kampf von Jerry Elliott, den Schützling von Deinem Bruder?
Rüdiger May:
Ich fand, er hat den Kampf den Umständen entsprechend sehr gut gemeistert und seine Sache gut gemacht. Der Ukrainer war vorher noch ungeschlagen. Jerry war vorher sehr nervös, aber er hat die Sachen umgesetzt, die Torsten von ihm verlangt hat. Die Taktik ist zu hundert Prozent aufgegangen.
Pete:
Hälst Du Torsten für einen guten Trainer?
Rüdiger May:
Ja, das steht für mich völlig außer Frage. Ich habe mit ihm die Vorbereitung zum Kampf gegen Petkovic gemacht und das war hervorragend.
Hubi:
Wie alt warst Du, als Du zum ersten Mal im Ring gestanden hast?
Rüdiger May:
Meinen ersten Wettkampf habe ich mit 9 Jahren gemacht. Das war nicht so ganz legal, weil man in der DDR erst mit 10 Jahren boxen durfte. Ich habe bei meinem Vater so lange gedrängelt, bis ich durfte. Aber das hat alles gut geklappt. Keiner hat mitbekommen, dass ich noch nicht ganz 10 Jahre alt war.
Goofy:
Denkst Du, dass Du Dich in den letzten Monaten boxerisch verbessert hast?
Rüdiger May:
Boxerisch bin ich eigentlich schon lange Zeit auf einem hohen Niveau. Aber ich konnte die Leistung oft noch nicht auf den Wettkampf übertragen. Um international mithalten zu können, muss das Potential noch mehr ausgeschöpft werden.
marvin hagler:
Hattest Du ein Vorbild im Boxen?
Rüdiger May:
Das ist mit meinem Bruder unmittelbar vor meiner eigenen Nase gewesen. Muhammad Ali hat mich natürlich auch beeindruckt. Und auch Sugar Ray Leonard hat mich beeinflusst.
Goldfinger:
Was gibt es Neues bei Euch im Boxcamp? Sind alle Boxer gesund?
Rüdiger May:
Bis auf Pierre Vogel sind alle gesund. Pierre hat die Grippe. In St. Moritz dürften alle fit sein.
Boxprofi:
Man hört von Dir, dass Du sehr auf die Ernährung achtest. Worauf achtet man denn da so als Boxer?
Rüdiger May:
Fettarme und salzarme Ernährung ist wichtig. Dann versuche ich die Basis zu halten, das macht man am besten mit Kartoffeln. Das Verhältnis der Ernährung muss stimmen. An solche Grundregeln versuche ich mich zu halten.
Knolle:
Was hälst Du von Sven Ottke?
Rüdiger May:
Er ist einer der cleversten Boxer, die es auf Weltebene gibt. Sein taktisches Verhalten ist hervorragend, er geht in den Gegner rein und geht schnell wieder zurück. Das klappt immer besser mit ihm, er erwischt die Gegner immer wieder auf dem falschen Fuß. Das ist schon beeindruckend, wie er das immer wieder hinbekommt.
Boxprofi:
Welcher andere Boxer gefällt Dir von Kampfstil her besonders gut?
Rüdiger May:
Ehrlich gesagt gefällt mir tatsächlich Johnny Nelson sehr gut. Er ist sehr kreativ und phantasievoll in seinen Bewegungen. Es macht unheimlich Spaß, ihm beim Boxen zuzuschauen.
Fanta:
Was ist eigentlich mit Mario Stein los? Er gehört ja quasi zum Team. Seine letzten beiden Niederlagen waren beängstigend. Was denkst Du, was ist mit ihm los?
Rüdiger May:
Er hat sicherlich ein Kopfproblem. Eine K.o.-Niederlage wie in Frankfurt an der Oder ist schwer wegzustecken. In Zwickau war es deshalb wohl eher ein psychologisches Problem und es muss jetzt sehr viel Arbeit geleistet werden.
Fanta:
Wenn Du gegen Lorch siegen solltest, welche Aufgaben könnten dann anstehen?
Rüdiger May:
Ich hoffe ganz stark, dass ich dann um eine Europameisterschaft boxen kann. Wie weit die Verhandlungen vom Management da sind, weiß ich allerdings nicht genau. Ich hoffe aber natürlich, dass das klappen wird.
Goofy:
Zu welcher Musik wirst Du in Nürnberg am 16. November einlaufen?
Rüdiger May:
"Live" von P.O.D.
Ko-König:
Hast Du schon in der ARENA Nürnberg geboxt?
Rüdiger May:
Geboxt habe ich dort noch nicht, ich war aber schon als Zuschauer dort.
Knolle:
Gegen Petkovic gab es einen tollen Kampf von Dir. Wird es einen Rückkampf geben?
Rüdiger May:
Ich würde gerne noch einmal gegen ihn boxen, weil ich das Gefühl hatte, dass mehr in dem Kampf für mich drin war. Ob das Management das hinbekommt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es ja irgendwann in Form eines Titelkampfes möglich, für Fans und Boxpublikum wäre das natürlich toll.
The Real Deal:
Petkovic soll jetzt in den Staaten boxen. Wäre das auch für Dich noch einmal ein Ziel?
Rüdiger May:
In den Staaten habe ich immer sehr gerne geboxt. Gleich mein erster Profikampf fand in Amerika statt. Das war ein tolles Erlebnis und bei einer Möglichkeit, noch einmal in den Staaten zu boxen, würde ich bestimmt ja sagen.
petra22:
Wenn Du heute noch einmal neu anfangen könntest, würdest Du dann auch Boxprofi werden wollen?
Rüdiger May:
Ganz klar ja!
Boxprofi:
Welche Stärken hat Uwe Lorch?
Rüdiger May:
Das ist schwer einzuschätzen. Seine größte Stärke könnte die Physis sein.
Micky:
Denkst Du, Markus Beyer gewinnt seinen WM-Kampf gegen Eric Lucas?
Rüdiger May:
Man kann sich bei solchen Kämpfen kaum äußern. Die Chancen stehen 50 zu 50. Lucas ist erfahren und clever. Gleiches gilt für Markus. Deshalb wird es ein sehr interessanter Kampf, dessen Ausgang schwer voraus zu sagen ist.
Pete:
Interessierst Du Dich für Fußball? Welcher Verein ist für Dich der beste?
Rüdiger May:
An Fußball kommt man ja gar nicht vorbei. Ich interessiere mich natürlich auch für die Ergebnisse und die Daumen drücke ich am meisten für Bayer Leverkusen.
Knolle:
Was hast Du für Hobbys?
Rüdiger May:
Ich bin gerne mit dem Mountainbike unterwegs. Ich bin gerne mit der Familie zusammen, und seit neuestem sitze ich gerne mal am Computer.
marvin hagler:
Warum ist Dein Gesicht so "cutanfällig"?
Rüdiger May:
Das ist schwer zu beantworten. Man hat Verdachtsmomente. Aber als Laie ist das natürlich schwer zu beurteilen. Ich habe sehr schafkantige Gesichtsknochen und sehr wenig Fett im Gesichtsbereich. Das könnten aus meiner Sicht die Gründe dafür sein.
Goldfinger:
Weißt Du gegen wen Johnny Nelson bald boxen musst? Du wirst ja mit ihm sparren.
Rüdiger May:
Er sagte mir, er boxt gegen jemand, der meine Statur hat.
Beinhart:
Wie kam das mit Nelson eigentlich zu Stande?

Rüdiger May:
Er ist ein alter Bekannter für Torsten und mich. Er war früher zu Henry Maskes Zeiten in Frankfurt an der Oder und hat mit allen dort gesparrt. Und später war er dann auch in Köln und wir haben zusammen trainiert. Unser Angebot, zusammen zu sparren, war also immer da. Und jetzt hat sich Johnny diesbezüglich gemeldet und so sind wir zusammen gekommen.
Spider:
Wie hält sich ein Boxer auf Reisen fit?
Rüdiger May:
Boxer auf Reisen heißt ja, dass man meistens im Trainingslager oder bei Wettkämpfen ist. Das heißt, das Training ist vorgegeben. Die andere Möglichkeit wäre, man ist im Urlaub. Dort erholt man sich eigentlich eher. Man läuft vielleicht ein bisschen und macht ein bisschen Schattenboxen, aber das war es eigentlich auch schon.
Boxprofi:
Hast Du den Kampf von Dariusz Michalczewski gegen Hall gesehen? Hätte man den Kampf nicht vorher zu Gunsten von Hall abbrechen müssen?
Rüdiger May:
Da ist natürlich immer eine Entscheidung des Ringrichters. Er war der Meinung, dass beide den Kampf noch gewinnen konnten. Und das war aus meiner Sicht von der Einschätzung richtig so. Eine Runde später hätte es für Dariusz mit seinem zugeschwollenen Auge schon anders ausgesehen. Deshalb kann Michalczewski glücklich sein, dass der Kampf so endete.
Beinhart:
Ich habe gehört, Ihr, also Du und Dein Bruder, engagiert Euch sehr für die Olympiabewerbung von Rhein-Ruhr. Was macht Ihr denn da so?
Rüdiger May:
Wir sind in Sachen Promotion unterwegs und versuchen bei der Bevölkerung Aktzeptanz dafür zu schaffen. Wir stellen uns auf diversen Veranstaltungen zur Verfügung und versuchen, möglichst gute Karten für Rhein-Ruhr zu erreichen.
marvin hagler:
Wer war Dein stärkster Gegner bei den Profis und bei den Amateuren?
Rüdiger May:
Bei den Amateuren war es Sven Ottke. Bei den Profis war es Alexandre Gurov.
Fanta:
Und wer ist der stärkste Boxer der Welt?
Rüdiger May:
Ich denke Roy Jones jr.
Pete:
Was glaubst Du, wer von Euch ist der bessere Boxer? Du oder Petkovic?
Rüdiger May:
Petkovic ist sicher sehr kampfstark. Aber ich denke, ich habe boxerisch mehr zu bieten. Ich konnte aber mein Potential nicht zu 100 Prozent gegen ihn zeigen und würde mir deshalb einen weiteren Kampf wünschen.
Hubi:
Schaut sich Deine Frau eigentlich Deine Boxkämpfe an?
Rüdiger May:
Wenn sie im Fernsehen übertragen werden, dann schaut Sie zu. Außerdem macht sie mit mir die erste Videoauswertung.
Spider:
Wie findest Du Frauenboxen?
Rüdiger May:
Mir persönlich gefällt Frauenboxen nicht so. Es ist sicherlich noch eine Sache, die sich entwickeln muss. Es hat noch nicht so hohen sportlichen Wert. Doch das Frauenboxen wird sich sicherlich entwickeln.
Knolle:
Hättest Du den Ausgang von Braithwaite gegen Cantatore so erwartet?
Rüdiger May:
Ich hatte den Ausgang wirklich exakt so erwartet. Braithwaite siegte ja durch technischen K.o. in der zehnten Runde.
tombalabomba:
Was hast Du Dir für die Zukunft aus boxerischer Sicht vorgenommen?
Rüdiger May:
Ich möchte natürlich gerne um eine Europameisterschaft boxen. Wenn ich dann gewinnen sollte, möchte ich natürlich gerne irgendwann um eine WM boxen. Vielleicht will ich mich im Alter dann noch mal im Schwergewicht probieren.
tombalabomba:
Welche Art von Filmen schaust Du gerne?
Rüdiger May:
Das geht Querbeet, übliche Kinofilme, Tatort, Polizeiruf, eigentlich also nichts Spezielles.
Goldfinger:
Wer ist zur Zeit der beste Leichtschwergewichtler für Dich in Deutschland? Du oder jemand anderes?
Rüdiger May:
Die Rangliste sagt aus, dass ich an der Spitze stehe. Petkovic steht an zwei. Jetzt geht es darum, dass noch irgendwann einmal auszuboxen.
Rüdiger May:
Bitte jetzt die letzten Fragen...
Iron Tom:
Wenn Hoffmann gegen Vitali Klitschko kämpfen sollte, was meinst Du, wer gewinnt?
Rüdiger May:
Ich denke, der Ausgang würde wie im ersten Kampf sein.
Knolle:
Was macht Dir am Boxsport so viel Spaß?
Rüdiger May:
Kampfsport ist die reinste Art der Auseinandersetzung. Bei anderen Sachen ist es mir zu spielerisch oder etwas liegt dazwischen, z.B. das Netz beim Tennis. Deshalb macht die reine Auseinandersetzung im Ring für mich den besonderen Reiz aus.
Rüdiger May:
So, vielen Dank an alle, die dabei waren und einen schönen Abend noch für Euch!
Fanta:
Bye, bye.
Goldfinger:
Tschüß. Vielen Dank!
Pete:
Wiedersehen!
The Real Deal:
Schade, schon vorbei???
Micky:
Bis dann.
Herr Bert:
Tschö mit Ö.
The Real Deal:
Danke und viel Glück weiterhin!

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Die nächsten boxen.com-Expertenchats:
- 29.10.02 ab 19.00 Uhr mit Cengiz Koc
- 05.11.02 ab 19.00 Uhr mit Danilo Häußler
- 12.11.02 ab 19.00 Uhr mit Wilfried Sauerland
- 19.11.02 ab 19.00 Uhr mit Waldemar Hartmann