Deutsch English
04.12.2016
Top-Thema

Ergebnisse Karlsruhe

Alle Resultate vom 3. Dezember aus der Ufgauhalle im Überblick

Wiegen in Karlsruhe

Hauptkämpfer gehen vor Titelkämpfen am Samstag über die Waage!

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Samstag, 2002-05-04

Rüdiger May im Chat

Am 30. April beantwortete Rüdiger May im Expertenchat auf boxen.com die Fragen der User

Am 30. April beantwortete der 1,96 m große Cruisergewichtler Rüdiger May im boxen.com-Expertenchat alle Fragen der Boxsportfans. Es folgen Ausschnitte aus dem sehr interessanten Aufeinandertreffen des 27-jährigen Cruisergewichtlers mit den boxen.com-Usern:

Rüdiger May:
Hallo Leute
ivonne:
Hallo Rüdiger, wie lange boxt Du jetzt eigentlich schon?
Conny:
Hallooooo!
Rüdiger May:
Hi.
Rüdiger May:
Wettkampfmäßig seit dem 10 . Lebensjahr.
Conny:
Wer sind aus Deiner Sicht die fünf besten Cruisergewichtler der Welt?
Rüdiger May:
Conny, das zum Beispiel Weltmeister Nelson und ansonsten ist es schwer zu sagen. Ich kenne aber die anderen zu wenig, die aktuellsten Weltmeister sind aber sicherlich okay.
Goofy:
Rüdiger, was schätzt Du am meisten an Deinem Trainer Ulli Wegner?
Rüdiger May:
Er lässt mir genügend Freiraum. Auch für eigene Gedanken.
petra22:
Viele Leute reden heute immer noch über Gurov. Er ist ein Weltklasseboxer. Schaust Du heute auch noch zurück auf den Kampf oder guckst Du nach vorne?
Rüdiger May:
Ja sicherlich beschäftigt einen so etwas im Nachhinein. Ob er wirklich Weltklasse ist, ist schwer zu sagen. Er ist auf jeden Fall kompromisslos. Aber mit seinen Mitteln hat er Erfolg.
Boxteam:
Welche Hobbys hast Du?
Rüdiger May:
Nicht viele. Ich lese gerne. Ich fahre gerne Fahrrad, Rennrad und Mountainbike.
sunny:
Was hälst Du von Manfred Wolke?
Rüdiger May:
Er ist ein hervorragender Trainer mit einem großen Wissen. Menschlich gesehen fühle ich mich bei Ulli Wegner besser aufgehoben.
norbert:
Glückwunsch zu Deinem Sieg am Samstag. Ist für die nähere Zukunft ein Titelkampf in Sicht?
Rüdiger May:
Das ist schwer zu sagen. Ich habe gehört, dass ein Angebot gemacht wurde. Es ist aber noch nichts definitiv. Eine EM ist für Ende des Jahres in Aussicht gestellt, wenn ich vorher weiterhin gewinne.
Marlen:
Schaut man als Boxer aus dem Sauerland-Team auch, was der Mitbewerber Universum so macht?
Rüdiger May:
Ja, danach guckt man schon. Im Cruisergewicht wird man aber vom Fernsehen stiefmütterlich behandelt. Aber man informiert sich über alle Quellen.
Conny:
Wieviel kg drückst Du beim Bankdrücken? Machst Du viel Krafttraining oder musst Du wegen dem Gewicht aufpassen?
Rüdiger May:
Hm. Das ist eine Frage der Dosierung. Ich bin ernährungstechnisch aber gut betreut vom Team Plus One. Maximalgewicht ist 125 kg.
petra22:
Wie ernährst Du Dich?
Rüdiger May:
Ich werde vom oben genannten Ernährungsinstitut betreut. Ich habe eine Analyse gemacht. Der PH-Wert usw. wurde gemessen und danach wurde ein spezielles Ernährungsprogramm für mich ermittelt.
Hubi:
Was ist Dein Lieblingsessen?
Rüdiger May:
Ich esse unheimlich gerne Pasta in vielen Variationen mit roten Soßen, aber keine Käsesoßen.
Conny:
Meines Wissens gab es früher Pläne für Dich, ins Schwergewicht aufzusteigen. Wieso kam es nicht dazu?
Rüdiger May:
Das habe ich zusammen mit Manfred Wolke versucht. Das war aber wohl von der körperlichen Entwicklung zu früh für mich und ich habe es nur auf 90 Kilogramm gebracht und deshalb haben wir es dann sein gelassen.
sunny:
Denkst Du, dass Du in Zukunft irgendwann in Amerika boxen wirst?
Rüdiger May:
Das würde ich unheimlich gerne machen. Ich habe meinen ersten Profikampf in den Staaten gemacht. Auch danach hatte ich noch einmal die Chance. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich das wieder gerne machen.
Primo Carnera:
Rüdiger, mal ehrlich, wie siehst Du die Zukunft des deutschen Boxens?
Rüdiger May:
Das ist eine schwere Frage. Aber ich sehe da nicht schwarz. Es wird sicherlich bald einen Generationswechsel geben. Die jungen Leute müssen jetzt Ihre Leistung bringen. Da sind einige dabei, die es schaffen können.
frisby:
Welchen Beruf hättest Du ergriffen, wenn Du nicht Boxprofi geworden wärst?
Rüdiger May:
Gelernt habe ich Bürokaufmann. Aber das hat mir keinen Spaß gemacht. Ich wollte aber immer Sportler werden. Am liebsten als Boxer und mich dann für Olympia qualifizieren. Aber als Torsten Profi geworden ist, wollte ich auch Profi werden.
norbert:
Könntest Du Dir nach Deiner aktiven Zeit eine Karriere als Trainer vorstellen?
Rüdiger May:
Da habe ich schon drüber nachgedacht. Wenn ich sehe, wie mein Bruder in dem Job aufgeht, dann glaube ich, das ist eine interessante Option. Wenn sie sich verwirklichen ließe, dann gerne.
Primo Carnera:
Kannst Du im Lager der Amateure einige erkennen, die das Zeug zu einem guten Profi haben? Wenn ja, wen?
Rüdiger May:
Da habe ich zu wenig Einblick, weil ich zu wenig Amateurveranstaltungen besucht habe. Viele wollen aber ja Profi werden.
ivonne:
Was ist der größte Unterschied zwischen dem Amateur- und Profiboxen?
Rüdiger May:
Die Distanz, also die Rundenzeit. Bei den Amateuren sind es ja nur zwei Minuten, bei uns sind es drei. Wir trainieren öfter mit den Jungs von Bayer Leverkusen. Da merkt man, dass Sie schneller zum Ziel kommen müssen.
cority:
Hallo Rüdiger, welche Möglichkeiten haben Kickboxer, die zum Boxen wechseln wollen?
Rüdiger May:
Da haben wir ja mit Cengiz Koc ein gutes Beispiel bei uns, er war ja Weltmeister im Kickboxen gewesen. Vielen fällt es aber schwer, sich die Beinarbeit und die Technik anzugewöhnen, doch die Grundvoraussetzungen sind sehr gut.
Conny:
Rüdiger, das Halbschwergewicht ist ein beliebtere Gewichtsklasse als das Cruiser. Meinst Du, Du könntest das Halbschwergewichtslimit bringen?
Rüdiger May:
Das ist für mich absolut unmöglich. Ich habe schon Probleme mit dem Cruisergewicht. Mein Körperfettanteil liegt zwischen 11 und 12%, deshalb ist es nicht machbar.
cority:
Ich bin Profi-Kickboxer, an welche Stellen kann man sich wenden?
Rüdiger May:
Sicherlich an jeden Boxmanager in Deutschland. Sauerland Event zum Beispiel, einfach eine Mail an sauerland@boxen.com oder natürlich auch bei den Mitbewerbern. Am besten aber natürlich bei Sauerland.
petra22:
Wer ist der wichtigste Mensch in Deinem Leben?
Rüdiger May:
Da ist es schwer, das an einer Person fest zu machen. Meine Frau, meine Kinder, meine Eltern, mein Bruder, meine Großeltern - also alle zusammen irgendwo. Alle freuen sich in jeder schönen Stunde für mich und unterstützen mich in schlechten Zeiten.
Goofy:
Welche Ziele hast Du noch als Boxer? Und welche davon sind kurzfristig?
Rüdiger May:
Ich möchte unbedingt wieder um eine EM boxen, am liebsten noch in diesem Jahr. Mehr möchte ich zu meinen Zielen nicht nach außen tragen. Wenn die EM geschafft sein sollte, werde ich mich zu neuen Zielen äußern.
Boxteam:
Welches Ziel hast Du Dir privat für das Leben gesetzt?
Rüdiger May:
Da habe ich mir schon einige Ziele erfüllt. Ich habe meine Traumfrau gefunden. Und dann möchte ich natürlich meiner Frau und meinen Kindern eine gesicherte Zukunft bieten.
cority:
Gibt es auch eine e-Mail-Adresse von Universum-Boxpromotion. Ich habe leider keine Kontaktadresse auf der Homepage gefunden.
Rüdiger May:
Die kenne ich leider nicht.
Conny:
Gibt es einen Boxer, gegen die Du nicht boxen möchtest. Jirov (IBF-Weltmeister) zum Beispiel?
Rüdiger May:
Nein, das könnte ich nicht mit mir vereinbaren. Ich bin angetreten, um gegen die Besten zu boxen. Selbst wenn ich verlieren würde, versuchen würde ich es gegen jeden.
frisby:
Wer gewinnt bei Lewis gegen Tyson?
Rüdiger May:
Ganz klar Lewis, innerhalb der ersten 8 Runden. Gegen Tyson wird er keinen Blackout haben und Tyson hat im letzten Jahr zu sehr abgebaut.
Boxteam:
Heute spielt Bayer Leverkusen in der Champions-League. Werden Sie das Finale erreichen?
Rüdiger May:
Ich drücke den Leverkusenern die Daumen. Ich bin ein großer Fan von Ihnen. Ulf Kirsten drücke ich vor allem die Daumen, auch für die Deutsche Meisterschaft.
Marlen:
Am Wochenende in Riesa bist Du zu einem coolen Song eingelaufen. Wie hieß der Song?
Rüdiger May:
Der hieß STEH AUF ...wenn Du am Boden bist... von den Toten Hosen.
Conny:
Wie siehst Du heute Deine Niederlage in Spanien? War da Schiebung mit im Spiel oder hast Du einfach schlecht geboxt an dem Tag?
Rüdiger May:
Da sind viele Aspekte zusammen gekommen. Wir haben den Kampf zu kurzfristig angenommen. Das Urteil fand ich ein bisschen ungerecht. Mit einer Niederlage als Urteil kann ich eigentlich überhaupt nicht leben.
cority:
Wenn Lewis gegen Tyson gewinnt, folgt dann ein Kampf Lewis gegen Klitschko?
Rüdiger May:
Ich denke nicht. Das wird der letzte große Höhepunkt von Lewis. Danach könnte er Motivationsprobleme bekommen und vielleicht sogar abtreten.
Goofy:
Wer ist Dein größtes Vorbild als Boxer?
Rüdiger May:
Das ist immer schwer, jemand bestimmtes zu nehmen. Ali hat das Boxen revolutioniert. Aber auch der junge Tyson hat später das Boxen sehr geprägt. Vorbilder sind aber nicht kopierbar. Jeder muss seinen eigenen Weg finden.
ivonne:
Denkst Du, dass das Profigeschäft einen Menschen verändert?
Rüdiger May:
Ja, ich denke sogar sehr. Irgendwo wird die Seele zurechtgeschliffen.
Conny:
Wie wird man als Boxer mit Tiefschlägen fertig? Schützt der Tiefschutz nur vor Verletzungen oder mildert er auch den Schmerz erheblich?
Rüdiger May:
Er nimmt den Schmerz von Genitalbereich.
cority:
Und wenn Tyson gewinnt, wird er dann gegen Klitschko antreten und wer würde da wohl gewinnen ??
Rüdiger May:
Tyson boxt gegen jeden. Er wird so lange boxen, wie Foreman. Es ist schwer zu sagen, wie Wladimir Klitschko mit dem Druck klarkäme. Er hat aber das Potential, ihn zu schlagen.
petra22:
Was hält Deine Frau von Deinem Beruf Profiboxer?
Rüdiger May:
Wir haben uns mit 17 kennen gelernt. Sie hat nie ein Problem damit gehabt. Sie hat natürlich manchmal Ängste auszustehen, aber das wäre bei einem Bauarbeiter auf einem Hochhausgerüst ebenso.
Goofy:
Sitzt Sie mit am Ring, wenn Du boxt. Oder hält Sie das nicht aus?
Rüdiger May:
Dass sie es nicht aushält, ist nicht das Problem. Aber seitdem die Kinder da sind, möchte ich es eigentlich nicht mehr. Die Entfernungen für die ganze Familie sind zu weit, da ich ja meistens eine ganz schöne Strecke von zuhause entfernt in den Ring steige.
Conny:
Rüdiger, eine heikle Frage: Meinst Du, ein aktiver Boxer kann Respekt vor einem Trainer wie Torsten haben, der einmal einen Kampf ohne erkennbaren Grund, wie z.B. eine Verletzung, aufgegeben hat?
Rüdiger May:
Torsten hat nach dem Kampf deutlich gemacht, dass er auf der Siegerstraße war. Er hat nicht nur an das Ende Kampfes gedacht, sondern darüber hinaus. Ich habe unheimlich viel Respekt vor der Entscheidung. Glücklicherweise hat sich das Management nicht von ihm abgewendet. Mein Vertrauen zu Torsten besteht und ich glaube, er kann mir den besten Rat geben.
cority:
Denkst Du, der Kampf Tyson / Lewis gegen Klitschko sollte besser in Deutschland oder in den USA stattfinden? Ich denke besser in Deutschland, oder?
Rüdiger May:
Nein, denke ich nicht. Schwergewichtler, die gut sind, sollten in den USA gefragt sein. In den USA wäre mehr Geld zu verdienen. Ich glaube auch, dass ein solcher Kampf dort fair bewertet werden würde.
Boxteam:
Was hälst Du von Sven Ottke?
Rüdiger May:
Er ist für mich eine sehr beeindruckende Gestalt. Ich kenne ihn ja noch als Amateur und mit welcher Coolness er die amerikanischen und anderen Cracks austanzt, ist für mich sehr beeindruckend.
cority:
Wie viele Stunden trainierst Du täglich?
Rüdiger May:
Das ist pauschal schwer zu sagen.
Rüdiger May:
In der Aufbauphase 4-6 Stunden am Tag. Vor dem Kampf wird es aber immer kürzer.
frisby:
Nenne 3 Gründe, warum Rüdiger May irgendwann mal eine internationalen Titel gewinnt!
Rüdiger May:
1. Ich bin beständig, hartnäckig und bleibe immer dran.
2. Das Potential ist bei mir vorhanden.
3. Ich werde im Leben Glück haben und deshalb zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und dadurch kommt der richtige Kampf zustande.
Goofy:
Ihr seid im Camp in Köln doch sehr viele Boxer, kommt da nicht der eine oder andere manchmal zu kurz?
Rüdiger May:
Das ist sicherlich schwer zu handhaben, aber Ulli Wegner ist in dieser Beziehung sehr erfahren. Er hat das ja auch schon in früheren Zeiten bewiesen. Und in der Zusammenarbeit mit meinem Bruder funktioniert das sehr gut.
ivonne:
Mit wem kommst Du von den anderen Boxern am besten klar?
Rüdiger May:
Bei uns herrscht ein umgängliches und gutes Klima. Den besten Kontakt habe ich zu Markus Beyer und Sven Ottke.
Hubi:
Im Sommer gibt es doch immer eine Sommerpause bei den Boxern. Wie wirst Du Deine Zeit verbringen?
Rüdiger May:
Unsere Urlaubszeit wird in diesem Jahr nicht so lange sein, wir werden zu meinen Schwiegereltern nach Frankfurt (Oder) fahren und dann geht es ja auch schon bald wieder los...
Primo Carnera:
Es sieht ja derzeit nicht so rosig aus beim Sauerland-Team, nun hat auch Elliott verloren. Keine neuen Boxer in Sicht?
Rüdiger May:
Markus Beyer ist kurz vor der WM, auch Danilo kann Weltmeister werden, Cengiz Koc kann bald um nationale Titel boxen, auch ich räume mir Chancen auf eine EM ein... Ich denke, es sieht sogar sehr gut aus.
Rüdiger May:
So, jetzt gleich bitte die letzte Frage.
Goofy:
Du hast am Samstag sehr selbstbewusst und sehr positiv gewirkt. Hat sich an Deiner Einstellung als Boxer etwas geändert?
Rüdiger May:
Nach dem Kampf gegen Gurov hatte ich sehr deutlich gemerkt, welch dickes Fell man haben muss. Mir ist klar geworden, dass man sich wehren muss und dass man sich nicht als Prügelknabe hinstellen darf.
Rüdiger May:
So Leute, das war es für heute.
norbert:
Ciao
Rüdiger May:
Ich wünsche Euch eine schönen Abend und weiterhin viel Spaß bei boxen.com. Bis zum nächsten Mal!
Hubi:
Auf Wiedersehen.
handschuhimgesicht:
Tschüss an alle, cu next Tuesday.

Tipp:
Der nächste Expertenchat auf www.boxen.com findet am Dienstag, 7. Mai um 19.00 Uhr statt. Dann steht Ihnen Gabi Ottke, die Ehefrau des IBF-Weltmeisters im Super-Mittelgewicht, Rede und Antwort.