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Montag, 2002-11-11

Rocchigiani wieder frei

Graciano Rocchigiani ist seit gestern wieder auf freiem Fuß

Der 38-jährige Graciano Rocchigiani befindet sich seit gestern wieder auf freiem Fuß. Wie der Berliner Kurier berichtet, konnte "Rocky" am Freitagnachmittag die Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel verlassen, nachdem das Berliner Kammergericht eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die vorzeitige Haftentlassung des immer wieder in die Schlagzeilen geratenen Boxprofis abgelehnt hatte.
Bereits im Oktober hatte das Berliner Landgericht entschieden, dass Rocchigiani seine einjährige Gefängnisstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein, Körperverletzung und Beleidigung nicht komplett bis Ende Januar absitzen muss. So sollte der 38-Jährige nach zwei Dritteln seiner Inhaftierung schon am 2. November aus der Haft entlassen werden, doch eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft verhinderte dies bisher.
Noch während seiner Haft hatte Rocchigiani für Furore gesorgt. Ein New Yorker Distrikt-Gericht hatte ihm nach seiner Schadensersatzklage gegen das World Boxing Council 31 Millionen US-Dollar zugestanden. Ob er die ihm zugesprochenen Millionen tatsächlich bekommt, ist allerdings weiter unklar, da der Weltverband WBC erklärt hatte, dass man mit diesem Urteil vor der Pleite stehen würde und nur noch 264.000 Dollar auf dem Konto des Weltverbandes seien. Problematisch für die Eintreibung des Geldes dürfte auch sein, dass der Verband in Mexiko beheimatet ist und nicht in den USA.
Mitte des letzten Monats stand "Rocky" noch einmal vor Gericht. Der ehemalige Boxweltmeister wurde vom Berliner Amtsgericht in Tiergarten zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Dem 38-Jährigen wurde vorgeworfen, am 16. Dezember des letzten Jahres in Berlin Steglitz mit 2,2 Promille im Blut einem Polizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.
Während des Prozesses zeigte sich der ehemalige Welt- und Europameister allerdings einsichtig und entschuldigte sich noch einmal bei dem Streifenbeamten. "Ich bin mit früheren Boxerkollegen in eine Diskothek gefahren und dann war Filmriss", so der Angeklagte. Offenbar war er danach in seinem Rausch in einem fremden Wagen eingeschlafen. Nachdem die Besitzerin bemerkt hatte, dass ein Fremder in ihrem Wagen saß, alarmierte sie die Polizei. Eigentlich wollte man Rocchigiani nach Hause bringen, "doch dann kam es zum Streit", so der Beamte über die Geschehnisse des letzten Jahres. "Dann flog eine Faust", so der Betroffene weiter.
Durch das verhältnismäßig milde Urteil der Justiz war der Weg für die Haftentlassung Rocchigianis allerdings geebnet. Laut Aussagen seines Anwalts Björn Ziegler plant sein aus der Haftanstalt entlassener Mandant bereits ein Comeback für Anfang des kommenden Jahres. Eine Entscheidung des Gerichts in New York, ob dem in Berlin lebenden 38-jährigen Rocchigiani auch noch der WBC-Gürtel im Halbschwergewicht zugesprochen wird, soll in den nächsten Tagen fallen.