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Dienstag, 2009-03-31

Pressetraining Düsseldorf

Estrada tritt selbstbewusst auf, Povetkin zeigt sich konzentriert

 

Nur noch wenige Tage bis zur Boxgala im Burg-Wächter Castello in Düsseldorf. Am späten Dienstagnachmittag konnten sich Medienvertreter und Boxsportbegeisterte in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen beim Pressetraining einen Eindruck davon verschaffen, in welcher Form sich die Protagonisten der anstehenden Veranstaltung befinden. Obwohl in den letzten Tagen vor Boxkämpfen eher die Erholung bei den Sportlern im Vordergrund steht, gewährten Nadia Raoui, Francesco Pianeta, Jason Estrada und Alexander Povetkin einen kurzen Einblick in ihre Trainingsarbeit.

Alexander Povetkin steigt am Samstagabend in Düsseldorf in den Ring

Nachdem sich Nadia Raoui am vorherigen Abend in Düsseldorf noch als freundliche Fremdenführerin für Alexander Povetkin zur Verfügung gestellt hatte, verwandelte sich die Fliegengewichtlerin aus Herne, genannt "The Beauty Beast", beim Pressetraining wieder in eine aggressive Kämpferin. Mit schnellen und explosiven Händen schlug die nur 1,55 Meter große Fighterin in die Pratzen ihres Coaches Dietmar Berg. "Ich bin topfit und freue mich auf Samstag. Denn es werden viele Menschen aus Herne nach Düsseldorf kommen, um mich zu unterstützen. Ich bin meinem Traum, Weltmeisterin zu werden, ganz nahe", so die 23-Jährige, die auf die Italienerin Maria Rosa Tabbuso trifft.

Nadio Raoui erkämpfte im Profibereich neun Siege und ein Unentschieden

In guter Form präsentierte sich auch Francesco Pianeta bei der Pratzenarbeit mit Erfolgscoach Ulli Wegner. Obwohl der EU-Champion mit Albert Sosnowski einen erfahrenen Mann vor die Fäuste bekommt, geht er mit viel Selbstbewusstsein in den Fight. "Mein Trainer, Herr Wegner, hat mich optimal vorbereitet", sagte der in Gelsenkirchen aufgewachsene Schwergewichtler, der das Wochenende vor seiner Titelverteidigung bei seinen Eltern im Ruhrgebiet verbracht hatte. Doch auch Sosnowski glaubt an einen Sieg: "Pianeta ist ein massiver Typ, aber sehr, sehr limitiert. Ich werde den Kampf in den letzten Runden für mich entscheiden", so die Ankündigung des 30-Jährigen.

EU-Champion Francesco Pianeta (r.) trifft in Düsseldorf auf Albert Sosnowski

Danach erschien Jason Estrada mit seinem fünfköpfigen Team aus Rhode Island. Der Amerikaner, der genau wie Povetkin an den Olympischen Spielen 2004 in Athen teilnahm, sprang zunächst Seil. Danach schlug der 28-Jährige, kritisch von seinem Vater und Coach Rolando Estrada beäugt, mit schnellen Hakenserien in die tief hängenden Pratzen von Assistenzcoach Ernest Shelton. Da der US-Schwergewichtler seine Aktionen immer wieder durch Meidbewegungen unterbrach, könnte er den Plan haben, seinen Gegner mit Körpertreffern zu bearbeiten, ohne dabei selbst ausgekontert zu werden. Auf seine Tätowierung "Lights Out" angesprochen, entgegnete er: "Was das bedeutet, wird Povetkin am Samstag im Ring sehen."

Povetkin steht am 4. April dem Amerikaner Estrada im Ring gegenüber

So tiefe Einblicke gab es beim Kontrahenten des Amerikaners nicht. Im Beisein von Wilfried und Kalle Sauerland, Trainer Valeri Belov, Co-Trainer Fedor Stanislavskiy und Co-Manager Vlad Hrunov schien der IBF-Weltranglistenerste Alexander Povetkin darauf bedacht zu sein, nicht so viele Geheimnisse vor dem wichtigen Kampf preiszugeben. Da der Olympiasieger von Athen sein Training - dem Bio-Rhythmus des Kampfabends angepasst - in den letzten Tagen vor seinen Fights schon immer in die Abendstunden verlegt, konnte man ihn am Dienstag erst einmal nur beim Seilspringen und Schattenboxen erleben.

"The White Lion" Alexander Povetkin erboxte 16 Siege in 16 Profifights

Dennoch standen für den 29-Jährigen nach seiner kurzen Trainingseinheit zahlreiche Interviews an. "Als ich mich im Oktober letzten Jahres vor dem gegen Wladimir Klitschko geplanten WM-Kampf verletzte, dachte ich zunächst, dass die Sache nicht so schlimm sei. Doch die Diagnose der Ärzte, Bänderanriss im linken Sprunggelenk, war niederschmetternd. Doch jetzt bin ich wieder fit, der linke Fuß ist wieder voll belastbar", so "The White Lion". "Im Moment habe ich nur Jason Estrada im Kopf. Doch wenn ich gewonnen habe, will ich gegen Wladimir Klitschko antreten", fuhr Povetkin, der am Abend in Herne noch eine Trainingseinheit in dem Gym absolviert, in dem sich sonst Nadia Raoui vorbereitet, fort.

Fotos: SE und Photo Wende 

[F.B./H.M.]