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Mittwoch, 2004-04-21

Pressestimmen Urkal

Medien sind sich trotz der Niederlage in Berlin einig: Riesen-Fight von Oktay Urkal um die WBA-WM

Am Samstagabend verteidigte der WBA-Weltmeister im Halb-Weltergewicht Vivian Harris seinen Titel gegen den Berliner Oktay Urkal knapp nach Punkten. Nachdem der Schützling von Trainer Ulli Wegner in der dritten Runde nach einer Rechten zu Boden gegangen war, startete er gegen den aus Guyana stammenden WBA-Champion eine begeisternde Aufholjagd.

Am Ende reichte es auf den Wertungszetteln der Punktrichter dennoch nicht zum WM-Gürtel. Mit 114:112, 114:112 und 113:113 ergab die Auswertung der Punkzettel einen Sieg für den 25-jährigen Titelverteidiger Vivian Harris. Der in den USA lebende Weltmeister zollte der Leistung seines Gegners großen Respekt: "Es war ein guter Kampf. Es war sehr schwer, gegen Urkal zu gewinnen."
Trainer Ulli Wegner zog durchaus positive Aspekte aus dem Aufeinandertreffen. "Das Ringgefecht war sehr ausgeglichen. Nach der dritten Runde haben wir auf Angriff umgestellt. Es war ein toller Kampf, leider mit dem schlechteren Ende für uns. Oktay hat bewiesen, dass er ein ganz Großer ist und für uns noch einen Titel holen wird", gab sich der 61-Jährige für die Zukunft optimistisch.
So sahen andere Medienvertreter das Aufeinandertreffen in der Max-Schmeling-Halle:
- Berliner Kurier:
"In der Schmeling-Halle hatte er sich nach dem faszinierenden Duell mit WBA-Champ Harris bei den Fans sogar entschuldigt. Ich habe versagt. Das tut mir so sehr Leid. Aber Urkal ist alles andere als ein Versager. Trainer Ulli Wegner baute ihn wieder auf: Ich verspreche dir, wir werden noch gemeinsam jubeln. Wir sind auf den Knien, aber wir bleiben nicht liegen. Wer nicht tot ist, steht wieder auf. Für Kampfmaschine Oktay Urkal eine Ehrensache."
- Berliner Morgenpost:
"Dicht daneben ist auch vorbei. Ein Sprichwort wie für einen Profiboxer gemacht. Für den Berliner Oktay Urkal beispielsweise, der sich am frühen Sonntagmorgen vor gut 4.000 Besuchern in der Max-Schmeling-Halle dem Amerikaner Vivian Harris im Kampf um die WBA-Weltmeisterschaft im Halb-Weltergewicht beugen musste. 114:112 punktete Cesar Ramos (Puerto Rico), ebenfalls ein 114:112 für Harris errechnete Gustavo Padilla (Panama) und der Spanier Jorgé Martinez wertete zwölf hochklassige Runden 113:113. Es tut mir so Leid, dass ich versagt habe, war der 34-jährige Lokalmatador untröstlich - und auf dem Holzweg. Er hatte, trotz eines Niederschlags in Runde drei, seinem neun Jahre jüngeren Kontrahenten alles abverlangt."
- Berliner Zeitung:
"Als der Boxer seinen härtesten Kontrahenten suchte, blickte er nicht zu jenem Mann, der ihn gerade per Punktsieg mühevoll bezwungen hatte. Oktay Urkal befühlte erst seine lädierte Nase, dann blickte er auf seine Beine. Es waren also nicht die Schläge des Kontrahenten Vivian Harris, dessen bestechend präzise Führhand und die flinken Haken, die ihm in dieser Nacht im Boxduell um den Weltmeistergürtel nach Version der WBA so hart zugesetzt hatten. Es war das Alter. Leute, ich bin 34. Da geht man ein so hohes Tempo nicht jeden Tag. Aber es geht. Es geht, wenn man muss. Schallende Worte in der Schmelinghalle zu Berlin. Es war ein denkwürdiges Duell, das zwei ebenbürtige Kämpfer präsentierte. Nichts gaben sich die Antipoden bei wahnwitzig hohem Tempo über zwölf Runden. Und das Resultat manchen Durchgangs war eine bloße Frage der Interpretation, so knapp war es."
- Bild:
"Box-Deutschland sucht einen neuen Weltmeister. Sven Ottke ist vor drei Wochen in Magdeburg mit einem Sieg abgetreten, Wladimir Klitschko unterlag letzte Woche in Las Vegas Ami Brewster. Auch der Berliner Halb-Weltergewichtler Oktay Urkal (34) holte Sonnabend gegen WBA-Champion Vivian Harris (USA) vor 4.000 Fans in der Max-Schmeling-Halle nicht den Gürtel, unterlag knapp nach Punkten."
- BZ Berlin:
"Was für ein Hammer-WM-Kampf im Halb-Weltergewicht zwischen dem Berliner Oktay Urkal und Titelverteidiger Vivian Harris! Doch am Ende reichte es nicht. Harris bleibt WBA-Weltmeister. Der Reihe nach: Oktay marschiert zu der Musik von seinem Freund Mustafa Sandal ein - das ist der Dieter Bohlen der Türkei. Der hat ihm extra den Titel geschrieben. Um den Hals von Urkal: Eine Koran-Sure, eingenäht in ein Lederband, die ihm Glück bringen soll."
- Der Tagesspiegel:
"In der Schmeling-Halle fiel die Party aus. Vivian Vicious Harris, der Böse, spielte nicht mit. Der schwarze Boxer, ausgestattet mit katzengleicher Geschmeidigkeit und schnellen, harten Händen, nutzte in den ersten Runden seine Reichweitenvorteile. In der dritten schickte er Urkal mit einer krachenden Rechten auf die Bretter. Ab da an habe ich ihn getrieben. Oktay sollte voll auf Angriff gehen. Und er hat es fabelhaft gemacht, leider mit dem schlechteren Ende für uns, sagte hinterher Trainer Ulli Wegner. In der vierten Runde begann Urkals starke Phase. Die folgenden Runden konnte er für sich entscheiden. Mit überfallartigen Angriffen überwand er die Distanz zu Harris’ Kopf und Körper. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Es war ein enger, ein dichter Kampf – ohne Raum und Zeit für Pausen. Urkal hatte oft eine Hand mehr drin, nach der achten Runde lag er vorn."

- Die Welt:
"Auch Trainer Ulli Wegner ließ Urkal kaum Gelegenheit, mit seiner Leistung zu hadern. Wenn sich einer so reinhaut, wenn er trotz des Risikos, ausgeknockt zu werden, immer wieder seine Chance sucht, dann ist es nicht die Zeit, über den Rücktritt nachzudenken. Oktay hat bewiesen, dass er ein ganz Großer ist und für uns noch einen Titel holen wird, gab sich der 61-Jährige optimistisch. Das war der beste Fight, den ich in diesem Jahr in Deutschland gesehen habe, sagte Manager Wilfried Sauerland. Von den Rücktrittsgedanken seines Boxers wollte der Promoter nichts wissen: Diese Leistung schreit förmlich nach einer Revanche. Aber das wird Vivian Harris anders sehen."
- Express:
"Es war ein toller Kampf von Profiboxer Oktay Urkal. Doch am Ende musste er zusehen, wie Vivian Harris (USA) erneut den Gewinn des Weltmeistertitels im Halb-Weltergewicht feierte. Der 34 Jahre alte Berliner unterlag Samstagnacht in seiner Heimatstadt dem WBA-Titelverteidiger nach Punkten (Richterstimmen 112:114, 112:114, 113:113). Es war Urkals zweite Niederlage im 36. Profikampf und sein zweiter gescheiterter WM-Versuch. Vor drei Jahren unterlag er gegen Kostya Tszyu. Der aus Guyana stammende 25-jährige Harris ist seit Oktober 2002 Weltmeister. Vor 4.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle bot Urkal eine ausgezeichnete Leistung. Der in Berlin geborene Sohn türkischer Einwanderer ließ sich auch von einem Niederschlag in der dritten Runde nicht beeindrucken und verbuchte vor allem in der Kampfmitte Vorteile. Am Ende reichte aber selbst der aus einer Verwarnung wegen Tiefschlags von Harris resultierende Punktvorteil nicht, um den Fight zu gewinnen."
- Süddeutsche Zeitung:
"Arzt sei er nicht, beteuerte der Berliner Oktay Urkal; nach 36 Kämpfen als Berufsboxer traut er sich aber durchaus zu, einige Dinge kennerhaft einzuschätzen. Hohlwangig saß er da, und all die Furchen in seinem Gesicht wirkten tief, weil er die schwarze Wollmütze mit dem Logo eines Gönners bis zu den Brauen heruntergezogen hatte, und weil sich um seine Augen Blutergüsse abzuzeichnen begannen. Auch sein Kontrahent litt, indes erkennbar weniger: Vivian Harris, der seinen Weltmeistertitel im Halb-Weltergewicht nach Version der World Boxing Association (WBA) bestätigt, Urkal nach Punkten besiegt hatte – dieser Vivian Harris also saß genau vor Oktay Urkal, ein Pflaster auf der einen und eine Beule auf der anderen Seite der Stirn. Ich bin kein Doktor, sagte also Urkalaber die Nase ist wohl gebrochen. Schon kurios, fügte er hinzu, im fatalistischem Unterton: Seine Versuche, einen Weltmeistertitel zu erringen, endeten immer mit einem Bruch. Letztes Mal war es der Kiefer, diesmal die Nase.
- Westfälischer Anzeiger:
"Der Ali aus Kreuzberg hatte vor 4.000 begeisterten Besuchern in der Berliner Max-Schmeling-Halle in seinem 36. Profikampf den Start verschlafen und ging in der dritten Runde nach einem harten Treffer zu Boden. Dank einer Steigerung konnte der 63kg-Mann einige Runden für sich verbuchen, verlor aber wie schon bei seinem ersten WM-Kampf am 23. Juni 2001 gegen den Russen Kostya Tszyu knapp nach Punkten."