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Freitag, 2004-04-02

Pressestimmen Ottke

Sven Ottke verteidigt seine WM-Titel und nimmt Abschied

Der 36-jährige IBF-Weltmeister und WBA-Super-Champion im Super-Mittelgewicht Sven Ottke begeisterte am Samstagabend die Zuschauer und Kritiker in der ausverkauften Bördelandhalle in Magdeburg. Mit seinen schnellen Händen brachte er seinen Herausforderer Armand Krajnc (30) mehrfach in große Verlegenheit und siegte am Ende mit 120:110, 120:108 und 119:109 auch in dieser Höhe verdient klar nach Punkten.
Damit hatte der gebürtige Berliner noch einmal allen Beobachtern bewiesen, zu welcher Leistung er in der Lage ist. "Die Kritik nach den letzten Kämpfen hat schon an mir genagt. Ich wollte zeigen, dass ich doch ein bisschen boxen kann. Vor dem Kampf war ich entsprechend angespannt, weil ich unbedingt gewinnen und noch einmal glänzen wollte", erklärte Ottke nach dem Ende einer großen Ära.

Lesen Sie nachfolgend in Ausschnitten, wie andere Berichterstatter den Kampf und das Karriereende von Sven Ottke sahen:
- Berliner Kurier:
"Sven Ottke lieferte zum Abschluss einer grandiosen Laufbahn nicht nur einen haushohen Sieg über den Schweden Armand Krajnc. Der Doppel-Weltmeister im Profiboxen inszenierte seinen Abschied als spektakuläre Show. Einfach Svensationell. Gänsehaut pur. Nach dem Dialog vor der Schlussrunde verbarg Ulli Wegner das Gesicht in einem Handtuch. Niemand sollte die Tränen sehen, die der 61-jährige Weltmeister-Macher in den letzten drei Kampfminuten vergoss. Er hatte etwas vom Rücktritt geahnt. Aber erst jetzt wusste er es wirklich. Die Tränen flossen immer wieder – bis in den frühen Morgen. Faszination pur. Oben im Ring brachte Ottke sein Meisterwerk zu Ende. Jede einzelne Runde gewann er gegen Ex-Weltmeister Krajnc. Ein Punktrichter gab dem schwer gezeichneten Herausforderer eine Runde. Ein anderer wertete zwei Durchgänge Unentschieden. Beide sind nicht nur Funktionäre der Weltverbände IBF und WBA – sondern wohl auch bei der Caritas."
- Berliner Zeitung:
"Das war´s also. Trocken, unspektakulär, beinahe schmerzfrei: Der Abschied Ottkes verlief wie all seine 34 Profikämpfe. Am Ende weinen immer nur die anderen. Jetzt ist er also weg, dieser Sven Ottke. Nach 22 ausnahmslos erfolgreichen Kämpfen um den WM-Titel muss man ohne ihn auskommen. Das fällt nicht leicht, denn man hat sich an ihn gewöhnt: Stets war er präsent gewesen, der eigentliche Nachfolger des Halbschwergewichts-Champions Henry Maske. Ottke sprang mühelos in die Lücke, die Maske hinterließ: als Medienfigur, als Champion, als Klassensprecher des deutschen Preisboxens, als letzter Athlet aus dessen Generation."
- Berliner Morgenpost:
"Zum letzten Mal ist das Klatschen der schweißnassen Handschuhe bei einem Treffer verklungen. Einem Treffer von Sven Ottke in diesem Fall. Der Schwede Armand Krajnc ist froh, zwölf Runden überstanden zu haben, die ihm kein Videostudium von Ottke-Kämpfen der letzten Jahre prognostiziert hätten. Sven Ottke hat auch im 34. Kampf als Profi gewonnen, zum 21. Mal gezeigt, warum er Weltmeister im Super-Mittelgewicht ist. Alles wie immer? Nein! Um 0.14 Uhr und 21 Sekunden ist die Karriere des erfolgreichsten deutschen Berufsboxers Geschichte. Mit einem Auftritt, der an Schnelligkeit, Risikofreude und boxerischem Rüstzeug noch einmal alles zeigen sollte, was den Champion Sven Ottke verkörpert hatte."
- BZ Berlin:
"Er war ein Großer im Boxring. Und genauso groß war sein Abgang. Sven Ottke, 36, und sein spektakulärer plötzlicher Rücktritt als ungeschlagener Doppel-Weltmeister der Verbände IBF und WBA. Er rührte kurz nach Mitternacht 7 Millionen an den Fernsehschirmen zu Tränen. Nach dem eindeutigen Punktsieg über den Schweden Armand Krajnc machte er einfach Schluss. Für alle überraschend... Zu Tränen gerührt auch sein Manager Wilfried Sauerland und Ulli Wegner. Berlins Sportler des Jahres schenkte Berlins Trainer des Jahres zum Abschied einen schwarzen BMW Z 4. Margret Wegner: Ein Cabrio war schon ein Kindheitstraum meines Mannes. Ulli Wegner: Ich bin nicht nah am Wasser gebaut. Aber Sven hat mich zum zweiten Mal zum Weinen gebracht."
- Frankfurter Allgemeine Zeitung:
"Wer immer es mit Sven Ottke zu tun bekommt, macht eine Erfahrung: Dieser Mann hat es faustdick hinter den Ohren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist ihm auf seine alten Tage als Boxer noch mal ein Überrumpelungssieg gelungen. Nach seiner 22. Titelverteidigung als Weltmeister im Super-Mittelgewicht schnappte er sich das Mikrofon, sagte wie immer ein paar Takte zum gerade erlebten Kampf und fand dann einen ganz starken Abgang aus dem Ring. Er leitete ihn im Plauderton ein. Darf ich mal, ich will noch was sagen, begann seine Abschiedsrunde mit einem Abschiedsgeschenk für seinen Trainer Ulli Wegner. Der muss etwas von der Endlichkeit und Einmaligkeit dieses Abends geahnt haben. In der zwölften Runde des Duells zwischen Ottke und dem Herausforderer Armand Krajnc glänzten ein paar Tränen in den Augen Wegners. Sein Gesicht verbarg er halbwegs hinter einem von der rechten Hand umklammerten weißen Handtuch."
- Hamburger Abendblatt:
"Es war, als hätten die Fans in Magdeburg etwas geahnt. Die letzten drei Minuten seiner großartigen Profikarriere boxte Sven Ottke unter Standing Ovations. Oh, wie ist das schön, sangen die Zuschauer in der Bördelandhalle während der letzten Runde der souveränen Titelverteidigung gegen den chancenlosen Schweden Armand Krajnc, die die letzte in der Laufbahn des 36 Jahre alten Karlsruhers werden sollte. Ich habe immer gesagt, ich will in Magdeburg aufhören, erklärte Ottke nach seinem klaren Punktsieg noch im Ring: Das tue ich hiermit. Ungeschlagen in 34 Profikämpfen und als amtierender Super-Mittelgewichtsweltmeister der Verbände IBF und WBA zog er nach 22 Weltmeisterfights die Boxhandschuhe für immer aus."
- Nürnberger Nachrichten:
"Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist! Nicht nur für die Zuschauer in der Bördelandhalle und an den Fernsehgeräten kam Sven Ottkes Rücktritt überraschend. So konsequent, wie er im Ring seine Gegner zermürbte, so zielstrebig bestimmte er ohne Ballyhoo das Ende seiner Karriere. Es spricht für den Weltmeister, dass er sein früheres Vorhaben, im Dezember nach seinem erfolgreichen, aber viel kritisierten Auftritt in Nürnberg gegen den Briten Robin Reid das Seilgeviert für immer zu verlassen, nicht in die Tat umsetzte. So wollte er nicht abtreten, quälte sich lieber nochmals drei Monate, um jetzt einen passenden Schlusspunkt zu setzen. Der Schwede Armand Krajnc war der ideale Kontrahent. Er war mental und physisch nicht stark genug, um den vollmundigen Ankündigungen gerecht zu werden, weil der selbstbewusste Titelverteidiger das Kommando im Ring übernahm und ihn nicht zur Entfaltung kommen ließ."
- Sächsische Zeitung:
"Sven Ottke beendet als Doppel-Weltmeister im Profiboxen seine Karriere. Mit einem überwältigend klaren 3:0-Punktsieg über den Schweden Armand Krajnc verteidigte der gebürtige Berliner seine Titel der Weltverbände IBF und WBA in der Magdeburger Bördelandhalle. Anschließend verkündete der 36-jährige Familienvater seinen Rücktritt vom Berufsboxen. Seine Fans und seinen Trainer Ulli Wegner überzeugte Ottke, der in acht Wochen 37 Jahre alt wird, mit enormer Schnelligkeit. Diesem Tempo und seiner Beweglichkeit, die ihm den Beinamen Das Phantom eingetragen hatte, konnte der schwedische Kontrahent nichts erwidern. Ottke diktierte den Kampf gegen seinen sechs Jahre jüngeren Herausforderer, der zwischen 1999 und 2002 schon einmal Weltmeister war, nach Belieben. Dennoch der Schlussstrich unter die 22-jährige Karriere."
- Volksstimme Magdeburg:
"Weltmeister Sven Ottke hat sich in Magdeburg mit einer von ihm heimlich organisierten perfekten Inszenierung für immer aus dem Boxring verabschiedet: Zuvor hatte der 36 Jahre alte IBF- und WBA-Champion im Super-Mittelgewicht den Schweden Armand Krajnc klar bezwungen. Die letzten drei Minuten seiner großartigen Profikarriere, in der er in 34 Kämpfen unbesiegt blieb, boxte Ottke vor Standing Ovations. Oh, wie ist das schön, sang die Bördelandhalle während der letzten Runde. Ich habe immer gesagt, ich will in Magdeburg aufhören, erklärte Ottke nach seinem 3:0-Punktsieg noch im Ring: Das tue ich jetzt hiermit. Nach 22 Weltmeisterkämpfen zog er die Boxhandschuhe für immer aus. Ich werde in acht Wochen 37, es zwickt schon hier und da nach hartem Training, sagte Ottke, der seinem langjährigen Trainer Ulli Wegner als Dank für die 13-jährige Zusammenarbeit ein Sportcabrio schenkte."
- Westfälische Rundschau:
"Für Sven Ottke hat der letzte Gong geschlagen. Um 0:12 Uhr verkündete der Doppelweltmeister im Super-Mittelgewicht seinen Rücktritt vom Ring. schicht im Schacht, wie der Champion zu sagen pflegt. Der überlegene Punktsieger war standesgemäß ausgerufen, die beiden bombastischen Gürtel der Verbände IBF und WBA waren um die Hüften geschnallt, da bat Sven Ottke ums Mikrofon und um fünf Minuten Redezeit. Alles nicht so einfach. Ihr wisst, was jetzt kommt. Ich habe gesagt, dass ich in Magdeburg aufhöre. Das tue ich jetzt hiermit. Sven Ottke hatte zum Finale noch einmal einen mitreißenden Kampf geboten, völlig untypisch: Als Fighter, nicht als Flitzer. Mit hohem Tempo, ungewohnter Aggressivität, mit schnellen Hakenserien neutralisierte der Weltmeister die langen Arme des Schweden und demoralisierte ihn. Sven Ottkes letztes Hurra wurde zu einem wahrhaft großen Abgang. Ein Platz in der Ruhmeshalle ist ihm sicher, zwischen Schmeling und Maske. Und zur Besonderheit seiner Karriere gehört sicherlich, dass der Wessi zum Liebling der Ossis wurde."
- Westfälischer Anzeiger:
"Irgendwie lag der Abschied bereits in der Luft. Die letzten drei Minuten seiner großartigen Profikarriere boxte Sven Ottke vor Standing Ovations. Oh, wie ist das schön, sangen die Zuschauer in der Bördelandhalle während der letzten Runde bei der souveränen Titelverteidigung gegen den Schweden Armand Krajnc, die auch die letzte in der glanzvollen Laufbahn des 36 Jahre alten Karlsruhers werden sollte. Es war ein ganz starker Abgang. Passend zur Karriere. Ungeschlagen in 34 Profikämpfen und als amtierender Super-Mittelgewichtsweltmeister der Verbände IBF und WBA zog er nach 22 Weltmeisterfights die Boxhandschuhe für immer aus. Auch in Zukunft soll es bei Sven Ottke auf einen guten Schlag ankommen. Der gebürtige Berliner wird im September eine Ausbildung zum Golflehrer beginnen. In St. Leon Rot bei Heidelberg wird er zweieinhalb Jahre in die Lehre gehen, um am Ende anderen Menschen den richtigen Schwung beizubringen."