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Sonntag, 2009-04-05

Pianeta bleibt EU-Champion

Francesco Pianeta in Aktion (Foto: SE)

Packendes Unentschieden gegen Sosnowski

 

Was für ein Kampf! Nach zwölf hochklassigen und temporeichen Runden verließen sowohl Francesco Pianeta als auch Albert Sosnowski als Sieger den Ring. Den 4.000 Zuschauern in Düsseldorf hatten die beiden Schwergewichtler einen gleichermaßen packenden wie hochklassigen Kampf geboten. "Ich bin sehr stolz auf Francesco", lobte Trainer Ulli Wegner hinterher. "Das war der schwerste Kampf seiner Karriere. Gegen einen so starken Mann hat er sich hervorragend aus der Affäre gezogen." 113-115, 116-114 und 114-114 lautete das Urteil der Punktrichter. "Schade – ich hatte mich vorne gesehen", war der EU-Champion nicht ganz zufrieden. "Ich hätte den Fans in meiner Heimat gerne einen Sieg geschenkt. Aber es nützt nichts, sich zu beschweren – man muss nach vorne schauen und weiter hart arbeiten."


Das Publikum freute sich über viele Treffer

Unweit seines Heimatortes Gelsenkirchen und unter den Augen der Schalker Fußballprofis Manuel Neuer, Halil Altintop und Heiko Westermann begeisterte Pianeta das Publikum mit einer wahren Energieleistung. Vom ersten Gong an machte sein erfahrener Gegner, der mit dem beachtlichen Kampfrekord von 44 Siegen aus 46 Kämpfen (27 K.o.´s) an den Rhein gereist war, Druck. Doch Pianeta ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, wartete clever ab und setzte immer wieder zu knallharten Schlagserien an. Beide Boxer schenkten sich nichts. "Das Tempo in diesem Kampf war unglaublich hoch", fand auch Sauerland Event Sportdirektor Hagen Doering. "Es gab keine Sekunde, in der sich die Zuschauer gelangweilt haben – die ganze Zeit ist etwas passiert."


Pianeta setzte seinen Gegner immer wieder unter Druck

Sosnowski war der aktivere und schnellere Boxer, musste aber – sehr zur Freude des Publikums – in jeder Runde harte linke Hände von Pianeta schlucken. Ende der fünften Runde drehte der 24-Jährige dann richtig auf und landete mehrere harte Treffer, was die Zuschauer mit Jubelstürmen dankten. Auch in der sechsten Runde arbeitete Pianeta gut zum Körper und brachte auch am Kopf Hände ins Ziel. Doch der Pole ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und schlug munter weiter – wenn auch meistens auf Pianetas Deckung. In der achten Runde dann fast die Vorentscheidung – nach einer tollen Schlagkombination wackelte Sosnowski, Pianeta konnte aber nicht entscheidend nachsetzen. Sosnowski berappelte sich noch einmal und hielt in den folgenden Runden stark dagegen, ehe beide zum Endspurt ansetzten "Das war ein harter Kampf", so Sosnowski. "Pianeta ist unglaublich zäh. Er hat sehr clever und sehr stark geboxt. Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden. Es war ein toller Kampf."

 
Westermann, Altintop, Pianeta und Neuer (Fotos: SE und Mausolf)

Ähnlich sah das auch Ulli Wegner. "Francesco hat das Publikum begeistert. Gegen diesen Gegner muss man erst einmal so bestehen. Kämpferisch war das eine ganz starke Leistung, aber es gibt auch noch Dinge, die wir verbessern können. Allzu lange ist Francesco ja noch nicht bei den Profis. Der Kampf hat aufgezeigt, wo er sich noch verbessern kann." Und Manager Wilfried Sauerland fügte hinzu: "Für einen Schwergewichtler ist Francesco mit seinen 24 Jahren noch sehr jung. Das war ein toller Kampf, der ihm in seiner Entwicklung sehr viel weiterhelfen wird."