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Freitag, 2006-04-28

"PASSt mir"

Berlin startet Einbürgerungskampagne mit Box-Champion Oktay Urkal


Oktay Urkal in Siegerpose
"PASSt mir" – so lautet das Motto der Einbürgerungskampagne, mit der Berlin in den kommenden Monaten mit Plakaten und Broschüren vor allem unter jungen Migrantinnen und Migranten dafür wirbt, den deutschen Pass zu beantragen. Im Mittelpunkt der Einbürgerungskampagne stehen Vorbilder: 15 Berlinerinnen und Berliner mit Migrationshintergrund haben aufgeschrieben, warum es für sie wichtig war, sich einbürgern zu lassen. Darunter auch der populäre Box-Champion Oktay Urkal.
"Ich wurde in Berlin geboren und bin hier groß geworden, ich habe für Deutschland eine Silbermedaille und den Europameistertitel geholt", so der Sauerland-Boxer. "Den Pass zu haben, heißt Verantwortung zu übernehmen - und Freiheiten zu bekommen. Ich kann in der Europäischen Union frei reisen. Und für viele andere Länder brauche ich kein Visum und muss mich nicht in lange Schlangen stellen." Quasi als kleine Entscheidungshilfe für andere sind diese Argumente mit den Fotos der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Broschüre abgedruckt. Mit ihrem Gesicht werben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch auf den Plakaten für die Einbürgerung: Der deutsche Pass: "PASST UNS!", so ihr Motto, denn der deutsche Pass hat viele Gesichter. Die Plakate sollen überall in Berlin in Behörden, öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Vereinen aushängen. Ähnlich werden auch die Broschüren verteilt.

Auch Oktay Urkals Bild (l. o.) ziert den Pass auf dem Poster
Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening erwartet von der Kampagne auch eine Stärkung des demokratischen Zusammenhalts: "Der deutsche Pass hat viele Gesichter. Deutsch-Sein bestimmt sich längst nicht mehr über Herkunft, Hautfarbe oder Religion." Bei der Vorstellung der Kampagne wies Piening darauf hin, dass ein demokratisches Gemeinwesen ein großes Interesse haben muss, aus Einwohnerinnen und Einwohnern gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger zu machen. "Grundlage für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft ist, dass ihre Mitglieder neben gleichen Pflichten auch gleiche Rechte besitzen und die Chance auf Teilhabe in der Gemeinschaft haben. Diese Gleichberechtigung ist erst durch die Einbürgerung garantiert. Es ist für eine Demokratie auf Dauer nicht gut, wenn ein Teil der Bewohner von Wahlen und damit von politischem Einfluss ausgeschlossen bleibt." "Die zentrale Botschaft der Kampagne ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin gern gesehen und als respektierter Teil unserer Gesellschaft anerkannt sind", so Piening weiter. Berlin hat in den letzten beiden Jahren erhebliche Verbesserungen im Einbürgerungsverfahren erreicht. Im Herbst 2004 hatten der Senat und die für die Einbürgerung zuständigen Bezirke ein umfassendes Beschleunigungsprogramm beschlossen. Der hohe Bestand an unentschiedenen Anträgen sollte abgebaut und die Verfahren für die Antragssteller transparenter werden. Wer seinen Einbürgerungsantrag gestellt hat, hat inzwischen einen Anspruch darauf, nach einem halben Jahr über den Stand des Verfahrens informiert zu werden. Die Maßnahmen zeigen Wirkung. Innerhalb eines Jahres wurde der Bestand an Anträgen von 24.492 auf 18.848 gesenkt (Stichtag 1.9. 2005) Noch erfreulicher ist, dass die Zahl der Einbürgerungen in Berlin entgegen dem Bundestrend 2005 erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen ist. Piening: "Nachdem Berlin die Voraussetzungen für ein faires, unbürokratisches und transparentes Einbürgerungsverfahren geschaffen hat, sollen mit der aktuellen Kampagne besonders junge Menschen ermuntert werden, ihre Chancen zu verbessern."