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Sonntag, 2012-06-10

Pacquiao stolpert über Bradley

Manny Pacquiao

Kassierte seine erste Niederlage seit 2005: Manny Pacquiao (Foto: ASE)

Philippinischer Superstar verliert WBO-Titel an US-Amerikaner

Damit hätte er bei der Urteilsverkündung nun wirklich nicht gerechnet: Weltergewichtler Manny Pacquiao verliert in den frühen Morgenstunden des Sonntags seinen WM-Titel nach Version der WBO an Timothy Bradley im MGM Grand, Las Vegas (US-Bundesstaat Nevada). Noch ungläubig, ob der Wertung der Punktrichter von 115:113, 115:113 und 113:115 zugunsten des 28-Jährigen Kaliforniers, sagte der fünf Jahre ältere Pacquiao: "Er hat mich nie wirklich hart getroffen. Ich sehe mich nicht als Verlierer, muss aber mit dem Urteil leben."

Tatsächlich brauchte der Philippine ein wenig Zeit, um in den Kampf zu kommen. Ab der vierten Runde hatte er das Geschehen allerdings klar im Griff und konnte Bradley mit seiner linken Schlaghand ein ums andere Mal in Bedrängnis bringen. Im Schlussabschnitt nahm sich Pacquiao jedoch merklich zurück und überließ der Aktivität und Aggressivität Bradleys klar das Feld. Der in nun 29 Kämpfen ungeschlagene Boxer sagte nach seiner gewonnenen Weltmeisterschaft: "Ich bin überglücklich. Manny ist ein echter Krieger, doch meine Fähigkeiten haben mir den Sieg gesichert. Ich freue mich jetzt schon auf den Rückkampf."

Und dieser soll schon im November diesen Jahres stattfinden. Pacquiao, der zum ersten Mal seit 2005 einen Kampf verlor (insgesamt 4 aus 60 Kämpfen), weiß schon, was er dann nicht hören möchte - das Verlesen eines Punkteurteils.

Im Vorprogramm gab es zudem eine „Wiederauferstehung" zu bewundern: mit seinem nun mehr 43. Sieg (37 davon vorzeitig) im 50. Profikampf der Karriere darf sich Randall Bailey, nach einer Durststrecke von zehn Jahren, wieder Weltmeister nennen. Gegen den acht Jahre jüngeren Mike Jones sicherte sich der 37-Jährige Weltergewichtler den vakanten WM-Titel des Verbandes IBF.

Deutlich bei allen Punktrichtern zurückliegend, wendete der Veteran Bailey das Gefecht mit einer rechten Geraden in Runde zehn. Zwar kam Jones nochmals auf die Beine und rettete sich in die Rundenpause, doch in Runde elf war der Kampf zu Ende. Ein perfekt platzierter rechter Aufwärtshaken zum Kopf des bis dato ungeschlagenen Mike Jones beendete auf spektakuläre Weise den Kampf.

Beim Ausruf seines Sieges durch Michael Buffer wurde der „Knock-Out King" genannte Bailey emotional und vergoss die ein oder andere Träne - seine Karriere ist scheinbar noch lange nicht zu Ende.

Einseitig hingegen verlief ein weiterer Weltmeisterschaftskampf zuvor: Guillermo Rigondaux verteidigte mit einem Abbruchsieg in Runde fünf gegen Teon Kennedy zum bereits dritten Mal seinen WBA-Titel im Halb-Federgewicht. Vor allem beachtlich hinsichtlich der Tatsache, dass dies erst der zehnte Profikampf des 31-jährigen Kubaners war.