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Freitag, 2002-03-15

Ottke und Klitschko

Sven Ottke und Wladimir Klitschko haben eins gemeinsam: Beide wollen am Samstag ihren WM-Titel verteidigen

Wenn am Samstag Sven Ottke zu seinem WM-Titelverteidigungskampf gegen Rick Thornberry in Magdeburg in den Ring steigt, steht auch an anderer Stelle in Deutschland ein WM-Kampf an. Wladimir Klitschko möchte in Stuttgart Weltmeister der WBO im Schwergewicht bleiben. Dieser Wunsch wird aller Voraussicht nach auch in Erfüllung gehen, denn sein Gegner Francois Botha aus Südafrika hat den Zenit seiner Karriere überschritten. Für den "weißen Büffel", so der Kampfname des Herausforderers dürfte es die letzte Chance auf einen WM-Titel sein, wenn auch nur bei einem international eher unbedeutenden Verband.
Axel Schulz, der 1995 seinen WM-Kampf gegen Botha umstritten an gleicher Stelle in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle verloren hatte, glaubt auch nicht mehr an die Qualitäten des 33-Jährigen: "Gegen Wladimir hat er keine Chance. Botha gehört nicht zur Weltspitze. Das wird eine schneller Sieg für Wladimir. Maximal dauert der Kampf sechs Runden." Dennoch warnt Fritz Sdunek, der Trainer des Ukrainers, davor, Botha zu unterschätzen: "Das ist vielleicht seine letzte Chance, um sich für eine WM zu empfehlen. Der wird in der nötigen Verfassung antreten", glaubt Sdunek. Und Botha selbst tönt: "Ich werde kommen, nicht lange rumtanzen und ihn niederschlagen. Ich werde ihn ausknocken, zu hundert Prozent."
Der Süfafrikaner war 1995 nach dem WM-Kampf gegen Schulz positiv auf Doping getestet worden und sein Titel wurde ihm wieder aberkannt. Nach dem Fight warfen die Zuschauer Gläser und Flaschen in den Ring, weil sie ein Fehlurteil vermuteten. Im darauffolgenden Jahr ging Botha gegen Michael Moorer bei seinem erneuten Titelkampf in Runde zwölf K.o. Im Jahr 1999 zeigte er eine gute Vorstellung gegen Mike Tyson bis er in der fünften Runde nach einem schweren rechten Aufwärtshaken die Segel streichen musste. Im Jahr 2000 bei seinem letzten WM-Fight gegen Lennox Lewis war schon Runde zwei Endstation für Botha.
Für Klitschko indes soll der Kampf nur eine Etappe auf dem Weg zu lukrativen Fights in den USA gegen endlich einmal hochkarätige Gegner sein. Denn in seiner Kampfbilanz fehlt ein großer Name. Eine gute Vorstellung oder gar ein Sieg gegen IBF- und WBC-Weltmeister Lennox Lewis, WBA-Champion John Ruiz oder die Ex-Champions Mike Tyson, Evander Holyfield und Hasim Rahman würden dem 25-Jährigen die große internationale Anerkennung geben, die ihm bislang verwehrt blieb.
Doch bis dahin muss er seinen Marktwert in den USA noch steigern und sich für die verwöhnten US-TV-Manager interessanter machen. Ob ihm das mit einem Duell gegen Botha gelingen wird, bleibt fraglich. Denn die geringe Bedeutung des Events wird durch die Tatsache unterstrichen, dass die US-TV-Sender auf die Übertragung des Events verzichten.
Auch die deutschen Fernsehzuschauer bleiben bei dem Kampfabend des Universum-Teams größtenteils ausgeschlossen, denn der Kampf wird beim Bezahlfernsehsender Premiere übertragen. Aber die Boxfans müssen am Samstagabend alles andere als in die Röhre gucken, denn in Magdeburg steht noch ein hochkarätiger Kampfabend an. Live und unverschlüsselt überträgt die ARD ab 22:45 Uhr den IBF-Titelkampf des deutschen Weltmeisters im Super-Mittelgewicht Sven Ottke gegen Rick Thornberry aus Australien.