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Mittwoch, 2002-11-20

Ottke bezwingt Markussen

Der IBF-Champion verteidigt seinen Titel und bleibt Herr der Ringe im Super-Mittelgewicht

Sven Ottke ist und bleibt Weltmeister im Super-Mittelgewicht der IBF. Vor 6.500 Zuschauern in der ARENA in Nürnberg besiegte der Champion bei seiner 16. Titelverteidigung Rudy Markussen aus Dänemark einstimmig mit 116-112 Punkten nach einem harten Kampf über zwölf Runden.
Dabei präsentierte sich der 25 Jahre alte Herausforderer in ausgezeichneter Verfassung und versuchte den zehn Jahre älteren Titelverteidiger von Beginn an unter Druck zu setzen. In der ersten Runde kam er dabei sogar einmal mit seiner gefährlichsten Waffe, dem rechten Aufwärtshaken, durch.
Doch der Weltmeister spielte seine große Erfahrung aus und kam schon in der zweiten Runde besser in den Kampf. Dennoch blieb das Duell bis zur vierten Runde ausgeglichen und Markussen wurde seiner Herausforderer-Rolle gerecht. Eine kuriose Szene erhitzte in der vierten Runde die Gemüter, als der Däne dem Champion das Bein stellte und dieser dadurch zu Boden ging. Ringrichter Robert Byrd aus den USA hatte die unfaire Aktion allerdings nicht geahndet.
Klare Dominanz ab Runde fünf
Es schien fast so, als ob der Weltmeister durch den unfreiwilligen Bodenkontakt sich noch einmal seine taktische Marschroute ins Gedächtnis rief, um sie dann entschieden umzusetzen. Denn ab der fünften Runde dominierte Ottke das Kampfgeschehen. Mit seiner linken Führhand traf er immer wieder durch die Doppeldeckung seines Kontrahenten, der im weiteren Verlauf immer zu Beginn der Runden stark aufkam, ehe der Champion wieder problemlos mit seiner Führhand die Akzente setzte. "Die Führhand hat den Kampf entschieden. Ich habe immer wieder mit der Linken getroffen und Schläge vorbereitet", analysierte so auch Ottke nach dem Duell.
In der achten und neunten Runde erwischte der Champion den Herausforderer jeweils mit einem schweren Treffer auf den Körper. Markussen, der zuvor noch nie einen Kampf über zwölf Runden bestreiten musste, wirkte in dieser Phase müde, rappelte sich in den Rundenpausen, angefeuert von seinem Trainer Poul Duvill, jedoch wieder auf.
Taktische Meisterleistung des Champions
Doch Ottke bewies wieder einmal mehr, dass er von seinem Trainer Ulli Wegner hervorragend auf den Kampf vorbereitet und eingestellt war: Er bestimmte weiter souverän den Kampf und setzte den Dänen unter Druck, so dass der 1,82 Meter große Athlet seine Reichweitenvorteile und seine gefährlichen Schwinger sowie Aufwärtshaken beim drei Zentimeter kleineren Weltmeister nicht ins Ziel brachte.
In der zwölften Runde gab der immer gefährlich gebliebene, schlagstarke Markussen noch einmal alles und suchte seine letzte Chance in einem K.o.-Sieg. Doch der ungeschlagene Routinier machte keinen Fehler mehr und gewann seinen 29. Kampf mit einer taktischen Meisterleistung. Für den Dänen war es die erste Niederlage nach 28 Ringduellen, wobei er 16-mal vorzeitig den Ring als Sieger verließ.
Markus Beyer: Markussen war sehr gefährlich
"Er hat in den ersten vier Runden ein wirkliches Feuerwerk abgefeuert. Da musste ich wirklich zittern und ordentlich rennen. Das war harte Arbeit ", äußerte sich Ottke nach dem Kampf respektvoll über den großen Beginn seines Gegners. Auch Team-Kollege und Experte der TV-Übertragung im Ersten, Markus Beyer, der am 7. Dezember um die Interim-Weltmeisterschaft des WBC im Super-Mittelgewicht gegen den Briten David Starie boxen wird, lobte die Klasse von Markussen: "Er war wirklich sehr gefährlich. Ich muss Sven loben, wie er sein Ding durchgezogen hat."
Jetzt kann sich Sven Ottke erst einmal ausruhen und seinen Sieg bei einer Kreuzfahrt mit seiner Frau Gabi und den beiden Kindern genießen, ehe er voraussichtlich im März wieder in den Ring steigen wird. Und des Boxens ist der Champion mit dem "seriösen Leben" (O-Ton Ottke) immer noch nicht müde: Nach der Vertragsverlängerung mit dem Sauerland-Team könnte im kommenden Jahr vielleicht noch ein großer Titelvereinigungskampf gegen den WBA-Champion Byron Mitchell aus den USA winken.