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Oakland: Ward siegt

Andre Ward jubelt in seiner Heimat (Fotos: Tom Casino/SHOWTIME)
Unglückliche Niederlage für Kessler beim ersten Super-Six-Fight des Dänen
Für Mikkel Kessler endet seine Reise in die Vereinigten Staaten mit einer Enttäuschung. Der Däne kassierte in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei seinem ersten Einsatz im Super Six World Boxing Classic-Turnier in der Oracle Arena in Oakland, US-Bundesstaat Kalifornien, eine technische Punktniederlage gegen den Amerikaner Andre Ward. Ringrichter Jack Reiss stoppte den Fight nach einer Minute und 42 Sekunden der elften Runde aufgrund diverser Cutverletzungen beim "Viking Warrior".
In dem mit Spannung erwarteten Fight um die WBA-Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht erwischte der Herausforderer aus den USA den besseren Auftakt. Vor 10.277 Zuschauern punktete Ward zu Beginn häufiger mit seiner Führhand zum Kopf und auf den Körper. Darüber hinaus verstand es der 25-Jährige, seinem Gegner kaum Möglichkeiten zu Treffern zu bieten. Zwar drängte ihn Kessler einige Male zurück, doch der US-Profi war durch schnelle Bewegungen mit dem Oberkörper und das Wechseln der Auslage immer wieder in der Lage, sich zu befreien.
Ab der vierten Runde peitschen die Boxfans ihren Lokalmatador immer wieder mit lauten Sprechchören nach vorne. Dabei agierte der Super-Mittelgewichtler aus Oakland nicht immer fair - Kessler musste nach einem Kopfstoß unter dem rechten Auge die erste Schwellung hinnehmen, die später zu einem kleinen Cut führte. "Ward war sehr schnell. Ich war nicht in der Lage, dem Kampf meinen Stempel aufzudrücken. Doch das lag auch an den vielen Kopfstößen", so Kessler hinterher.
Nachdem der dänische Titelverteidiger im fünften Durchgang aufkam, wirkte Andre Ward mit seinen linken Haken und rechten Geraden in der Folge wieder einen Tick effektiver. In der achten Runde wurde Mikkel Kessler aber gefährlicher. Doch der 30-Jährige musste nach einem weiteren Kopfstoß eine blutende Cutverletzung über dem linken Auge hinnehmen, die ihn auch in der Zeit danach hinderte. Im zehnten Durchgang kam eine blutende Wunde über dem rechten Auge hinzu. Wieder war es der Kopf von Ward, der die Verletzung verursachte.
Zwar versuchte sich Kessler, ab der elften Runde mit aller Macht gegen die drohende Niederlage zu stemmen, doch dazu fehlte ihm letztendlich die Gelegenheit. Denn eine Minute und 18 Sekunden vor dem Ende des Durchgangs konsultierte Referee Jack Reiss den Ringarzt, um seine Meinung zu den Cuts einzuholen. Danach brach der Ringrichter den Kampf ab, so dass die Punktzettel über den Sieg entscheiden mussten. Mit 97:93, 98:92 und 98:92 sahen die Wertungsrichter Andre Ward zu diesem Zeitpunkt vorne, damit stand er als neuer WBA-Champion fest.
"Ich habe den WM-Titel schon einmal verloren und bin mir sicher, dass ich ihn zurückhole", sagte Kessler nach dem Fight. Wilfried Sauerland gratulierte Andre Ward zum Sieg: "Seine Schnelligkeit und Technik waren beeindruckend, er hat verdient gewonnen. Doch die Kopfstöße waren nicht in Ordnung und hätten geahndet werden müssen." Das sah auch sein Sohn, Kalle Sauerland, so. "Die Niederlage ist aber kein Weltuntergang. Das ist das Tolle beim Super-Six-Turnier. Mikkel hat die Chance, sich zurückzumelden und kann das Tournament immer noch gewinnen."










