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Mittwoch, 2002-09-04

Nie: Jones-Michalczewski

Warum ein Titelvereinigungskampf im Halbschwergewicht wahrscheinlich nicht stattfinden wird

Nach dieser Forderung dürfte selbst Boxsportlaien einleuchten, warum es niemals zum Titelvereinigungskampf zwischen Roy Jones, dem Weltmeister im Halbschwergewicht der wichtigen Verbände IBF, WBA und WBC und Dariusz Michalczewski, Weltmeister der WBO kommen wird. 25 Millionen US-Dollar forderte der Superstar in einem Interview vor seinem Kampf gegen Clinton Woods aus Großbritannien am 7. September, wenn er gegen Michalczewski in Deutschland in den Ring treten solle. Zum Vergleich: Schwergewichtschampion Lennox Lewis verdiente eine Kampfbörse von 17,5 Millionen US-Dollar beim Megafight gegen Mike Tyson am 8. Juni plus der Beteiligung an den Einnahmen bei der Fernsehübertragung.

"Ich werde nicht nach Deutschland gehen, um gegen Dariusz zu kämpfen, wenn sie mir nicht 25 Millionen geben. Wenn sie mir 25 Millionen bezahlen, wäre es das wert für mich, das Risiko einzugehen, rüber zu fliegen und ihn auszuknocken. Wenn sie mein Risiko nicht honorieren, wieso sollte ich dann dorthin gehen und nach jener Erfahrung, die ich schon einmal gemacht habe, das wieder tun, das wäre verrückt", erklärte Jones, der 1988 als Amateur bei den Olympischen Spielen in Seoul (Südkorea) die Goldmedaille wegen einer Fehlentscheidung der Punktrichter zu Gunsten eines südkoreanischen Boxers nicht zugesprochen bekam.
In einem weiteren Bericht zum Interview hieß es, dass Jones nicht gerade "enthusiastisch" sei, nach Deutschland zu reisen, um gegen den 34-Jährigen anzutreten. Angeblich soll der in 46 Kämpfen ungeschlagene Michalczewski es ablehnen, in die USA zu fliegen, um gegen Jones zu boxen. Verhandlungen darüber hätten zwar stattgefunden, seinen aber gescheitert. Würde der Kampf in einem "neutralen" Land stattfinden, wolle er keineswegs auf seiner hohen Forderung bezüglich der Kampfbörse bestehen, so Jones.
"Wenn er gegen mich boxen möchte, bin ich bereit. Wenn er nicht gegen mich boxen will, kann er damit weitermachen, was er die ganze Zeit tut: Nämlich zu sagen, dass er gegen Roy Jones boxen will, aber er kommt niemals aus seinem Land heraus. Sie sagen dieses und jenes, aber wenn es darauf ankommt, dann sind sie nirgendwo mehr zu finden", sagte Jones mit einem Seitenhieb in Richtung des Teams um Michalczewski, der von Promoter Klaus-Peter Kohl von der Universum Box-Promotion gemanagt wird. Zudem sei ein Kampf gegen den WBA-Weltmeister im Schwergewicht John Ruiz, der möglicherweise im Dezember stattfinden könnte, wertvoller.
Michalczewski will vier Millionen für Kampf gegen Ottke
Angesichts der horrenden Forderung von Jones ist die völlig überzogene Kampfbörsenforderung von vier Millionen Euro für Michalczewski bei einem Kampf gegen den IBF-Champion im Super-Mittelgewicht Sven Ottke fast schon wieder verständlich. Es dürfte schwierig für jemanden sein, der es mit solchen Forderungen zu tun bekommt, nicht das Gespühr für realistische, praktikable Summen zu verlieren.
Wilfried Sauerland hatte nach der 15. Titelverteidigung von Ottke am 24. August Michalczewski zwei Millionen Euro für einen Kampf gegen Ottke geboten. Der in Polen geborene Halbschwergewichtler hatte postwendend die doppelte Summe gefordert.
Uneinigkeit besteht auch über die Modalitäten eines solchen Kampfes, da Michalczewski nicht nur in einer höheren Gewichtsklasse boxt, sondern auch nach dem Wiegen der Boxer einen Tag vor einem Kampf regelmäßig kräftig zulegt. Sven Ottke hatte aus Gründen der Chancengleichheit angeregt, dass das Wiegen am Kampftag stattfinden solle.