Deutsch English
30.03.2017
Top-Thema

Zeuge siegt!

Trotz Kampfabbruch: Zeuge weiterhin WBA-Weltmeister

Ergebnisse Potsdam

Alle Resultate vom 25. März aus der MBS Arena im Überblick

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Donnerstag, 2003-05-22

McCline besteht auf Börse

Schwergewichtler Jamel McCline möchte 1,5 Mio für einen Kampf gegen Wladimir Klitschko - nicht mehr und nicht weniger

Lange genug habe er immer nur die zweite Geige gespielt und Kämpfe auf sich genommen, in denen ihn die Experten als den klaren Außenseiter sahen. Deshalb möchte Jameel McCline von seiner Forderung von 1,5 Millionen US-Dollar vom amerikanischen TV-Sender HBO für einen Kampf gegen den WBO-Champion im Schwergewicht Wladimir Klitschko keinen Deut abweichen. Der Pay-TV-Sender hatte dem 32-Jährigen und seinem Promoter Cedric Kushner 1,1 Millionen nach einem Verhandlungsmarathon über drei Wochen geboten.
"HBO ist jetzt wieder am Zug. Wir denken, der Kampf ist 1,7 Millionen US-Dollar wert. Wenn wir uns bei 1,5 Millionen treffen würden, würden wir den Kampf machen", sagte McCline gegenüber dem Internetportal Secondsout und erklärte weiter: "Meine Ratgeber haben mir gesagtJameel, du machst dies schon seit eineinhalb Jahren. Du hast zu wenig Geld genommen, nur um Gelegenheiten zu bekommen. Jetzt reicht es, lass dir deinen Wert bezahlen."
Von einem Sieg gegen den WBO-Weltmeister wäre "Big Time", so der Kampfname von McCline, überzeugt: "Ich dachte, es wäre ein großer Kampf und ich dachte definitiv, dass ich den Kampf gewinnen könnte. Ich dachte, er wird schon irgendwie auf irgendeinem Weg stattfinden. Wir wollten ihn aber einfach nicht für weniger bekommen, als ich wert bin."
Spätzünder mit großem Finish
Der Athlet aus Clifton, New Jersey, war erst spät mit 25 Jahren in seine erfolgreiche Karriere als Profiboxer ohne Amateurerfahrung gestartet. Nach den ersten fünf Kämpfen besaß McCline eine Kampfbilanz, die ihm allenfalls noch zu einem Dienst als Aufbaugegner gereicht hätte: Zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden war das niederschmetternde Ergebnis für den Spätzünder, der seinen ersten Profikampf im Jahre 1995 bestritt.
Doch seit seinem fünften Kampf gab er kein Ringduell mehr verloren und zumindest seine letzten drei Gegner hatten Weltklasseformat. Mit Michael Grant im vergangenen und Shannon Briggs in diesem Jahr, schaltete er Boxer aus, die schon gegen Lennox Lewis um die Weltmeisterschaft boxen durften.
Im Dezember besiegte er Lance "Goofi" Whitaker, einen Kontrahenten, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach ganz oben war. Mittlerweile kann der 1,98 Meter große McCline 28 Siege in seiner Karriere vorweisen, 16 davon erstritt er vorzeitig. Geblieben ist der Makel der zwei Niederlagen zum Beginn seiner Laufbahn. Dem ersten Unentschieden folgten noch zwei weitere ausgeglichene Duelle.
McCline hofft und bleibt weiter im Training
Unter Wert will er sich nicht mehr verkaufen. Doch noch hat McCline die Hoffnung auf die Chance seines Lebens, den Kampf gegen den 26 Jahre alten Ukrainer, nicht aufgegeben: "Ich bin immer noch im Gym, ich bin immer noch im Trainingscamp. Vielleicht ist es auch ein Teil ihrer Masche, um mir die Basis abzugraben, und dann kommen sie zurück und sagen wir haben das Geld, das du haben wolltest, um mich auf dem falschen Fuß zu erwischen. Ich müsste mich dann wieder aufrappeln, um wieder in Form zu kommen und meinen Zeitplan einzuhalten."
Von den bisherigen Gegnern seines möglichen Kontrahenten Wladimir Klitschko hält der Amerikaner nicht viel, dennoch respektiert er Klitschko: "Ja, er ist ein großer Boxer und Wladimir hat einige gute und große Namen ausgeknocked. Aber dennoch waren dies alles Namen der zweiten Liga: David Bostice, Francois Botha und ein 41 Jahre alter Ray Mercer. Verstehen sie mich nicht falsch, aber er sah schrecklich aus in dem Kampf." Klitschko hatte Mercer im Juni in Atlantic City durch technischen K.o. in der sechsten Runde bezwungen.
Sollte der Kampf gegen den WBO-Champ nicht stattfinden, dann könnte es unter Umständen zu einem Kampf gegen den WBA-Champion John Ruiz kommen. Vorsorglich hat Promoter Kushner schon einmal Gespräche mit Don King, der Ruiz managt und vertritt, aufgenommen. Der Schwergewichts-Weltmeister soll jedoch erst gegen den König im Halbschwergewicht, Roy Jones, am 7. Dezember in den Ring steigen. Ob dann McCline nach einem solchen Duell noch die Chance bekommen kann, bald in das Geschehen um die Weltmeisterschaften der verschiedenen Verbände einzugreifen, ist ungewiss.