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Sonntag, 2003-09-28

Max Schmeling wird 97!

Herzlichen Glückwunsch an Max Schmeling, der heute Geburtstag feiert

Max Schmeling wird 97 Jahre alt! Die lebende Legende des deutschen Boxsports schrieb mit seinem WM-Sieg gegen Jack Sharkey 1930 und seinem sensationellen K.o.-Erfolg gegen den damals als unbesiegbar geltenden Joe Louis Boxgeschichte. Schon zu Lebzeiten ist Schmeling ein Denkmal geworden. Einfach und bescheiden sowie fern von jeglichen Skandalen ist er immer der Inbegriff es "anständigen Kerls" geblieben.
Geboren wurde er 1905 in Klein-Luckow und stammt aus einfachen Verhältnissen. Aufgewachsen ist er in Hamburg. Nachdem er eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte, arbeitete er später in Köln bei einem Tiefbauunternehmen. In der Domstadt trat er 1923 in den Boxclub Köln Mühlheim ein. Ein Jahr später unterlag er erst im Finale der Deutschen Meisterschaften der Amateure im Halbschwergewicht. Seinen ersten Profikampf bestritt Schmeling kurz darauf im Alter von 18 Jahren. Mit einem K.o.-Sieg gegen Jan Czapp in der sechsten Runde verdiente er sich dabei im Jahre 1924 ganze 80 Reichsmark.
1926 wechselte er nach Berlin, wo er sich am 25. August den Deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht mit einem K.o.-Sieg gegen Max Dieckmann holte. Nur ein knappes Jahr später wurde Schmeling als erster deutscher Profi Europameister im Halbschwergewicht. Am 4. April 1928 gewann er gegen den deutschen Schwergewichtsmeister Franz Diener nach Punkten und suchte danach mit seinem Manager Joe Jacobs neue Herausforderungen in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: erste WM-Chance gegen Sharkey
Nach fünf Aufbaukämpfen, die er im Jahre 1929 alle gewann, kam er am 12. Juni 1930 in New York zu seinem ersten WM-Kampf. Gegen Jack Sharkey wurde Schmeling erster und bislang einziger deutscher Weltmeister im Schwergewicht. Nach einem Tiefschlag wurde Sharkey in Runde vier disqualifiziert – Schmeling war zu Boden gegangen. Zum Titel gewann er die damals unglaubliche Summe von einer Million US-Dollar.
Den Makel, nur durch Disqualifikation gewonnen zu haben, machte der 1,87 Meter große Athlet mit seiner ersten erfolgreichen Titelverteidigung gegen den harten Puncher "Young" Stribling mit seinem Sieg über 15 Runden wieder wett. Schmeling wurde dabei in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio als Weltmeister aller Klassen gefeiert und anerkannt.
Rückkampf gegen Sharkey
Am 22. Juni 1932 kam es zum Rückkampf gegen den verbitterten Sharkey.
Schmeling dominierte und es schien so, als ob er den Kampf eindeutig gewinnen würde. Doch die Punktrichter waren sich nicht einig und stimmten nach 15 Runden zur allgemeinen Überraschung mehrheitlich und skandalös für den Herausforderer. Ex-Weltmeister Gene Tunney, der ungeschlagene Vorgänger von Schmeling, bezeichnete das Fehlurteil "als großes Unglück für unseren Sport".
Der Schwergewichtler musste erst einmal diese ungerechtfertigte Niederlage verdauen. Nach einem Sieg sollten zwei weitere Kämpfe verloren gehen, ehe Schmeling sich wieder berappelte: Vor 100.000 Zuschauern, dem wohl bis heute größtem Publikum jemals bei einem Boxkampf in Europa, besiegte er die neue deutsche Schwergewichtshoffnung Walter Neusel am 26. August 1934 durch K.o. in Runde neun.
WM-Ausscheidung gegen Joe Louis
Nach zwei weiteren siegreichen Ringduellen sollte es zum WM-Ausscheidungskampf gegen den in 27 Kämpfen bis dato unbesiegten und unschlagbar geltenden Boxer Joe Louis kommen. Für Boxexperten und das Publikum völlig unerwartet schlug Schmeling am 19. Juni 1936 in New York vor 60.000 fassungslosen Zuschauern im Yankee Stadium seinen Gegner mit seiner gefürchteten Rechten in der zwölften Runde K.o.
Doch dann kam es für ihn, wie er selber später einmal sagte, zur "größten Enttäuschung als Sportler": Offiziell qualifiziert für einen erneuten WM-Kampf gegen den relativ schwach eingeschätzten James Braddock, brach dieser den schon geschlossenen Vertrag über den WM-Kampf und stieg 1937 gegen Louis in den Ring, dieser siegte und wurde Weltmeister.
Nach zwei weiteren Siegen kam es zum erneuten Showdown zwischen Schmeling und Louis am 22. Juni 1938 in New York. Dieses Mal ging es um die WM-Krone. Schmeling wurde in den USA im Vorfeld des Kampfes als Nationalsozialist des Hitler-Deutschlands abgestempelt - die amerikanischen Volkesseele kochte dementsprechend.
Tatsächlich versuchte Schmeling stets, sich von der irrsinnigen Ideologie der Nazis nicht vereinnahmen zu lassen und setzte sich in seinem Umfeld für seine Mitmenschen jüdischen Glaubens ein. So stellte er sich auch der von den Nationalsozialisten geforderten Trennung von seinem Manager Joe Jacobs entgegen.
Weltmeisterschaft gegen Louis
Doch zurück nach New York. Wieder war das Yankee Stadium die Austragungsstätte: Der von Beginn an auf Schmeling losstürmende Louis vernichtete seinen Gegner unter dem Jubel der Zuschauer schon zum Ende der ersten Runde. Der Traum vom zweiten WM-Titel war geplatzt. Zurück in Deutschland holte er sich im folgenden Kampf noch einmal den EM-Titel am 2. Juli 1939 in Stuttgart gegen Adolf Heuser. Es sollte sein letztes großes Duell um einen internationalen Titel sein. Ein möglicher dritter Kampf gegen Louis wurde durch die Schrecken und Wirren des zweiten Weltkrieges zunichte gemacht.
Nach Ende des Krieges stand Schmeling vor dem Nichts. Seine Wertpapiere waren nichts mehr wert, seine Häuser zerstört oder enteignet. 1947 folgte daraufhin sein Comeback im Ring mit fünf weiteren Kämpfen: unter anderem erneut gegen Walter Neusel, 14 Jahre nach ihrem ersten Aufeinandertreffen. Schmeling verlor nach Punkten.
Erfolgreiches Berufsleben nach Karriereende
Die Einnahmen dieser Ringduelle wurden zur Basis seines späteren Berufserfolges. Der "schwarze Uhlan" erlangte in den 50-er Jahren über einen alten Freund aus US-Zeiten eine Lizenz von Coca Cola und ist seither mit seiner Firma "Max-Schmeling & Co. KG" in der Gertränkeproduktion erfolgreich tätig.
Seine letzte Ringschlacht verlor er am 31. Oktober des Jahres 1948 in Berlin im Alter von 43 Jahren gegen den acht Jahre jüngeren Richard "Riedl" Vogt nach Punkten. In seiner Kampfbilanz stehen insgesamt 56 Siege, zehn Niederlagen und vier Unentschieden. boxen.com gratuliert dem größten deutschen Schwergewichtler aller Zeiten und wünscht ihm allerbeste Gesundheit! Danke, Max Schmeling!