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Donnerstag, 2006-01-26

Marco Huck im Interview

"Mein Gegner muss sich auf mich einstellen"


Marco Huck gegen Michael Simms (USA)
Für den Cruisergewichtler Marco Huck verliefen die letzten 15 Monate wie im Rausch. Im Eiltempo erkämpfte der Schützling von Erfolgstrainer Ulli Wegner nach seinem Profidebüt im November 2004 zwölf Siege und stieß in die Top 15 der WBO-Weltrangliste vor. Vor dem in Bielefeld aufgewachsenen Athleten liegt somit ein interessantes Jahr. Am 28. Januar steht die erste Bewährungsprobe 2006 auf dem Programm: Im Berliner Tempodrom trifft der 21jährige auf den Rumänen Claudio Rasco. Der sechs Jahre ältere Kontrahent, der im kanadischen Toronto lebt, kommt mit einer respektablen Bilanz nach Deutschland. Von elf Profifights gewann er neun, zuletzt verließ er den Ring dreimal in Folge als Sieger. Vor dem Aufeinandertreffen in Berlin traf boxen.com Marco Huck zum Gespräch.
boxen.com: Marco, ist Ihnen ein bisschen bange vor dem Fight gegen Rasco?
Marco Huck: Bange? Das Wort kommt in meinem Wortschatz gar nicht vor… Im Ernst: Warum sollte ich Angst haben?
boxen.com: Ihr Gegner ist mit 1,96 Meter ein Riese – 12 Zentimeter größer als Sie.
Marco Huck: Das ist er wohl. Aber Größe ist beim Boxen ja schließlich nicht alles. Natürlich wird es wichtig für mich sein, immer wieder die Distanz zu überbrücken und dann zu Treffern zu kommen. Viel mehr kann ich allerdings nicht zu seinen Stärken und Schwächen sagen, da ich ihn bisher noch nicht boxen gesehen habe.
boxen.com: Haben Sie sich denn nicht einmal ein Videotape des Gegners angeschaut?
Marco Huck: Nein, für mich ist das auch nicht so wichtig. Claudio Rasco wird sich mehr auf mich einstellen müssen. Er wird mich im Ring kennen lernen.
boxen.com: Das klingt fast, als würden Sie Ihren Kontrahenten unterschätzen?
Marco Huck: Nein, das tue ich nicht. Doch die Vorbereitung für diesen Kampf verlief sehr gut. Im Training der letzten Wochen habe ich wieder eine Menge dazu gelernt. Ich hatte die Möglichkeit, mich mit vier verschiedenen Sparringspartnern vorzubereiten. Meine Beinarbeit hat sich verbessert und ich merke, dass ich auch boxerisch immer mehr Akzente setze. Somit bin ich am Samstagmittag bestens vorbereitet aus dem Trainingslager in Kienbaum nach Berlin gereist.

Marko Huck vs. Rüdiger May
boxen.com: Mit zwölf Siegen haben Sie bereits einen imposanten Kampfrekord. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass Ihnen alles noch nicht schnell genug geht…
Marco Huck: Ja, da ist etwas dran. Nach den letzten Erfolgen gegen Rüdiger May und Michael Simms bin ich unglaublich motiviert und möchte so schnell wie möglich nach oben. Ich bin bereit, gegen die ganz großen Namen meiner Gewichtsklasse zu kämpfen. Die Weltmeister O’Neil Bell und Johnny Nelson kochen auch nur mit Wasser. Für einen Cruisergewichtler bin ich extrem schnell. Warum sollte ich mich also verstecken?
boxen.com: Ist es denn realistisch, noch in diesem Jahr um internationale Ehren zu boxen?
Marco Huck: Diese Frage muss Ihnen eigentlich mein Management beantworten. In Absprache mit Trainer Ulli Wegner wird man entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Ich bin noch sehr jung, deshalb habe ich auch noch Zeit, mich zu entwickeln. Ich selbst vertrete natürlich eher den Standpunkt: je schneller, desto besser. Damit ich in absehbarer Zeit um eine WM kämpfen kann, muss ich mich in den Ranglisten der führenden Boxweltverbände durch Erfolge weiter nach vorn kämpfen. Irgendwann kommt man dann an mir nicht mehr vorbei.

Marco Huck und Sänger Ayman
boxen.com: Am 17. Dezember lief erstmals ein Kampf von Ihnen in voller Länge bei "Boxen im Ersten". Hat das Ihrer Popularität gut getan?
Marco Huck: Ja, auf jeden Fall! Das Sauerland-Team und unser Fernsehpartner ARD waren sehr zufrieden, und ich natürlich auch – über drei Millionen Zuschauer haben den Kampf gegen Michael Simms verfolgt, obwohl er erst nach ein Uhr in der Nacht gezeigt wurde. Das entsprach einem Marktanteil von 33 Prozent. Ich habe sehr viel positive Resonanz bekommen. Kurznachrichten aufs Handy, Fanpost, E-Mails, Autogrammwünsche, all das hat doch erheblich zugenommen. Das macht mich natürlich froh und auch ein bisschen stolz, ist aber gleichzeitig auch Verpflichtung weiter zu arbeiten, um die Fans und alle in meinem Team, die immer an mich geglaubt haben, nicht zu enttäuschen.
boxen.com: Marco, alles Gute für den Kampf am Samstag und vielen Dank für das Gespräch.