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Montag, 2009-01-26

Licinia knockt Herrera aus

Erfolgreiche Titelverteidigung des IBF-Intercontinental-Champions

Schon vor dem Auftritt von Europameister Käpt´n Huck bekamen die Fans in der erdgas arena einen spektakulären K.o. zu sehen: IBF-Intercontinental-Champion Enad Licina besiegte den brandgefährlichen Kolumbianer Jose Luis Herrera vorzeitig. Dabei hatte der Schützling von Manfred Wolke nach einem Niederschlag in der ersten Runde gar nicht wie der Sieger ausgehen. "Wie Enad zurück in den Kampf gekommen ist, das war schon sensationell", lobte Manager Wilfried Sauerland hinterher. "Er hat eine enorme Moral bewiesen."

Licina landete zahlreiche Treffer

 

Doch der Reihe nach: Von der ersten Sekunde an schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Herrera zeigte sogleich, weshalb er alle seine 16 Siege durch K.o. eingefahren hat, und attackierte Licina aggressiv. Statt ruhig den Kampf aufzubauen, schlug der 29-Jährige munter mit. Zwar landete er gleich zu Beginn mehrere Rechte, fand sich jedoch nach einem Konter – einer Rechten an die Schläfe – auf dem Ringboden wieder. "Ich habe zu Beginn einen großen Fehler gemacht", analysierte Licina hinterher. "Das war eine wertvolle Erfahrung und ich werde meinen Lehren daraus ziehen."

Herrera musste viel einstecken

Sehr zur Freude der Zuschauer prügelten beide Kontrahenten in den folgenden Runden ohne Rücksicht auf Verluste weiter aufeinander ein. Immer wieder traf Licina mit seiner starken Rechten, musste aber auch harte Hände seines Gegners nehmen. "Erst als ich auf meinen Trainer gehört habe und mich an die Taktik gehalten habe, wurde es besser", so Licina. In der Tat: Ab der vierten Runde agierte Licina cleverer. Mit seiner Führhand hielt er Herrera auf Distanz und trieb ihn immer wieder in die Ecke. Ende der Fünften landete er eine harte Schlagserie, doch der Herausforderer konnte sich über die Zeit retten. Auch in der Sechsten traf Licina mit harten Rechten, nahm jedoch auch einen Konter seines Gegners.

Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts

 

In der Achten dann die Entscheidung: Wieder schlug eine der zahlreichen Rechten bei Herrera ein. Der Kolumbianer sackte zusammen und konnte sich nur mit größter Mühe wieder berappeln. Als er nach einer weiteren furiosen Schlagserie verteidigungsunfähig in den Seilen hing, nahm ihn der Ringrichter aus dem Kampf. Licina: "Ich bin sehr stolz, auf diese Art und Weise zurückgekommen zu sein. Ich habe mich durchgebissen, denn ich wollte um jeden Preis siegen. Herrera war ein äußerst starker Gegner. Ich werde nun den Kampf in Ruhe analysieren."

In der achten Runde war der Kampf dann vorbei (Fotos: SE und Photo Wende)

Mit gemischten Gefühlen verfolgte Trainer Manfred Wolke das spannende Gefecht. "Dieser Kampf ist überhaupt nicht nach meinen Vorstellungen verlaufen", so der Olympiasieger. "Enad ist eigentlich ein sehr intelligenter Boxer, der dem Gegner die Härte nehmen kann, aber heute hat ihn der Ehrgeiz aufgefressen. Er hätte nicht den Schlagabtausch suchen dürfen. Doch dann hat er gezeigt, was ihn auszeichnet. Er kann an seine Grenzen gehen und ist unter Druck in der Lage, den Kampf umzudrehen." Lob gab es auch vom Gegner. "Licina kann wirklich unglaublich hart schlagen", so Herrera. "Ich habe mich am Anfang zu sehr verausgabt. Ich dachte, ich hätte ihn, aber das war nicht der Fall. Er ist stark zurückgekommen und hat mich erwischt. So ist Boxen."