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Montag, 2002-06-10

Lewis-Jab vs. Tyson-Haken

Lennox Lewis spricht auf seiner Pressekonferenz über sein erstes Treffen mit Mike Tyson

Cus DAmato, der Entdecker, väterliche Freund und Trainer von Mike Tyson sagte 1983 zu Lennox Lewis: "Euch hat das Schicksal bestimmt, dass ihr als Profis gegeneinander boxen werdet." Am 8. Juni wird die Vision des 1985 verstorbenen DAmato wahr: Lennox Lewis trifft in Memphis auf Mike Tyson im Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht.
Damals suchte der Amateurtrainer und Adoptivvater von Lewis Arnie Boehm verzweifelt nach Sparringspartnern zur Vorbereitung auf die Junioren Weltmeisterschaften, wobei sie auf den 17-Jährigen Mike Tyson und dessen Coach in Catskills, New York, stießen. Die beiden Trainer einigten sich, dass die Boxer sich gegenseitig helfen und zusammen trainieren sollten.
Lewis teilte damals eine Woche lang das Zimmer mit Tyson. Die beiden nahmen gemeinsam Mahlzeiten ein, liefen zusammen, boxten zusammen, sprachen miteinander und schauten sich gemeinsam alte Boxkämpfe an. Als sich die beiden das erste Mal im Ring gegenüberstanden, endete jedoch die freundschaftliche Atmosphäre:
"Am ersten Tag, als wir in den Ring stiegen, um miteinander zu sparren, ging dieser Typ, der wie eine Katze durch den Ring hetzte, auf mich los und versuchte mich auszuknocken. Also gab ich ihm meine Muhammad Ali Vorstellung und ich tanzte herum und boxte. Wir haben vier Tage lang sehr gut trainiert und Mike Tyson hat mich in dieser Zeit nicht einmal ausgeknocked. Er sorgte bei mir für eine dicke Lippe, aber ich sorgte bei ihm für ein blutenden Mund. Nach dem ganzen Sparring und Training sagte Cus DAmato eine Sache, die mir immer im Gedächtnis blieb. Er sagte eines Tages werden du und Mike Tyson aufeinandertreffen", erzählte Lewis am gestrigen Mittwoch bei seiner Pressekonferenz in einem Casino am Ufer des Mississippi in Tunica bei Memphis.
Lewis holte kurz darauf in der Dominikanischen Republik den Weltmeistertitel der Junioren für sein Geburtsland Kanada. "Die Zeit verging und ich dachte nicht, dass das wahr würde, doch jetzt ist es wahr geworden. Ich sage voraus, dass dieser Samstag wirklich explosiv wird, ähnlich wie damals. Das einzige was anders sein wird, ist, dass ich ihm keine Muhammad Ali Vorstellung vermitteln möchte, ich werde ihm eine Impression von Lennox Lewis vermitteln. Ich bin ein Spezialist als Berufsboxer und ich werde da reingehen und das tun, was sich in der Natur des Kampfes entwickelt. Ich bin sehr konzentriert und sehr positiv eingestellt. Ich kann es nicht erwarten, ich freue mich darauf", so Lewis.
Der Champion wirkte ruhig und zuversichtlich, als er über den Kampf am kommenden Samstag sprach. Danach verbrachte er noch einige Zeit im Ring und trainierte für die Fotografen mit seinem Trainer Emanuel Steward.
Während Lewis bei seiner Pressekonferenz sprach, traf sich sein Kontrahent mit Kindern und beantwortet Fragen, die kein Reporter stellen hätte dürfen: "Wieso hast du Evander Holyfield ein Stück vom Ohr abgebissen?" Tyson entgegnete lachend: "Das ist eine lange Zeit her."
Der frühere Schwergewichtsweltmeister hatte einen Tag zuvor bei seinem Pressemeeting kein Wort gesagt. Die Journalisten konnten nur seinem Training für kurze Zeit beiwohnen. Tyson gilt das erste Mal in seiner Karriere nicht als Favorit. In den letzten fünf Jahren musste er insgesamt nur über 18 Runden in seinen Kämpfen boxen. In der selben Zeitspanne hat Lewis zwölf Kämpfe um den WM-Titel bestritten und ist abgesehen von seiner K.o.-Niederlage gegen Hasim Rahman im vergangenen Jahr in der Form seines Lebens.
"Mein Jab wird knallend sein. Er hat noch niemals zuvor einen Boxer wie Lennox Lewis gesehen. Er hat niemals zuvor einen Jab wie meinen gesehen. Niemand hat einen Jab, wie ihn Lennox Lewis hat", erklärte der Weltmeister der Verbände IBF und WBC.
Am Samstag werden die Boxfans der ganzen Welt sehen, ob Lewis den besten Jab der Welt hat und sich den sicherlich in den ersten vier Runden wild anstürmenden Mike Tyson vom Leibe halten wird. Denn Tysons Ziel wird es sicher sein, einen K.o.-Sieg in den ersten vier Runden mit seinem gefährlichen linken Haken zu erzielen, obwohl sein Trainer Ronnie Shields nicht müde wird zu erklären, dass sein Schützling auf zwölf Runden vorbereitet sei. Die Worte sind gesprochen, jetzt folgen die Taten.