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Dienstag, 2002-03-26

Lastminute-Lewis

Lennox Lewis unterschreibt den Vertrag zum Kampf gegen Mike Tyson kurz vor Ablauf der Frist

Alles, was Shelly Finkel am Montagabend zu seinem Glück noch gefehlt hatte, war die Unterschrift von Lennox Lewis unter dem Kampfvertrag mit seinem Kunden Mike Tyson. Denn eigentlich war der Weg geebnet und die Steine gerade weggeräumt, um den größten - zumindest finanziell - Boxkampf aller Zeiten zu verkünden. Für seinen Mandanten hatte Finkel die Boxlizenz für Memphis im US-Bundesstaat Tennessee in der Tasche. Soeben war der Fernsehsender Showtime gewonnen worden, für die Summe zur Austragung des Events in der Pyramid Arena in Memphis mit aufzukommen, nachdem eine Bank am Freitag abgesprungen war. Einzig und allein die Unterschrift des Champions fehlte. Doch dieser nahm sich die Zeit, alles noch einmal sehr genau zu überlegen und womöglich noch einmal ein Gegenangebot von Don King über andere Kämpfe zu prüfen. Punkt 18.00 Uhr Ortszeit hatte sich Lewis in seinem Urlaubsdomizil in Jamaika entschieden und setzte seine Signatur unter den Kontrakt. Die Tinte war kaum trocken, als das Fax bei den Vertretern der Boxer und Organisatoren des Megaevents in Memphis einging.
Bis zuletzt war die Entscheidung eine Zitterpartie. Denn am Abend wären die Fristen abgelaufen, wenn der Kampf Lewis gegen Tyson bis dato nicht fixiert worden wäre: Lewis hätte den IBF-Titel niederlegen müssen und Chris Byrd, die Nummer eins der IBF-Weltrangliste, hätte sich einen Gegner für den Kampf um die IBF-Krone suchen dürfen. "Wir waren sicher, dass keine Streitfrage mehr offen war und als der Montag kam und er noch nicht unterschrieben hatte, wurden wir ein kleines bisschen nervös", erzählte Finkel. "Du machst dir die ganze Zeit Sorgen. Warum hat er nicht unterschrieben? Ist er einfach unmöglich oder möchte er uns schwitzen lassen? Hat er eine neue Forderung? Du weißt es einfach nicht. Aber jetzt ist alles geschafft und alles ist gut", sagte der erleichterte Finkel der Presse.

Die Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt wird es freuen. Denn wenn am 8. Juni die beiden Kontrahenten in den Ring steigen, soll dies nicht das einzige Aufeinandertreffen der Schwergewichtler bleiben: Die Athleten haben nämlich im Vertragswerk einen Rückkampf vereinbart: Wenn Lewis gewinnt, darf er im Anschluss einen Kampf gegen einen anderen Gegner bestreiten, wahrscheinlich wäre dies ein Kampf gegen den offiziellen Herausforderer der IBF, eben jener Chris Byrd. Sollte Lewis diesen Kampf gewinnen, würde sein nächster Gegner wieder Tyson heißen. Sollte dieser das erste Match gewinnen ist er verpflichtet, Lewis einen direkten Rückkampf zu gewähren. Das würde bedeuten, das Tyson den IBF-Titel niederlegen müsste und nur noch seinen WBC-Titel dann gegen Lewis verteidigen würde.
Ein weiteres Aufeinandertreffen der beiden vor dem Klang des ersten Gongs am 8. Juni ist eher unwahrscheinlich. Denn auf die Frage, ob ein solches Meeting zwecks Promotion für den Kampf geplant sei, antwortete Finkel: "Wahrscheinlich nicht. Ich nehme es nicht an. Sie werden sich vermutlich erst im Ring wieder treffen."