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Donnerstag, 2002-09-19

Krajnc: Naht Karriereende?

Dem Ex-Weltmeister Armand Krajnc droht das Ende seiner Karriere als Profiboxer

Der frühere Weltmeister der WBO im Mittelgewicht Armand Krajnc aus Schweden soll auf ärztliches Anraten seinen Rücktritt vom aktiven Boxsport erklärt haben. Dies meldet die amerikanische Internetsite Boxingtalk, die sich auf einen Zeitungsbericht der schwedischen Tageszeitung "Aftonbladet" beruft. Die Universum Box-Promotion aus Hamburg, bei der der 29-Jährige unter Vertrag steht, dementierte jedoch die Meldung. Vielmehr soll es in der kommenden Woche in Schweden eine Pressekonferenz geben, "um die Sache klar zu stellen und zu erklären, wie sich Krajnc seine Zukunft nach dem verlorenen Kampf vorstellt", so Eckhard Klein von der Universum Box-Promotion.
Krajnc hatte am vergangenen Samstag im Rahmen der WM-Titelverteidigung seines Stallkollegen Dariusz Michalczewski völlig überraschend seinen Kampf gegen den Russen Sergej Tatevosian durch technischen K.o. in der siebten Runde verloren. Nach dem Kampf wurde der Schwede sofort ins Krankenhaus eingeliefert, da er Konzentrationsprobleme hatte. Bei der Untersuchung wurden, laut Medienbericht, zwei Blutgerinnsel in seinem Gehirn festgestellt. Der Ex-Champ verlor nicht das Bewusstsein und die Verletzungen scheinen nun weniger dramatisch als zuerst vermutet, doch wurde ihm offenbar geraten, sofort mit dem Boxsport aufzuhören.
"Ich habe sehr viele Boxer während meiner Karriere ausgeknocked und sie waren alle wohl auf danach. Nun passiert mir es einmal und ich liege nun hier. Es ist eine schreckliche Situation", sagte Krajnc.
Der Schwede glaubte, dass eigentlich im Training alles nach Plan lief, aber als er am Samstag in den Ring stieg, kam er einfach nicht in seinen alten Rhythmus hinein und fühlte sich, als stünde er neben sich. Von seinem Promoterunternehmen Universum Box-Promotion habe er nichts gehört. Er wisse überhaupt nicht, wie es nun weitergehe und wer die Rechnung für die teuren Behandlungen bezahlen werde. Krajnc leide unter schrecklichen Magenschmerzen und müsse sich ständig übergeben, wenn er versucht, Nahrung aufzunehmen.
Vorwürfe seien absurd
Eckhard Klein von der Universum Box-Promotion wundert sich unterdessen über die Vorwürfe: "Wir haben uns jeden Tag um ihn gekümmert. Die Vorwürfe sind absurd. Außerdem wird Krajnc schon morgen aus dem Krankenhaus entlassen. Bei seiner Verletzung handelt es sich um eine Gehirnerschütterung, die keinesfalls ein Karriereende nötig macht. Dieses hat mir der behandelnde Arzt, Dr. Hoffmann, bestätigt."
Krajnc habe außerdem gegenüber Klein am Telefon gesagt, dass ihn unendlich viele Journalisten angerufen hätten und alles Mögliche wissen wollten. Er habe allerdings nie gesagt, dass er zurücktreten werde.
Die Niederlage in der Volkswagenhalle in Braunschweig war nach 26 Siegen erst die zweite in seiner Profiboxkarriere. Krajnc hatte den Weltmeistertitel der WBO im November 1999 gewonnen und danach unter anderem gegen seinen Stallkollegen Bert Schenk aus Berlin verteidigt. Im April verlor er den WM-Gürtel an Harry Simon aus Namibia durch eine Punktniederlage nach zwölf Runden. Der Kampf am Samstag war sein erster Auftritt nach diesem verlorenen Duell.