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Montag, 2006-07-31

Koc vs. Hoffmann

Stallduell der Schwergewichte

Für zwei Schwergewichte des Sauerland-Teams geht es in ihrem nächsten Kampf um alles: Cengiz Koc (Berlin) und Timo Hoffmann (Frankfurt an der Oder) werden sich bei der Internationalen Boxgala am 23. September in einem brisanten Stallduell gegenüber stehen. Dem Verlierer des Kampfes, der voraussichtlich in Mülheim an der Ruhr stattfinden wird, droht das Karriereende.

Cengiz Koc

Timo Hoffmann
"Stallduelle sind in unserem Team nicht unbedingt üblich", erklärt Sauerland-Sportdirektor Hagen Doering, "aber Koc und Hoffmann haben zuletzt wichtige Titelkämpfe verloren und stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Insofern macht dieser Kampf Sinn, und für die Zuschauer wird es sicher auch interessant."
Cengiz Koc hatte im Januar im Berliner Tempodrom den EM-Kampf gegen den Italiener Paolo Vidoz klar nach Punkten verloren. Schon damals war über das Ende seiner Karriere spekuliert worden. "Aber so wollte ich mich nicht verabschieden", sagt der 28-Jährige rückblickend. "Ich will noch einmal angreifen, bin sehr motiviert und stehe gut im Training." Seine Chancen gegen den mit 2,02 Meter 17 Zentimeter größeren Hoffmann sieht der Berliner gut: "Ich kenne Timo schon lange, wir haben oft Sparring miteinander gemacht. Und da sah ich immer gut aus."
Paolo Vidoz hatte auch für Timo Hoffmann eine entscheidende Bedeutung. Nachdem er seinen Trainer Manfred Wolke verlassen und nach Amerika zu Buddy McGirt gewechselt war, unterlag er dem Italiener im Juni 2005 im Kampf um die Europameisterschaft überraschend nach Punkten. Noch im Sommer kehrte Hoffmann zu Manfred Wolke zurück, um einen Neubeginn zu starten, konnte aber auch in den folgenden Kämpfen nur selten überzeugen. "Seine Leistungskurve zeigt jetzt nach oben", schätzt Wolke ein, "und ich hoffe, dass sich Timo der Bedeutung dieses Kampfes bewusst ist."


Manfred Wolke

Ulli Wegner
Das Stallduell bringt zwangsläufig auch das Aufeinandertreffen der Erfolgstrainer Ulli Wegner und Manfred Wolke mit sich. Vorteil Wegner: Er war einmal Hoffmanns Trainer und kennt ihn bestens.
"Für beide Boxer ist es ein absolut entscheidender Kampf", sagt Wegner, "und dementsprechend wird es zur Sache gehen. Stallduelle enden für eine Seite immer bitter. Das haben wir bei Veit gegen Brähmer gesehen, auch bei Erdei gegen Ullrich. Und das wird beim Kampf von Cengiz gegen Timo auch so sein."