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Klitschko siegt in Moskau

Vitali Klitschko, WBC-Weltmeister im Schwergewicht (Foto: ASE)
Charr muss sich nach einer Cutverletzung vorzeitig geschlagen geben
Eiserner Willen und ein großes Kämpferherz reichen manchmal nicht aus, um sich den Traum vom WM-Titel zu erfüllen! Diese bittere Erfahrung musste in der Nacht von Samstag auf Sonntag der in Köln lebende Schwergewichtler Manuel Charr machen. Der 27-Jährige unterlag in Moskau im Kampf um die WBC-Weltmeisterschaft dem amtierenden Champion Vitali Klitschko vorzeitig. Ringrichter Guido Cavalleri brach den WM-Kampf aufgrund einer stark blutenden Cutverletzung bei Charr nach Rücksprache mit dem Ringarzt in der vierten Runde ab.
Doch auch zuvor hatte es nach einem klaren Erfolg des ukrainischen Titelverteidigers ausgesehen. Klitschko agierte vor allem zu Beginn im Vorwärtsgang und kam somit häufig zu Treffern. Zwar hielt Charr den Angriffen des WBC-Weltmeisters zunächst seine geschlossene Deckung und Nehmerqualitäten entgegen, doch da der Herausforderer zu oft stehen blieb, schien er ein leichtes Ziel für den 41-Jährigen zu sein.
Das änderte sich allerdings ab dem zweiten Durchgang. Charr verstärkte den Druck, musste allerdings nach einer Rechten seines Gegners zu Boden. Obwohl er angezählt wurde, wirkte der Herausforderer nicht angeschlagen. Somit war es auch nicht weiter verwunderlich, dass er in der Folge wieder versuchte, den Vorwärtsgang einzulegen. Gefährlich wurde es für Vitali Klitschko immer dann, wenn Manuel Charr mit seinen linken Haken oder Schwingern durchkam. Doch aus der Hand gab der Ukrainer das Geschehen nicht, denn mit seiner Führhand punktete er permanent.
In der vierten Runde wurden die Bemühungen von Manuel Charr dann jäh gestoppt: Nach einer Linken durch Klitschko öffnete sich direkt über dem rechten Auge des WM-Herausforderers ein stark blutender Cut, der zu einer deutlichen Sichtbeeinträchtigung führte. Nachdem der italienische Referee Guido Cavalleri den Ringarzt konsultiert hatte, brach er den Fight nach zwei Minuten und vier Sekunden des Durchgangs ab. Damit stand Vitali Klitschko als technischer K.o.-Sieger fest.
Wenn es nach Manuel Charr gegangen wäre, hätte der Kampf noch weitergehen können. Er rief wütend in Richtung Klitschko: "Komm, kämpfe. In der zweiten Hälfte wärst du dran gewesen!"
Für den WBC-Weltmeister, der den 45. Erfolg im 47. Profikampf einfuhr, wäre das sicher kein Problem gewesen. Doch letztendlich hätten weitere Treffer wohl nur dazu geführt, dass die Verletzung bei seinem Kontrahenten noch schwerer und damit gefährlicher geworden wäre.
Ob Klitschko seine Karriere in naher Zukunft beenden wird, ließ er nach dem Kampf trotz des Sieges offen. "Ich bin noch nicht bereit für diese Antwort", so Klitschko.
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