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Samstag, 2006-10-07

Kessler in Kopenhagen

Der WBA-Weltmeister gibt sich zuversichtlich


Markus Beyer und Mikkel Kessler in der Parken Arena
Es ist in die Jahre gekommen, das Gym in der Freistadt Christiania, der alternativen Wohnsiedlung in Kopenhagen. Mikkel Kessler hält sich hier fit, traktiert im dritten Stock des alten Lagergebäudes den Sandsack, boxt mit seinen Sparringspartnern oder feilt mit Trainer Ricard Olsen an der Technik. In 37 Profikämpfen hat es der "Viking Warrior" auf 28 K.o.s gebracht, und seine Erfolgsserie möchte der Däne am 14. Oktober in der legendären Parken Arena von Kopenhagen gegen Markus Beyer fortsetzen. Kessler, der WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht, gegen Beyer, den Champion der WBC.
Die vergangenen Wochen – sie waren für Kessler von hartem Training geprägt. Ein Kamerateam des "Ersten" durfte dem 27-Jährigen dabei über die Schulter schauen: Der Film wird direkt vor dem Kampf ausgestrahlt. Zwei russische Sparringspartner hatte sich Kessler ins Gym geladen – beide hatten die ungefähre Größe von Markus Beyer. "Ich bin sehr gut drauf und habe fast schon die Form, die ich erreichen will", gibt sich Kessler zuversichtlich. Im Januar hatte er seinen letzten Kampf zu bestreiten und setzte sich in Kopenhagen gegen Eric Lucas durch. Durch Technischen K.o. entschied er den Kampf für sich: Der Coach seines Gegners hatte ein Einsehen mit seinem Schützling und warf das Handtuch.
"Gegen Markus Beyer wird das allerdings völlig anders", ist sich der Däne sicher. "Das wird der Kampf meines Lebens, eine ganz große Herausforderung. Markus hat mich einmal in die Favoritenrolle gebracht. Das sehe ich allerdings ganz anders."
Die intensive Vorbereitung hat der WBA-Champion inzwischen abgeschlossen – nun soll bis zum großen Fight etwas mehr Ruhe eintreten. Zeit will er sich nehmen. Für seine Freundin und für seinen Hund. Ein beachtlicher American Bulldog, der auf den Namen "Hermann" hört. Und der ebenso wie sein Herrchen einiges abkann. Zum Beispiel wenn dieser einen Stock von der zwei Meter Kaimauer im alten Kopenhagener Hafen ins Wasser wirft. Dann springt Hermann hinterher, packt die Hundeleine zwischen den Zähnen und lässt sich mit dem Beutestück wieder nach oben ziehen. Ein Hund eben, der zu seinem Besitzer passt. Kessler: ein cooler Typ, den Oberkörper voller phantasievoller Tattoos. Ein ruhiger und entspannter Boxer, der im Ring jedoch unerbittlich ist.
Die rund 40 000 Zuschauer fassende Parken Arena in Kopenhagen ist für Kessler indes kein unbekanntes Terrain. Im Oktober 2001 setzte er sich hier bereits gegen David Mendez durch. Im Hauptkampf stand damals Mike Tyson im Ring, gegen den Brian Nielsen keine Chance hatte. In Dänemark schlägt auch der Vereinigungskampf hohe Wellen. Es ist der erste seiner Art in dem Land, so dass sich beide Boxer auf eine großartige Kulisse freuen können.