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"Kein Kampf ist ein Spaziergang"

Mittelgewichtler Marcos Nader (Fotos: Photo Wende)
Österreicher Nader strebt in Rostock den neunten Sieg als Berufsboxer an
Wenn es am 30. Oktober zum Kampf um die IBF-Mittelgewichts-WM zwischen Sebastian Sylvester und Mahir Oral (ab 22.30 Uhr live im Ersten) kommt, blickt die Boxwelt gespannt nach Rostock. Obwohl sich zwei Kämpfer aus Norddeutschland gegenüberstehen, herrscht weltweit großes Interesse an der Veranstaltung in der Hansestadt. Auch in Österreich schauen die Medien und Boxfans auf die Veranstaltung im hohen Norden. Doch dabei geht es weniger um die IBF-WM. Im Nachbarland fiebert man mit Marcos Nader mit, der sich ebenfalls im Ring präsentieren wird. In Rostock trifft der 20-Jährige auf Sandor Ramocsa (33).
Schon der Wechsel von Marcos Nader ins Profilager sorgte Anfang letzten Jahres in Österreich für großen Wirbel. Denn der in Reichersberg lebende Kämpfer gehört zu den ganz großen Hoffnungsträgern seines Landes. "Das macht mich schon ein bisschen stolz. Gleich mein erster Profikampf wurde im TV übertragen", sagt er rückblickend. "Das führte natürlich dazu, dass viele Menschen den Kampf sahen und mich dann später auf der Straße angesprochen haben. Das ist schon ein tolles Gefühl. Die Hoffnungen sind groß, dass ich es weit bringe", weiß der in Wien und Berlin trainierende Mittelgewichtler zu berichten.
Nader holte im Jahr 2006 bei der Kadetten-EM den dritten Platz. 2007 und im Jahr danach erkämpfte er die österreichische Meisterschaft. Im September 2008 gewann er in Frankfurt (Oder) mit dem Brandenburg-Cup eines der bekanntesten internationalen Junioren-Boxturniere Deutschlands, ehe er den Sprung zu den Profis des Sauerland-Teams wagte. Sauerland-Sportdirektor Hagen Doering hält große Stücke auf den jungen Mittelgewichtler: "Marcos hat sich in den ersten acht Kämpfen bei den Profis gut geschlagen. Er ist technisch sehr stark. Wenn er weiter hart an sich arbeitet, traue ich ihm eine Menge zu."
Auch Nader selbst ist mit seiner bisherigen Entwicklung im Großen und Ganzen zufrieden. "Ich habe immer gewonnen - was will man mehr? Nur ein Kampf gefiel mir nicht. Das war in Nürnberg im November letzten Jahres. Da habe ich mein Potential nicht voll und ganz abgerufen. Aber sonst hat wirklich alles gut geklappt", so der Österreicher. Ursprünglich hatte er nicht erwartet, dass die Unterschiede vom Amateur- zum Profiboxen so groß wären. "Ich hatte ja schon etwa 100 Amateurkämpfe. Doch wenn man mehr Runden boxt, dann ist das doch eine ganz schöne Umstellung."
In der Stadthalle Rostock wird Nader, der den ersten Teil seiner Vorbereitung in Wien bei seinem Bruder Daniel und die Sparringsphase in Berlin bei Chefcoach Otto Ramin bestritt, über acht Runden auf einen erfahrenen Gegner aus Ungarn treffen. "Er hat noch nie vorzeitig verloren. Selbst der frühere WBC-Weltmeister Cristian Sanavia aus Italien konnte ihn nicht durch K.o. besiegen. Kein Kampf ist ein Spaziergang, auch dieser nicht", so Nader, der am Freitag in Rostock eintrifft.
Eintrittskarten für die Boxgala am 30. Oktober in der Stadthalle Rostock sind über die Tickethotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.) und im Internet bei www.eventim.de erhältlich.
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