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"Käpt´n" Huck im Interview

Cruisergewichts-Weltmeister Marco Huck (Fotos: Winfried Mausolf)
Marco Huck: "Ola Afolabi wird sich noch wundern!"
Der nächste Fight rückt für Marco Huck immer näher. Der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, der am 5. Dezember zur Titelverteidigung gegen den 29-jährigen Interims-Champion Ola Afolabi antreten wird, holt sich derzeit im Trainingslager in Kienbaum den letzten Feinschliff für den Kampf in der Arena Ludwigsburg. Am Sonntag wird er dann in Baden-Württemberg erwartet. Beim Titelgewinn Ende August hatte „Käpt´n" Huck gegen den bulligen Argentinier Victor Emilio Ramirez durch eine taktische Meisterleistung überzeugt. Ob die richtige Strategie auch gegen Afolabi der Schlüssel zum Erfolg sein wird, verrät der 25-Jährige im Interview.
Herr Huck, am 29. August wurden Sie im Gerry Weber Stadion in Halle (Westfalen) WBO-Weltmeister. Wie wichtig war dieser Erfolg für Sie?
Marco Huck: Das Gefühl, Weltmeister zu werden, war einfach unbeschreiblich. Im ersten Moment konnte ich es gar nicht fassen. Das war eine Mischung aus Freude und Erschöpfung zugleich. Doch als der Ringrichter meinen Arm hob und mich damit zum Sieger erklärte, war das die pure Freude.
Victor Emilio Ramirez war wirklich ein sehr starker Gegner. Wie hoch bewerten Sie den Erfolg gegen ihn?
Marco Huck: Ich habe das als Bestätigung für das gesehen, was ich schon vor dem Kampf gesagt hatte. Wenn ich mich auf das Training konzentriere und mich vernünftig vorbereite, kann ich jeden Cruisergewichtler der Welt schlagen. Darüber hinaus war der Sieg aber auch eine Leistung des gesamten Teams um mich herum. Alle haben sich kräftig ins Zeug gelegt, allen voran natürlich der Trainer. Ulli Wegner hatte mir genau die richtige Taktik mit auf den Weg gegeben. Ich glaube, mit einer anderen Strategie wäre ich gescheitert.
Wird denn auch in Ludwigsburg die richtige taktische Ausrichtung mit entscheidend sein?
Marco Huck: Das ist im Vorfeld immer schwer zu sagen. Ich möchte einfach klug boxen und gleichzeitig dem Publikum einen guten Kampf zeigen. Ich bin mir sicher, dass mir der Trainer, der sich sehr intensiv mit den Fähigkeiten von Ola Afolabi beschäftigt hat, auch diesmal genau die richtigen Tipps mit auf den Weg geben wird. Im Ring muss ich dann umsetzen, was er ausgetüftelt hat.
Ola Afolabi ist von seinen Fertigkeiten her natürlich ein ganz anderer Gegner als Ramirez. Er gilt als sehr trickreich...
Marco Huck: Das stimmt. Er ist im Oberkörper sehr beweglich und somit sehr schwer zu treffen. Darüber hinaus schlägt er ganz gefährliche Aufwärtshaken. Leicht wird das nicht!
Afolabi sagt, dass der Kampf für Sie schwerer werden wird als der Fight gegen Ramirez. Sehen Sie das auch so?
Marco Huck: Der nächste Fight ist immer der schwerste. Ich habe mich auf jeden Fall auf einen harten und schweren Schlagabtausch eingestellt. Ob es dann tatsächlich so sein wird, werde ich erst sagen können, wenn ich gegen ihn im Ring stehe. Ich weiß aber, dass er gefährlich ist. Gegen Enzo Maccarinelli und Eric Fields hat er einen starken Eindruck gemacht.
Für die erste Titelverteidigung ist Ola Afolabi ein verdammt harter Brocken. Sehen Sie das auch so?
Marco Huck: Mit dem Gewinn des Interims-Titels hat er das Recht erwirkt, gegen den Weltmeister anzutreten. Also ist es richtig, dass er seine Chance bekommt. Alles andere wäre aus sportlichen Gesichtspunkten auch nicht in Ordnung. Ich bin bisher nie einem Gegner aus dem Weg gegangen und habe schon ein paar unangenehme Konkurrenten geschlagen. Das hat ja auch dazu beigetragen, dass ich ein paar spektakuläre Kämpfe zeigen und damit das Publikum begeistern konnte. Somit sehe ich das positiv. In der Weltspitze wird die Luft immer dünner. Und als Weltmeister muss man gegen die besten Boxer ran, das ist doch klar.
Ihr Herausforderer hat angekündigt, dass er den Titel auf jeden Fall mit nach Hause nehmen wird und sich das holen wird, was ihm gehört...
Marco Huck: Das sehe ich anders. Ich habe den WM-Gürtel gegen einen sehr starken Titelverteidiger erobert und werde alles daran setzen, den Gürtel zu verteidigen. Er ist für mich eine Art Statussymbol. Ich habe ihn mit ins Trainingslager genommen und schaue jeden Tag darauf. Das motiviert mich. Durch den WM-Gürtel werde ich immer wieder daran erinnert, wofür ich mich im Training quäle und schinde. Ich habe vorher auch schon andere Titel gewonnen, war IBF-Intercontinental Champion, EU-Champion und Europameister. Doch der WM-Gürtel ist eine ganz besondere Sache. Den gebe ich nicht her. Ola Afolabi wird sich noch wundern!
Eintrittskarten für die Boxgala in Ludwigsburg sind über die Tickethotline 01805 / 10 14 14 (€ 0,14 / min) und im Internet bei www.ticketcorner.com erhältlich.










