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Freitag, 2002-11-22

Jones: Weiter Verwirrung

Das Verwirrspiel geht weiter: Boxt Roy Jones gegen John Ruiz oder gegen Antonio Tarver?

Bis Montag hatte der Weltmeister im Halbschwergewicht der Verbände IBF, WBA und WBC, Roy Jones "Junior" Zeit, sich zu entscheiden, ob er seine Pflichtverteidigung beim Verband IBF gegen seinen US-Landsmann Antonio Tarver bestreiten würde. Falls nicht, wollte die IBF den Titel für vakant erklären. Doch eine definitive Entscheidung von Seiten Roy Jones scheint es, trotz anders lautender Meldungen, noch nicht gegeben zu haben. Derweil scheint die IBF den Titel für vakant erklärt zu haben.
Nach Verstreichen des Termins will die Präsidentin des Verbandes, Marion Muhammad einen Brief von Jones erhalten haben, in welchem er erklärt haben soll, seinen Titel zurückzugeben. "Wir haben einen Brief von Roy Jones erhalten, worin er sagt, dass er seinen IBF-Titel niederlegen wird", erklärte die IBF-Präsidentin noch am gestrigen Mittwoch. In dem Brief soll Jones angeblich Muhammad gebeten haben, dass diese ihr Exekutiv-Komitee und "Mr. Tarver" über die Niederlegung des WM-Gürtels informieren solle. Die Präsidentin erklärte den Titel für vakant und sagte, dass nun Antonio Tarver gegen den nächst platzierten in der Weltrangliste Montell Griffin um den Titel boxen werde.
Jetzt hat sich der Champion selber vor der Presse offiziell zu dem angeblichen Brief geäußert: "Die Aussagen, die veröffentlicht wurden, stammen aus einem Brief, den ich nicht autorisiert habe und beinhaltet nichts, was ich geschrieben oder gesagt habe. Dies ist nicht der Stil, wie ich über die Box-Verbände und die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht denke. Ich bin immer auf die Weltmeisterschafts-Gürtel sehr stolz gewesen. Ich habe immer gegen die offiziellen Herausforderer geboxt und mein Bestes gegeben, wenn es um einen WM-Titel ging. Ich habe diesen Brief nicht autorisiert und ich würde diese Dinge niemals sagen. Ich würde nicht gegenüber den Organisationen respektlos sein, die die Weltmeisterschaften veranstalten, um die ich so hart gekämpft habe", erklärte der Champion, der sich damit offenbar immer noch ein Hintertürchen für die Pflichtverteidigung gegen Tarver offen halten möchte.
Jones enttäuscht von der IBF
Jones hatte zuvor die IBF um eine Ausnahme für seine Pflichtverteidigung gebeten, damit er im März gegen den Schwergewichts-Weltmeister der WBA, John Ruiz, in den Ring steigen kann. Die IBF lehnte dies ab und gab dem 33-Jährigen bis zum vergangenen Montag Zeit, sich zu entscheiden. Der Promoter von Jones, Murad Muhammad, soll gegenüber dem Pensacola Review Journal, einer Zeitung in der Heimatstadt des Champions, gesagt haben, dass sein Mandant die Entscheidung der IBF, den Titel für vakant zu erklären, akzeptiere, aber sehr traurig darüber sei. Außerdem fühle Jones, dass seine Loyalität, als er in schwierigen Zeiten für die IBF den Titel behielt und verteidigte, nicht gewürdigt worden sei.
Mit der Entscheidung der IBF, wenn sie denn endgültig ist, behält der Ausnahmeboxer dennoch die Gürtel der WBA und des WBC, wobei bei einem New Yorker Gericht immer noch der Antrag des früheren WBC-Weltmeisters Graciano Rocchigiani aussteht, ihm diesen Titel zurückzugeben. "Rocky" hatte den WM-Gürtel 1998 gegen Michael Nunn gewonnen, worauf das WBC kurz darauf erklärte, es sei nur ein Interim-Titel gewesen und Roy Jones sei der eigentliche Weltmeister. Rocchigiani prozessierte und gewann im September dieses Jahres die Gerichtsverhandlung gegen das WBC, wobei ihm 31 Millionen US-Dollar an Schadensersatz und Verdienstausfällen zugesprochen wurde.
Ein positiver Gerichtsentscheid für den 38 Jahre alten Berliner könnte also bedeuten, dass Jones demnächst nur noch den Titel der WBA im Halbschwergewicht tragen darf. Nach seinem Kampf gegen Ruiz, wenn dieser denn tatsächlich stattfindet, müsste der Weltmeister im Halbschwergewicht dann wieder antreten, um seine Gürtel zurückzuerobern. Dann gegen den Sieger des Duells Tarver gegen Griffin und möglicherweise danach gegen Rocchigiani. Auch eine Pflichtverteidigung des Verbandes WBA könnte folgen.
Ein vom WBO-Champion Dariusz Michalczewski geforderter Titelvereinigungskampf scheiterte bislang an den unterschiedlichen Vorstellungen über die Höhe der Kampfbörsen. Sollte der Kampf gegen Ruiz platzen, könnte die IBF immer noch einen Rückzieher machen und Jones könnte als nächstes gegen Tarver um seinen dann vakanten Titel boxen. So bleibt nur eines klar, dass im Falle des US-Stars im Boxsport weiter nichts sicher ist.