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Montag, 2002-05-27

Jones gegen TV-Monopol

Roy Jones klagt über Punktrichter und TV-Kanäle in den USA

Der Weltmeister im Halbschwergewicht, Roy Jones, hat die jüngsten strittigen Entscheidungen der Punktrichter sowie die Pay-TV-Sender HBO und Showtime angeklagt. Diese hätten zu viel Macht darüber und bestimmten, wer gegen wen, wann und für wie viel Geld boxt. Bei einer Anhörung vor einem Senatskomitee in der US-Bundeshauptstadt Washington anlässlich einer Präsentation einer neuen Gesetzesvorlage, die zum Ziel hat, einen zentralen amerikanischen Boxsportverband zur Sicherung der Rechte der Boxer zu gründen, vertrat er die Boxsportler.
"Es scheint, als ob sie ein Monopol im Sport haben", sagte Jones, "die Sender haben zusammen mit den Promotern das Sagen." Auf die Frage des republikanischen Senators John McCain, dem Initiator der Gesetzesvorlage und bekennendem Boxsportfan, ob der von vielen Fans gewünschte Kampf zwischen Jones und dem Mittelgewichtsweltmeister Hopkins zustande käme, antwortete der 33-Jährige: "Promoter Don King hält die Dinge auf. King möchte 30 Prozent der gesamten Einnahmen. Ist das fair für mich? Danach möchte er den Rest 50 zu 50 zwischen mir und Bernard Hopkins aufteilen", sagte Jones.
Durch die Praxis der Promoter und TV-Gesellschaften werde verhindert, dass hoffnungsvolle starke Nachwuchskämpfer in den USA eine Chance auf Kämpfe mit hohen Kampfbörsen bekämen, was den Sport beschädige. Diese hätten natürlich auch Angst, vor solch einem Komitee gegen die TV-Sender oder Promoter zu sprechen, da sie um ihre sportliche Zukunft fürchten müssten.
Jones musste auf Druck seines TV-Senders erst kürzlich seine offizielle Titelverteidigung gegen die Nummer eins der WBC-Weltrangliste, Clinton Woods aus Großbritannien verschieben, da HBO den Gegner für eine TV-Übertragung nicht akzeptieren wollte. Der Kampf war für die Verantwortlichen der TV-Gesellschaft nicht attraktiv genug, um genügend Erlöse aus einer Pay-Per-View Übertragung zu erzielen. Der Brite hätte zwar daraufhin klagen können, wollte aber lieber weiter auf seine Chance warten, da er im Ring gegen Jones Weltmeister werden und nicht um den durch ein Gerichtsurteil vakant gewordenen Titel boxen wolle. Für seinen Verzicht bekommt Woods ein "Wartegeld" von 100.000 US-Dollar.
Auch Muhammad Ali erschien persönlich zur Unterstützung der Initiative des Senators, die sich unter anderem auch um die Vergabe von Renten für die Sportler bemüht. Aufgrund seiner Erkrankung an der Parkinsonschen Krankheit konnte er zwar nicht selber vorsprechen, ließ aber dennoch von seiner Frau eine Stellungnahme verlesen. "Zu viele junge Boxer, die keine Vertreter haben, unterzeichnen immer noch Vereinbarungen, die unfair sind und denen es an adäquaten Absicherungen mangelt", ließ der Ex-Champion unter anderem verlautbaren.
Der Promoter Don King lehnte eine Einladung zu der Veranstaltung ab.