Deutsch English
29.09.2016
Top-Thema

Kampfwoche gestartet!

Tierische Pressekonferenz: "Löwe" Cleverly will "Wolf" Brähmer erlegen!

Brähmer im Interview

WBA-Weltmeister erzählt vor Titelverteidigung über 3-Stufen-Plan

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Freitag, 2009-08-07

Interview: Wegner zur Huck-WM

Ulli Wegner zum anstehenden Kampf von Marco Huck (Fotos: SE)

Erfolgscoach fordert von Marco Huck taktische Disziplin

Am 29. August fordert der in Bielefeld aufgewachsene Cruisergewichtler Marco Huck im Gerry Weber Stadion in Halle (Westf.) den amtierenden WBO-Weltmeister Victor Emilio Ramirez heraus. Huck kämpfte schon einmal um WM-Ehren: Doch dabei kassierte er im Dezember 2007 gegen den Amerikaner Steve Cunningham die bislang einzige Niederlage in 26 Profikämpfen. Nach dem Gewinn der IBF-Intercontinental Meisterschaft im Mai letzten Jahres und vier Siegen in Kämpfen um die Europameisterschaft winkt ihm jetzt exakt 20 Monate nach dem ersten Anlauf der WM-Thron. Im Interview spricht sein Trainer Ulli Wegner darüber, welche Siegchancen er Huck im Fight gegen Ramirez einräumt. 

Herr Wegner, Sie haben Männer wie Sven Ottke, Markus Beyer und Arthur Abraham zu WM-Titeln geführt. Mit Marco Huck könnte jetzt der nächste Weltmeister dazukommen. Wäre es für Sie dennoch ein besonderer Erfolg, wenn Marco den WM-Gürtel erobert? 

Ulli Wegner: Einige Freunde von mir sagen, wenn Marco Weltmeister werden würde, hätte ich den Doktortitel verdient. Aber ich muss sagen, für mich wäre es tatsächlich eine besondere Sache, wenn er es schafft. Er ist im taktischen Bereich sehr schwer zu führen. Ab und zu spielen ihm vielleicht auch seine Nerven einen Streich. Und ihm fehlt die große Amateurerfahrung. Auf der anderen Seite bringt er ganz viele herausragende Eigenschaften mit: Er ist explosiv, schlagstark und sehr athletisch. 

Die Niederlage im Dezember 2007 in Bielefeld gegen Steve Cunningham hat sicherlich wehgetan. Glauben Sie dennoch, dass sie auch ihre guten Seiten hatte? 

Ulli Wegner: Mit einem Sieg hätte er damals vielleicht gar nicht umgehen können. Man darf nicht vergessen, Marco war damals gerade erst 23 Jahre alt geworden. In so einem jungen Alter ist es für jeden erfolgreichen Sportler schwer, auf dem Teppich zu bleiben. Sollte es jetzt mit dem Titel klappen, müssten wir auch aufpassen. Vom Können her hat er sicherlich das Zeug, den WM-Titel zu gewinnen. Dennoch müsste er weiter an seiner Darstellung und Erscheinung arbeiten. 

Es gab schon einige Boxer, die nach Misserfolgen nicht wieder so richtig in Tritt gekommen sind. Bei Marco Huck war das anders, er gewann zunächst den IBF-Intercontinental Gürtel und dann den EM-Titel. Ist er ein Stehaufmännchen? 

Ulli Wegner: Marco hat sich aufgrund der konsequenten Führung sehr schnell wieder gefangen. Darüber hinaus hat er einen Betreuer an seiner Seite, der ihn in Zusammenarbeit mit mir wieder in die richtige Richtung gebracht hat. Auch Marcos Eltern und Geschwister spielen eine wichtige Rolle. Alle zusammen haben ihm auch in nicht so guten Zeiten den nötigen Rückhalt gegeben. 

Würden Sie sagen, Ihr Schützling hat sich auch ansonsten weiterentwickelt? 

Ulli Wegner: Von einer Entwicklung können wir eigentlich erst sprechen, wenn er Weltmeister wird. Einige Sachen deuten darauf hin, dass er sich im taktischen Bereich verbessert hat. Doch letztlich werden wir das erst mit Bestimmtheit sagen können, wenn er am 29. August gewinnt. 

Marco Huck ist in Bielefeld aufgewachsen. Der Kampf im nahe gelegenen Halle (Westf.) ist für ihn somit ein Heimspiel. Sehen Sie das als Vorteil? 

Ulli Wegner: Marco ist ja im letzten Jahr in Bielefeld Europameister geworden. Bei seinem spektakulären Sieg gegen Jean Marc Monrose hat er gezeigt, dass er mit dem Heimvorteil sehr gut umgehen kann. Ich bin mir ohnehin sicher, dass er im Gerry Weber Stadion besonders motiviert sein wird.

 

Victor Emilio Ramirez geht als Weltmeister in den Kampf am 29. August. Ist er deshalb der Favorit? 

Ulli Wegner: Nach der tollen Leistung im Januar gegen Alexander Alekseev, der zuvor ja schon als 'Wunderboxer' bezeichnet wurde, und dem nächsten Sieg im Mai gegen Ali Ismailov weiß man, wie stark Victor Emilio Ramirez tatsächlich ist. Man hat gesehen, dass die Trauben ganz schön hoch hängen. Daraus musste ich natürlich als Trainer die richtigen Schlussfolgerungen für den Kampf ziehen. 

Wo sehen Sie denn die Stärken des Argentiniers? 

Ulli Wegner: Ramirez versucht in erster Linie, seine athletischen Stärken zu nutzen. Es ist für ihn egal, ob er den Kampf bestimmt oder zurückliegt. Er lässt sich nicht von seiner Linie abbringen. Darauf muss man eingestellt sein. Gegen Ramirez muss man viel Geduld und einen ganz langen Atem haben. 

Musste sich Ihr Schützling im Training besonders auf die Fähigkeiten von Ramirez einstellen? 

Ulli Wegner: Es gibt eigentlich nur eine Sache, die für Marco wichtig ist. Er muss taktisch diszipliniert agieren und sein Ding durchziehen. 

Wie lautet Ihre Prognose? Wird Marco Huck den Kampf in Halle (Westf.) gewinnen?

Ulli Wegner: Unser Ziel ist es, mit einem Sieg endgültig den WM-Kampf aus dem Jahr 2007 abzuhaken. Für Marco ist das aber auch eine Bewährungsprobe, darüber muss er sich bewusst sein. Gewinnt er, stehen ihm alle Türen offen. Sollte er taktisch nicht diszipliniert genug sein und verlieren, steht ihm eine schwere Zeit bevor.

Eintrittskarten für die Box-Weltmeisterschaft zwischen Victor Emilio Ramirez und Marco Huck gibt es unter der Tickethotline 01805 / 10 14 14 (€ 0,14 / min) und online unter www.ticketcorner.com.