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Donnerstag, 2009-09-10

Interview mit dem "Hurrikan"

Sebastian Sylvester bereitet sich in Güstrow vor (Fotos: SE)

Sylvester will seine WM-Chance gegen Lorenzo um jeden Preis nutzen

Noch genau neun Tage sind es, dann greift Sebastian Sylvester im Jahnsportforum in Neubrandenburg nach dem derzeit vakanten IBF-Titel im Mittelgewicht. Derzeit hält sich der Schützling von Trainer Karsten Röwer im Trainingslager in Güstrow auf. Dort schindet er sich noch bis zum Freitag beim Sparring für den WM-Kampf, um am 19. September gegen den IBF-Weltranglistenersten Giovanni Lorenzo (Dominikanische Republik) in der Form seines Lebens zu sein. Der 29-jährige Sylvester, der von seinen Fans "Hurrikan" genannt wird, hat sich für seine zweite Chance auf den WM-Titel eine Menge vorgenommen...

 

Herr Sylvester, der Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft gegen Giovanni Lorenzo rückt immer näher. Steigt bei Ihnen bereits die Nervosität? 

Sebastian Sylvester: Nein, noch nicht. Ich glaube, die Anspannung wird steigen, wenn ich meinen Gegner das erste Mal sehe, ihn quasi vor Augen habe. 

Sie haben sich bestimmt einige Kämpfe Ihres Kontrahenten auf Video angeschaut. Wo liegen aus Ihrer Sicht seine Stärken? Welche Schwächen konnten Sie ausmachen? 

Sebastian Sylvester: Giovanni Lorenzo kann vorwärts und rückwärts boxen. Er schlägt sehr genau und hart, das zeigen auch seine 19 K.o.-Siege. Zudem ist er jemand, der sich sehr gut auf seine Gegner einstellt. Ich muss also höllisch aufpassen. Die Schwächen werden nicht verraten. Ich will nicht, dass er sich auf das, was ich gesehen habe, einstellen kann.

 

Am 29. August waren Sie in Halle (Westfalen) zu Gast. Dort boxte Marco Huck gegen den Argentinier Victor Emilio Ramirez und eroberte bei seiner zweiten WM-Chance den WBO-Titel. Hat Sie das motiviert? 

Sebastian Sylvester: Es gab gleich zwei Boxer, die in den letzten Wochen bei ihrem zweiten Versuch, Weltmeister zu werden, erfolgreich waren. Es ging los mit Robert Stieglitz. Dann folgte Marco Huck mit seinem sensationellen Sieg über Ramirez. Beide haben ihre zweite Chance genutzt. Und ich werde das auch tun. 

Gibt es Dinge, die aus Ihrer Sicht vor diesem Kampf anders gelaufen sind als damals vor dem WM-Fight gegen Felix Sturm?

Sebastian Sylvester: Diesmal verlief alles viel ruhiger, ohne große gegenseitige Anfeindungen. Der Kampf gegen Sturm wurde damals schon in den Wochen zuvor zum Hass-Duell aufgebauscht. Das ist jetzt ganz anders: Lorenzo ist die Nummer eins der IBF-Weltrangliste und ich bin die Nummer zwei - der Bessere von uns, also ich, wird gewinnen.

 

Inzwischen nähert sich die Sparringsphase dem Ende. Wie sind Sie mit Ihrer Form zufrieden? 

Sebastian Sylvester: Es gab Kämpfe, vor denen war ich nicht so zufrieden wie im Moment. Wer mich kennt, der weiß aber, dass ich mir immer wünsche, es noch besser zu machen. Spätestens beim letzten Sparring am Freitagnachmittag sollte alles sitzen. Bisher habe ich kein blaues Auge und auch keine Cutverletzungen. Da zahlt es sich aus, dass ich einfach beweglicher geworden bin. Darüber hinaus war die Sparringsphase alles andere als angenehm. Meine Sparringspartner sehen ihre Arbeit nicht als Spaß. Da geht es richtig ernst zur Sache. Deshalb mache ich auch drei Kreuze, wenn das überstanden ist. 

Das Jahnsportforum wird am 19. September wieder aus allen Nähten platzen und die Fans in Mecklenburg-Vorpommern werden wie eine Wand hinter Ihnen stehen. Ist das ein beruhigendes Gefühl oder verspüren Sie dadurch auch Druck? 

Sebastian Sylvester: Nein, Druck habe ich vielleicht beim ersten Mal in Neubrandenburg verspürt, als im April 2008 der Kampf gegen Javier Castillejo anstand. Beim zweiten Mal wusste ich dann ja schon, zu was die Zuschauer im Jahnsportforum fähig sind und wie sie mich nach vorne peitschen können. Ich weiß, was beim Kampf gegen Lorenzo auf mich zukommt und freue mich auf die Atmosphäre.

Wann werden Sie eigentlich Ihre Verlobte und Ihre Tochter das letzte Mal vor dem Kampf sehen? 

Sebastian Sylvester: Am kommenden Dienstag reisen wir in Neubrandenburg an. Vorher werde ich Diana und meine Tochter Lea-Chantal am Sonntag noch einmal für zwei, drei Stunden zu Gesicht bekommen. Beim Kampf werden sie nicht in der Halle sein. 

Bei wie viel Prozent liegt die Chance, den WM-Titel zu erobern? 

Sebastian Sylvester: Bei 100 Prozent.