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Sonntag, 2002-06-16

"Ich schlage Lewis"

Byrd, Tyson, die Klitschkos und Holyfield - alle wollen ein Duell mit dem Champion

Nach seinem epochalen Erfolg gegen Mike Tyson ist der Schwergewichtschampion Lennox Lewis unter den Weltklasse-Boxern als Gegner begehrter denn je. Nicht nur Ruhm und Ehre könnte ein Kampf gegen den Briten einbringen, sondern auch sehr viel Geld. So hat die Nummer eins und damit der offizielle Herausforderer des Weltverbandes IBF, Chris Byrd aus den USA wieder jüngst gepoltert, er könne den Champion schlagen. Lewis müsste im Dezember gegen Byrd antreten, will er den Gürtel der IBF behalten.

"Mit Tyson hat er doch gegen einen Boxer gekämpft, der erledigt ist. Tyson war ein Schatten seiner selbst. Niemand hat Lennox bislang am Körper getroffen. Niemand hat Lennox Lewis bislang richtig gefordert, wenn man seine letzten paar Kämpfe betrachtet. Ich meine, er hat gegen Rahman verloren, und dieser ist ein Boxer mit sehr beschränkten Fähigkeiten. Lennox sagte, er hat gegen jeden Stil, den es gibt, geboxt. Er hat noch nicht gegen Chris gekämpft. Ich sage Ihnen, ich werde Lennox Lewis schlagen", sagte Byrd in einem Interview mit "Fightnews".
Auch die Gebrüder Klitschko, die in Memphis am vergangenen Wochenende am Ring saßen, wollen einen Kampf gegen Lennox Lewis, Vitali, hinter Tyson noch an Rang zwei der derzeitigen WBC-Weltrangliste platziert, forderte nach dem Kampf von Lewis gegen Tyson den Champion zum Duell: "Tyson möchte einen Rückkampf, aber nach diesem Kampf bezweifle ich, dass diesen irgendjemand sehen möchte. Ich würde mich sehr freuen, wenn Lewis gegen mich oder meinen Bruder kämpfen würde", sagte Vitali nach dem Duell.
Auch Wladimir, der am 29. Juni in Atlantic City gegen den Box-Veteran Ray Mercer seinen WBO-Titel verteidigen möchte, fühlt sich in der Lage, gegen Lewis zu bestehen: "Ich bin absolut bereit. Er ist ein großer Champion, aber ich fühle mich sehr sicher, wenn ich sage, ich kann gegen Lewis antreten. Ich denke, wenn ich in meinen nächsten Kampf siege, werde ich meinen Fight danach gegen Lennox Lewis bestreiten", sagte der Wladimir Klitschko selbstbewusst bei einer Presseveranstaltung zu seinem Kampf gegen Mercer.
Zwar bat auch Mike Tyson Lewis um einen Rückkampf, der auch vertraglich vereinbart worden war, doch scheint das Interesse der Zuschauer und der TV-Bosse für ein zweites Duell nach der Demonstration der Kraft und Stärke von Lewis eher unwahrscheinlich. Auch Tyson ließ keinen Zweifel an der Überlegenheit seines Gegners: "Es gibt keine Möglichkeit, ihn jemals zu schlagen.Er ist zu groß und zu stark", meinte Tyson nach dem Kampf.
Alle Wünsche der Top-Boxer vom Ruhm, der Ehre und vor allem von dem Geld durch einen Kampf gegen den großen Champion Lewis etwas abzubekommen, werden aber davon abhängen, ob der Weltmeister sein "Erbe" vervollständigt hat, wie er selber sagte, oder ob er weiter boxen möchte.
Als warnendes Beispiel für die Fortsetzung seiner Karriere könnte Evander Holyfield dienen: Dieser ist zwar immer noch ein Top-Boxer, aber mit 39 Jahren besitzt er nicht mehr die Schnelligkeit und Kraft früherer Tage, wodurch er Kämpfe gegen Gegner führen muss, die er vor Jahren normalerweise vorzeitig beendet hätte.
Dabei leidet auch immer mehr das Bild vom sauberen, gottesfürchtigen Boxer Holyfield, da er im Kampf vermehrt zu unfairen Mitteln greift, wie man jüngst an der tennisballgroßen Beule seines Gegners Rahman beim Kampf am 1. Juni sehen konnte.
Holyfield möchte übrigens auch wieder einen Kampf gegen Lennox Lewis. Zweimal hatte der Brite Lewis schon gezeigt, wer der bessere Boxer ist - ein Kampf, den so wirklich keiner mehr will, außer Holyfield. Lewis täte gut daran, seine Karriere zu beenden. Es wäre zwar schade für die Boxsportfans, doch so würden ihn alle als überlegener Boxer einer ganzen Ära in allerbester Erinnerung behalten.