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Dienstag, 2002-04-23

IBF: O.K. zu Lewis-Tyson

IBF hält an Titelkampf zwischen Lennox Lewis und Mike Tyson am 8. Juni fest

Der Weltverband IBF hat am vergangenen Wochenende nochmals bestätigt, dass der Weltmeister Lennox Lewis und Mike Tyson, der offizielle Herausforderer des WBC, am 8. Juni in Memphis neben dem WBC-Gürtel um den WM-Titel der IBF boxen werden. Patrick English, der Anwalt des Weltmeisters dementierte Gerüchte, die am Wochenende in Großbritannien aufkamen, wonach Lewis sich innerhalb von zehn Tagen auf einen Kampf mit der Nummer eins der IBF, Chris Byrd, einigen sollte.
Der offizielle Herausforderer der IBF hatte die Gerüchte in einem Interview, das er der britischen Tageszeitung "The Sunday Mirror" gab, unterstützt. "Mir ist es egal gegen wen ich boxe. Hauptsache ich boxe überhaupt. Denn ich habe mir das Recht auf einen WM-Kampf verdient. Lennox hat mir einen Fight im Laufe des Jahres versprochen, falls er Tyson schlagen sollte - aber ich glaube, er wird aufhören und nicht gegen mich kämpfen. Jetzt, wo ich die Möglichkeit habe, entweder gegen Holyfield oder gegen Rahman zu boxen, bin ich sicher, dass endlich irgendetwas geschehen wird, denn dies wäre ein großer Kampf", sagte Byrd.
Doch aller Voraussicht nach muss sich der frühere WBO-Weltmeister noch bis zum 8. Dezember gedulden. Denn zu diesem Datum hat die IBF ein WM-Duell für Byrd anberaumt. Die Verhandlungen über die Kampfbörsen für solch einen Fight müssten voraussichtlich bis zum 8. August abgeschlossen sein. Sollte der Sieger des Duells zwischen Lewis und Tyson bis zum 8. Dezember nicht gegen Byrd antreten, würde diesem laut IBF der WM-Gürtel abgenommen und Byrd könnte darum gegen den Gewinner des Duells zwischen Evander Holyfield und Hasim Rahman, das am 1. Juni stattfindet, kämpfen.
Möglich wäre dies eine Entwicklung, falls Mike Tyson gegen Lennox Lewis gewinnt. Denn im Vertragswerk zu dem Event soll für Lewis ein direkter Rückkampf für diesen Fall vereinbart worden sein. Tyson müsste seinen IBF-Titel abgeben und erneut gegen Lewis boxen. Denn ein Rückkampf und erfolgreiche Verhandlungen von Lewis oder Tyson mit Byrd bis zum 8. August wären äußerst unwahrscheinlich. Byrd würde am 8. Dezember entweder gegen Holyfield oder Rahman um den vakanten Titel boxen. Wenn Lewis gewinnen sollte, so soll ihm laut Vertrag die Möglichkeit eingeräumt worden sein, seine IBF-Pflichtverteidigung gegen Chris Byrd vor einem möglichen Rematch mit Tyson auszutragen.
Strippenzieher für die am Wochenende aufgekeimten Gerüchte scheint einmal mehr der umtriebige Promoter Don King zu sein, der den Kampf um den zweiten Platz in der IBF-Weltrangliste von Holyfield gegen Rahman veranstaltet. "Lewis ist ein toller Champion gewesen, aber er muss seinen Titel gegen die Nummer eins der Herausforderer verteidigen und die Nummer eins ist Chris Byrd. Für mich geht es nicht um Einzelpersonen, es geht um den Titel im Schwergewicht, das ist alles, worum ich mich sorge", wird King ebenfalls im "Sunday Mirror" zitiert.
Hätte die IBF Lewis den WM-Gürtel vor dem 1. Juni aberkannt, hätte King, der auch den WBA-Champion John Ruiz vertritt, wieder mehr Einfluss auf das Geschäft um die Titel in der Königsklasse gehabt. Anscheinend hat der Promoter noch mehrere Rechnungen offen: Nicht ganz verwunden haben dürfte der 71-Jährige, dass er am größten Boxevent in der Geschichte dieses Sports am 8. Juni in Memphis weder finanziell noch auf sonst irgendeine Art und Weise beteiligt ist. Denn ursprünglich bemühte sich King darum, den Megakampf von Lewis gegen Tyson zu veranstalten, doch "Iron Mike" hatte geschworen, nie wieder mit dem Promoter zusammen arbeiten zu wollen.
Der Mann mit der Sturmfrisur hatte Tyson kurz vor Jahresfrist noch 79 Millionen US-Dollar für vier Kämpfe geboten. Auch Lewis soll ein äußerst lukratives Angebot von Don King ausgeschlagen haben. Wirklich offene Rechungen dürfte indes Tyson haben, denn zur Zeit läuft ein Gerichtsverfahren des früheren Schwergewichtsweltmeisters gegen Don King wegen des Vorwurfs der Unterschlagung von Preisgeldern in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar.