Deutsch English
29.09.2016
Top-Thema

Kampfwoche gestartet!

Tierische Pressekonferenz: "Löwe" Cleverly will "Wolf" Brähmer erlegen!

Brähmer im Interview

WBA-Weltmeister erzählt vor Titelverteidigung über 3-Stufen-Plan

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Samstag, 2009-06-06

Huck besucht frühere Schule

Marco Huck zu Gast in der Martinschule (Foto: SE)

Kinder stellen Fragen an den Europameister

Man hatte fast den Eindruck, als würde gleich eine erfolgreiche Pop-Band vor ausverkauftem Haus ein Konzert geben: Denn schon beim Betreten des Geländes der Martinschule in Bielefeld hatte Marco Huck, der Europameister im Cruisergewicht, Mühe, sich durch die vor Euphorie kreischende Menge einiger Kinder den Weg ins Lehrerzimmer zu bahnen, um den Direktor, Markus Spiekermann, zu begrüßen. Dieser hatte den inzwischen 24-Jährigen zusammen mit seinem Lehrerkollegium eingeladen, da der Berufsboxer seine Schulzeit an gleicher Stelle verbracht hatte. Marco Huck sollte an der Martinstunde - einer monatlichen Vollversammlung der Schüler und Lehrer - teilnehmen und den Kids der 1. bis 4. Klasse Rede und Antwort stehen. Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Schuldirektor und einem schnellen Besuch in der Klasse seiner früheren Klassenlehrerin Dorothea Sokolowski warteten rund 350 Kinder in der Sporthalle schon gespannt darauf, was ihr Vorbild alles zu erzählen hatte.

Und kaum betrat der "Ehemalige" die Halle, brach erneut ein ohrenbetäubender Jubel aus. "Marco, Marco, Marco" skandierten die Grundschüler und streckten begeistert ihre Hände nach Huck aus. Danach kam es zu einer Fragerunde, bei der die Kinder eine Menge über den Sportler in Erfahrung bringen konnten. Niklas aus der 4. Klasse wollte wissen, warum Marco Huck boxt. "Ich hatte das Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte", so die einleuchtende Antwort. Christoph, ebenfalls 4. Klasse: "Wie fühlst du dich vor einem Kampf, bist du aufgeregt?" Huck: "Auf jeden Fall. Wenn der Fight dann beginnt, ist das für mich wie eine Erlösung. Und Schmerzen spüre ich während des Boxkampfes ohnehin nicht, weil ich viel zu aufgeregt bin. Erst nach dem Kampf tut es vielleicht ein bisschen weh." Mira aus der 1. Klasse: "Wie bist du Europameister geworden?" "Ich habe hart trainiert und dann habe ich den Kampf um die Europameisterschaft gewonnen", so Huck, "das ist wie mit dem Lernen. Ohne Fleiß kein Preis. Ich kann euch nur raten, eifrig zu lernen. Dann wird aus euch später auch einmal etwas." 

Und wie fleißig war der heutige Box-Europameister selbst in der Schule? "Sport und Mathe haben mich immer sehr interessiert. Es gab aber auch einige Fächer, in denen ich Probleme hatte", gab Huck zu. "Der Marco ist immer fleißig gewesen und hat seine Mitschüler respektiert", verriet hingegen seine frühere Klassenlehrerin über ihn. "Einfach toll, was aus ihm geworden ist und wie seine sportliche Karriere bisher verläuft." Zum Schluss dieser Begegnung mit der Vergangenheit demonstrierte der Cruisergewichtler sein Können noch kurz beim Seilspringen und mit Boxhandschuhen am Sandsack. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert. Am liebsten hätten sie ihren Europameister gar nicht wieder weggelassen. Doch sie haben auch eine Menge gelernt. Zum Beispiel, dass man beim Boxen nach Regeln gegen eine andere Person kämpft, die etwa das gleiche Gewicht hat. Das ist viel fairer als auf dem Schulhof, auf dem es manchmal die Erst- mit den Viertklässlern aufnehmen müssen.