Deutsch English
09.12.2016
Top-Thema

Kölling vs. Liebenberg II

Berliner bittet Südafrikaner am 4. Februar zum Rematch in Südafrika!

Perfekte K.o.-Nacht!

Feigenbutz, Bauer und Pulev feiern klare Siege am Samstag!

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Dienstag, 2002-12-17

Holyfield macht weiter

Nach seiner Niederlage im Kampf um die IBF-WM denkt Evander Holyfield nicht ans Aufhören

Evander Holyfield will trotz seiner Niederlage gegen Chris Byrd im Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft seine Karriere fortsetzen. Der 40-Jährige will noch einmal Weltmeister aller Verbände werden: "Mein Ziel ist es immer noch, der unumstrittene Weltmeister im Schwergewicht zu werden", sagte Holyfield nach dem Kampf. Ob der alternde Ex-Champion allerdings nach seiner mäßigen Leistung am Samstag in Atlantic City noch einmal die Gelegenheit dazu bekommt, ist fraglich. Zumal Holyfield mit zunehmendem Alter offenbar nicht mehr die Schnelligkeit früherer Tage besitzt. In seinen letzten sieben Kämpfen musste er drei Niederlagen und zwei Unentschieden einstecken.
Für den schwerfälligen Auftritt machte der frühere Weltmeister im Cruiser- und Schwergewicht eine Verletzung verantwortlich. "Ich habe die Entscheidung nicht gewonnen, aber ich habe nicht aufgegeben. Byrd war ein äußerst schwer zu fassender Gegner und ich versuchte, ihn in einen Kampf Fuß an Fuß zu locken, aber er hat mich aus der Balance gehalten. Ich habe meinen linken Arm verletzt und konnte meinen linken Haken nicht schlagen."
Trotz der Verletzung versuchte Holyfield jedoch immer wieder seinen Gegner an den Ringseilen zu stellen und zu erwischen – jedoch ohne entscheidende Durchschlagskraft. Immer wieder schaffte es der wendige Olympiazweite von 1992 im Mittelgewicht, den wuchtigen Schlägen auszuweichen: "Er hat einige wirklich harte Schläge abgefeuert, aber er hat mich nicht erwischt. Aber die Zuschauer dachten, dass er das tat. Für die Zuschauer sah das gut aus, aber er hat mich nicht erwischt. Ich hatte so viele Kritiker, die alle sagen, dass ich nicht mit den großen Kerlen mithalten kann. Jetzt sehen sie ein, dass ich mithalte", sagte Byrd.
Frustrierter Holyfield in Rechtsauslage
Der verzweifelte Holyfield wechselte während des Kampfes einmal überraschend in die Rechtsauslage, in der Byrd boxt, um so besser an seinen Gegner heranzukommen. "Er muss zu diesem Zeitpunkt frustriert gewesen sein. Ich habe ihn noch nie in die Rechtsauslage wechseln sehen. Und ich dachte, ‘was machst du da?’ Nach der dritten Runde hat er plötzlich das Tempo angezogen, dieser Mann hat noch einiges in seinen Tanks drinnen", erklärte der neue IBF-Weltmeister.
Die Überlegenheit Byrds schlägt sich auch in der Kampfstatistik nieder: Der neue Champion schlug insgesamt 747-mal und landete dabei 252 Treffer, was einer Quote von 34% entspricht. Holyfield schlug mit 344 nicht einmal halb so viel zu. Als Treffer wurden davon 102 gezählt, was einer Quote von 30% entspricht.
Erst fünfmal versuchte vor Holyfield ein Schwergewichtler, der über 40 Jahre alt war, den Weltmeistertitel zu holen. George Foreman und Larry Holmes versuchten es jeweils zweimal, Archie Moore einmal. Nur "Big George" gelang dabei bislang der Sieg: 1994 im Duell gegen Michael Moorer durch K.o. in der zehnten Runde. Chris Byrd ist übrigens erst der zweite Schwergewichtler in der Geschichte des Profiboxens, der als Rechtsausleger den WM-Gürtel holte. Dies schaffte bislang nur Michael Moorer.