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Freitag, 2001-12-14

Holyfield im Interview

"Mein Ziel ist es, als unumstrittener Weltmeister abzutreten"

In einem Interview mit Fightnews-Reporter Dave Desrocher äußerte sich Evander Holyfield zu dem unmittelbar bevorstehenden Kampf gegen WBA-Weltmeister John Ruiz. Die beiden US-Amerikaner werden sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Mashantucket zum dritten Mal in Folge gegenüberstehen. Den ersten Kampf hatte "The Real Deal" Holyfield umstritten nach Punkten gewonnen, den Rückkampf entschied Ruiz nach zwölf Runden für sich.
Herr Holyfield, nervt es Sie, wenn die Leute sagen, Sie würden sich bald zurückziehen?
Nun, keiner sagt mir das. Keiner sagt es mir ins Gesicht. Alle sagen es zu sich selber.
Welche Motivation treibt Sie, weiter zu kämpfen?
Ich setze mir immer neue Ziele. Als ich 1992 gegen Riddick Bowe verlor, war das Einzige, was ich wollte, den Gürtel zurückzuholen. Als ich dann zurückkam, gegen Bowe 1993 gewann und damit zwei Gürtel hatte, hätte ich aufhören können. Aber damals hatte ich halt nicht alle drei wichtigen Titel. Ich will der unumstrittene Champion sein, wenn ich zurücktrete.
Es wird der dritte Kampf gegen Ruiz sein. Langweilt Sie das?
Ich schätze, es geht darum, dass man seinen Job zu tun hat, bis er beendet ist. Und bis er richtig beendet ist, muss man ihn halt auch mehrmals tun.
Machen Ihnen die Vorwürfe, dass Sie unfair kämpfen würden, Sorgen?
Anscheinend habe ich den Ruf, ein Dirty Fighter zu sein. Ich soll derjenige mit den Wrestling-Taktiken sein. Ich soll immer bereit sein, meine Ellenbogen einzusetzen. Das wollen die Kommentatoren doch sagen. Jeder soll doch denken, dass ich unfair kämpfe. Aber ich habe meinen Kopf nicht gesenkt, ich bin nicht mit dem Kopf in ihn gelaufen. Er rannte in mich.
Mit Ruiz habt ihr es mit einem Boxer zu tun, der ein guter Schauspieler ist. Ruiz hat eine Ecke, die ständig den Ringrichter anbrüllt. Bei unserem Fight war der Referee nicht Manns genug, sich dagegen zu wehren. Ich traf ihn oberhalb der Gürtellinie, nie und nimmer darunter. Danach habe ich ihm auf den Solarplexus geschlagen. Ich habe noch keinen gesehen, der einen Tiefschlag einstecken musste und danach sich erst den Bauch und dann die Hüfte hält, um wenig später wieder durch den Ring zu laufen.
Wenn man sich den ersten Kampf anschaut, sieht man, dass er behauptete, tief getroffen worden zu sein. Aber er wurde nicht tief getroffen.
Das sind die Sachen, die ich wahrnehme. Sie wollen mich ständig beschuldigen. Ich muss nur meinen Kampf und mir keine Sorgen um die Aussagen anderer machen. Das Einzige, was sie versuchen ist, mich vom Kämpfen abzuhalten und meine Fäuste das machen zu lassen, was sie sollen. Damit beeinflussen sie den Kampf. Es war nicht Ringrichter Joe Cortez, der die Entscheidungen getroffen hat. Die andere Ecke sagte: "Er schlägt tief." Daraufhin sagte auch Cortez zu mir, dass ich ihn tief getroffen hätte.
Wie lange werden Sie noch kämpfen, um ihr Ziel zu erreichen, der unumstrittene Weltmeister zu sein?
Man sollte seine Ziele nicht mit speziellen Zeitangaben verknüpfen. Was ist wichtiger? Die Zeit oder das Ziel? Wichtig ist das Ziel. Das Ziel ist, unumstrittener Weltmeister zu sein. Ich werde es erreichen!
Was denken Sie über den Kampf Lewis gegen Rahman?
Ich empfand, dass Lewis einen guten Kampf abgeliefert hat. Er sah sehr gut aus und er musste diese Sache wirklich, wirklich, wirklich klarstellen und etwas beweisen.
Denken Sie, dass Lewis gegen Tyson gewinnt?
Nein. Nein, ich denke nicht, dass er gegen Tyson gewinnt. Ich denke, der Kampf hat das Potenzial, zu begeistern und er wird Tyson entgegenkommen. Tyson liebt es, gegen Kämpfer zu boxen, die den Stil von Lennox haben.
Waren Sie überrascht, dass Ruiz Sie im letzten Kampf ausknocken konnte?
Er traf mich mit einem guten Schlag. Er traf mich genau auf die Schläfe mit einem Schlag, den ich nicht gesehen habe. Ich bin zu Boden gegangen, aber ich bin wieder aufgestanden.
Warum konnte Ruiz Sie ausknocken? Tyson und Lewis konnten dies vorher nicht.
Nun, es ist nicht so, dass Sie es nicht könnten. Aber ich habe alle ihre Schläge gesehen. Manchmal geht es nicht darum, wie hart ein Schlag ist. Der Punkt ist, ob du den Schlag siehst, wenn er kommt. Den Schlag, mit dem John Ruiz mich traf, habe ich nicht gesehen. Das ist der große Unterschied. Ich bin von einigen Boxern schon viel härter getroffen worden, aber die Schläge habe ich alle gesehen. Immer wenn jemand zu Boden geht, fragt er nachher: "Was war das für ein Punch? Ich weiß, ich wurde getroffen, aber wo kam er her?"
Wollen Sie nach dem Kampf gegen Ruiz den Sieger des Duells Lewis vs. Tyson fordern?
Ich bin mir sicher, dass ich erst gegen den WBA-Pflicht-Herausforderer boxen muss. Es sei denn, sie geben mir eine Sondererlaubnis. Aber irgendwie gehe ich immer leer aus, wenn Sonderzugriffe auf WM-Kämpfe vergeben werden. Aber wer sagt, dass der Kampf zwischen Lewis und Tyson überhaupt zu Stande kommt? Sie reden seit zwei Jahren darüber und nichts passierte. Warum sollte man sicher sein, dass es im April klappt?
Wie wird Ihr Leben nach dem Boxen aussehen?
Wenn alles zu Ende ist, werde ich auch wollen, dass es zu Ende ist. Ich werde zufrieden sein, ich werde über alles reden können und in anderer Form ein Teil des Spieles bleiben. Tatsache ist, wenn es zu Ende ist, werde ich der unumstrittene Weltmeister sein.