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Mittwoch, 2001-12-26

Hoffmann blickt zurück

Timo Hoffmann blickt im Interview zurück auf 2001

Timo, dein Boxjahr begann denkbar schlecht mit einer unerwarteten Niederlage gegen Michael Sprott aus England. War das dein negativstes Erlebnis in diesem Jahr?
Ja, das kann man auf jeden Fall so sehen. Das Jahr begann sehr schlecht. Aber mittlerweile bin ich aus meinem Tal heraus gekommen und ich fühle mich derzeit fit wie noch nie.
Was war für dich wichtig im Jahr 2001?
Für mich war sicherlich der Wechsel in das Boxcamp nach Frankfurt an der Oder sehr wichtig. Dadurch bin ich endlich wieder dichter an meiner Heimat und an meiner Familie. Diese private Umgebung habe ich gebraucht, um mich besser zu fühlen. Das Training in Frankfurt macht mir sehr viel Spaß und ich denke, ich kann mich hier weiterentwickeln. Das Team um Manfred Wolke ist sehr klein und so bilden wir eine eingeschworene Gemeinschaft. Das schweißt zusammen. Das hat mich auch sportlich gesehen nach vorne gebracht und ich habe mich in den letzten Monaten entwickelt.
Als du am 24. März knapp gegen Michael Sprott gewinnen konntest, was hast du da direkt nach dem Fight gedacht?
Natürlich war ich zufrieden, dass ich den Kampf gewonnen habe. Anderseits hatte ich gemerkt, dass ich mich in einem sportlichen Tal befand und einfach eine Auszeit brauchte. Deshalb entschloss ich mich, einen Strich unter meine Vergangenheit zu ziehen und etwas zu verändern.
Gegen Troy Weida (USA) hast du im Dezember in Dortmund schon in der ersten Runde durch T.K.o. gesiegt. Wie kam es, dass du plötzlich wieder so stark warst?
Im Kampf gegen Troy Weida konnte man eigentlich nicht viel erkennen, da er sehr kurz war. Das Training im Vorfeld mit Ross Puritty hat mich sehr nach vorne gebracht. Viel wichtiger ist aber meine langfristige Entwicklung, davon wird man im nächsten Jahr sicherlich einiges sehen können.
Dieses Jahr hast du deinen Coach gewechselt. Seit Juli trainierst du mit Manfred Wolke in Frankfurt an der Oder. Mit Ulli Wegner hattest du immer ein gutes Verhältnis. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Ja, ich habe wirklich ein gutes Verhältnis zu Ulli Wegner. Nach dem Kampf gegen Michael Sprott im März in Magdeburg entschloss ich mich, mich selbst aus meinem Tal zu ziehen und neu anzufangen. Ich habe gemerkt, dass die Nähe zu meiner Familie sehr wichtig für mich ist. Da lag der Wechsel nach Frankfurt sehr nahe. Ich habe danach sehr an meinen Fehlern gearbeitet.
Wie habt ihr, also du und Trainer Wolke, euer Training verändert?
Das Training in Köln hatte mir auch schon sehr viel Spaß gemacht. Ich trainiere jetzt viel intensiver und härter als zuvor. Wir sind eine kleine Gruppe, da kann der Trainer noch besser auf mich eingehen, Fehler erkennen und mit mir daran arbeiten. Ich habe viel an meiner Beinarbeit getan und bin mit dem Trainingszustand zufrieden.
Hat sich dadurch auch dein Kampfstil geändert?
Auf den ersten Blick nicht. Ich bemühe mich, Fehler nicht zu wiederholen und habe meine Schlagtechnik trainiert.
Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel ist immer ein Zeitpunkt, in der man sich besinnt und sich gute Vorsätze für das nächste Jahr vornimmt? Was nimmst du dir für 2002 vor?
Ich will Ende 2002 den Europameistertitel im Schwergewicht holen. Daran denke ich bei jedem Training und arbeite intensiv daran.
Im Januar boxt René Monse gegen Luan Krasniqi um die EM. Wie ist deine Einschätzung? Wer wird deiner Meinung nach gewinnen?
Das ist schwer zu sagen. Beide sind gute Boxer und können gewinnen. Ich sehe einen leichten Vorteil bei Krasniqi, vielleicht 60 zu 40.
Wäre es für dich eine Option gegen den Sieger dieses Kampfes erneut um die EM zu boxen?
Ja, ich hoffe, dass ich vielleicht Ende des Jahres gegen den Sieger um die Europameisterschaft boxen kann. Vorher werde ich aber sicherlich noch zwei oder drei Aufbaukämpfe bestreiten, um meine Leistung unter Beweis zu stellen.
Das Jahr 2000 hast du mit einem tollen Kampf um den EM-Titel gegen Vitali Klitschko beendet. Würdest du gerne im nächsten Jahr noch einmal gegen ihn kämpfen und dich für die Niederlage revanchieren?
Ich glaube nicht, dass es im nächsten Jahr zu einem solchen Kampf kommt. Dazu müsste man Vitali Klitschko wohl eher zwingen. Ich muss mich leistungsmäßig natürlich noch ein bisschen ranpirschen. Aber wie schon gesagt, ich fühle mich "fitter" denn je.
In der internationalen Schwergewichtszene tut sich einiges. John Ruiz bleibt Weltmeister der WBA, Lennox Lewis soll zwei Kämpfe gegen Mike Tyson machen. Was glaubst du, wer dieses Duell gewinnen wird?
Ich weiß nicht genau. Lewis ist sicherlich für mich Favorit, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Mike Tyson noch einmal so viel Kraft mobilisieren kann.