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Mittwoch, 2006-06-07

"Hinten anstellen"

Nach der Niederlage gibt Sebastian Sylvester nicht auf


Am Ende kraftlos: Sebastian Sylvester und Amin Asikainen
Zwei Tage nach dem Kampf, so erzählt Coach Hartmut Schröder, sei die Stimmung noch immer mehr als gedrückt gewesen. Verschenkt habe Sebastian Sylvester die Titelverteidigung gegen den Finnen Amin Asikainen. "Das muss er sich jedoch selbst zuschreiben", so das Urteil des Trainers über seinen Schützling. "Hätte er sich an meine Anweisungen gehalten, hätte er den EM-Titel noch. Asikainen war zu schlagen." Das musste schließlich auch Sylvester einsehen. Zu spät allerdings. Schröder und Manager Winfried Spiering hatten den 25-Jährigen zur anschließenden Videoanalyse allein gelassen. Nur nicht noch einmal die Glut schüren. "Ja, ich hab’s verschenkt", gestand der geschlagene Mittelgewichtler am Ende ein. Statt seine Stärken auszuspielen und aus langer Distanz zu boxen, ließ er sich nahezu auf eine Kräfte raubende Prügelei ein – in der achten Runde waren beide Boxer stehend K.o. Hinzu kam, dass Sylvester bei der zweiten Niederlage in 23 Profikämpfen erstmals einen Cut einstecken musste, was ihn sichtlich einschränkte, als Entschuldigung aber nicht gelten kann.

Hartmut Schröder (r.), Winfried Spiering und Sebastian Sylvester
Inzwischen wird indes wieder versucht, zur Tagesordnung überzugehen. Wegen des Technischen K.o’s wurde Sylvester mit einer achtwöchigen Sperre belegt, die der gebürtige Mecklenburger unter anderem für einen Urlaub auf Gran Canaria nutzt. "Einfach abschalten und über alles nachdenken", sagt er. In jedem Fall weiß er, dass sich an der Zusammenarbeit mit Schröder und Spiering nichts ändern wird. "Jetzt muss er sich eben wieder hinten anstellen", weiß der Coach, der bereits über einen Aufbaukampf im September nachdenkt und auch einen möglichen Rückkampf gegen Asikainen angehen würde. "Das", so sagt er, "muss allerdings nicht sein."