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Mittwoch, 2009-09-16

Heimspiel für Krull

Schwergewichtler Jens Krull hat ein Heimspiel (Fotos: SE)

Steigendes Selbstbewusstsein nach sechs Siegen aus sechs Profikämpfen

Sein Trainer Otto Ramin nennt ihn manchmal den "Schweiger". Dabei ist Jens Krull, der 2,09 Meter große Schwergewichtler, eigentlich ein netter Zeitgenosse. Doch im Ring darf der in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) geborene Kämpfer keinen Spaß verstehen. Das will er auch am 19. September im Jahnsportforum in Neubrandenburg unter Beweis stellen. Dann trifft er auf den Berliner Enrico Garmendia (16 Profikämpfe; 11 Siege, davon 6 durch K.o., ein Unentschieden).

 

Die Bezeichnung "Schweiger" hat nichts mit dem Kampfstil von Krull zu tun. "Damit meint mein Trainer wohl eher, dass ich generell nicht so viel spreche. Ich bin einfach nicht so redegewandt, deshalb sage ich meistens nicht so viel wie andere", erklärt der 20-Jährige. Doch nach sechs Siegen aus sechs Profikämpfen hat sich das schon ein wenig geändert. "Durch Erfolge wird man selbstbewusster. Das ist bei mir natürlich auch so. Man wird automatisch ein bisschen freier", so Krull.

Mit 2,09 Metern Körpergröße und rund 130 Kilogramm Kampfgewicht gehört Jens Krull auf jeden Fall zu den ganz großen Brocken im Profiboxsport. Anders als beim WBA-Weltmeister Nikolai Valuev aus St. Petersburg liegt beim in Wittenburg aufgewachsenen Schwergewichtler die Größe quasi in der Familie. "Mein Vater ist 1,96 Meter groß und auch meine Mutter ist nicht gerade klein. Deshalb war es nicht weiter verwunderlich, dass ich eine solche Größe erreicht habe", erzählt er.

 

Sein Coach warnt jedoch davor, zu große Leistungssprünge von seinem Schwergewichtler zu erwarten. Er will ihn behutsam an größere Aufgaben heranführen. "Jens Krull ist ein Boxer, der mehr von seinen physischen Eigenschaften, also der Größe, sowie der Schlagkraft leben muss. Diese Merkmale kommen bei den Profis besser zum Tragen. Deshalb haben wir ihn sehr früh zu den Berufsboxern geholt. Doch er braucht natürlich Zeit, um sich zu entwickeln", berichtet Otto Ramin.

Krull hat bisher alle sechs Profikämpfe gewonnen. "Ich merke, dass ich besser werde. Vor allem habe ich mich im Fitness-, Kraft- und Technikbereich entwickelt. Bis Anfang Juli habe ich neben dem Boxen noch meine Ausbildung gemacht. Doch nachdem ich die Prüfung zum Bürokaufmann bestanden habe, kann ich noch intensiver und länger trainieren. Jetzt kann ich mich noch mehr auf das Boxen konzentrieren. Ich hoffe, dass sich das auszahlt", erzählt Krull.

Vor dem Kampf gegen den 31-jährigen Garmendia standen viele Läufe und eine lange Sparringsphase auf dem Programm. "Wer mich kennt, der wird verstehen, dass es beim Lauftraining nur selten jemand gibt, der langsamer ist als ich. Das bringt die Körpergröße so mit sich. Doch ich knie mich rein und in den Sparrings habe ich über sechs Runden immer wieder ganz ordentliche Leistungen gezeigt. Somit sollte die Kraft im Jahnsportforum reichen", fährt er fort. 

Bei dem Ringgefecht in Neubrandenburg ist der Schwergewichtler aus Mecklenburg-Vorpommern natürlich besonders motiviert. "Für mich ist das ein echtes Heimspiel. Da will ich natürlich zeigen, dass ich mich insgesamt verbessert habe. Ich freue mich, wieder bei einer großen Veranstaltung im Ring zu stehen. Mich macht das nicht nervös, sondern eher stolz. Ich weiß, dass die Zuschauer in meiner Heimat hinter mir stehen und das ist ein tolles Gefühl", sagt Jens Krull.