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Mittwoch, 2002-11-27

Hartmann mit viel Wissen

Boxsport für Waldemar Hartmann schon seit langer Zeit interessant

Am Dienstag, den 19. November war Ringsprecher und Sportmoderator Waldemar Hartmann zu Gast im boxen.com-Expertenchat. Hier einige Ausschnitte aus dem Chat mit dem gebürtigen Nürnberger:

Waldemar Hartmann:
Hallo Leute! Hallo liebe Boxsportfreunde!
Michaela:
Hallo Waldi!
Fred:
Tag Herr Hartmann.
Flo:
Hallo alle miteinander!
Mandy:
Guten Abend.
Rechtsausleger:
Tach zusammen.
Fred:
Herr Hartmann, wie hat Ihnen die Boxgala in Nürnberg gefallen?
Waldemar Hartmann:
Die Boxgala hat mir gut gefallen. Der Hauptkampf war sehr spannend. Die anderen Kämpfe waren nicht so herausragend. Der Schwergewichtskampf hat mich etwas enttäuscht.
Marlen:
Wie gefällt Ihnen die Zusammenarbeit mit den Boxern so? Gibt es Boxer, mit denen Sie schon gerne zusammenarbeiten?
Waldemar Hartmann:
Das ist sehr viel offener, freundlicher und unkomplizierter, als mit Fußballern. Mit Sven Ottke und Markus Beyer lacht man viel zusammen, und man hat viel Spaß miteinander. Die Boxer haben eine große Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit.
Rechtsausleger:
Es ist bekannt, dass Sie Fußball sehr mögen, was mögen Sie am Boxsport?
Waldemar Hartmann:
Das ist der Kampf Mann gegen Mann. Boxen ist eine sehr männliche Sportart. Der Boxsport ist sehr alt. Außerdem fasziniert mich, dass es ein Sport ohne Waffen ist.
Michaela:
In welcher Stadt leben Sie eigentlich?
Waldemar Hartmann:
Ich lebe in Chur in der Schweiz. Für meine Sendungen beim Bayrischen Rundfunk habe ich aber auch eine Wohnung in München. Im Jahr bin ich aber sehr viel unterwegs.
Ringecke:
Welches sind für Sie die besseren Trainer? "Auge" und Hitzfeld oder Wolke und Wegner?
Waldemar Hartmann:
Das kann man nicht miteinander vergleichen. Wolke und Wegner beschäftigen sich mit ihren Boxern individuell und nach den jeweiligen Fähigkeiten, beim Fußball sind 20-25 Leute im Kader, für die ein Trainer zuständig ist. Die Anforderungen sind völlig unterschiedlich, und man kann es nicht vergleichen
Ringecke:
Denken Sie, Sie werden im Leben noch mal eine CD besingen?
Waldemar Hartmann:
Ich fürchte fast, die kann ich in der Badewanne besingen ;-) Ich würde damit der Menschheit keinen Gefallen erweisen.
Michaela:
Interessieren Sie sich eigentlich wirklich für Boxen oder ist das nur Beruf?
Waldemar Hartmann:
Nein, das ist der Beruf! Ich bin nicht nur bei Ali vor einigen Jahren in der Nacht aufgestanden, sondern auch bei anderen Boxkämpfen. Ich war früher schon Ringsprecher und habe mir viele Amateurkämpfe angeschaut. Wenn es nur Beruf wäre, hätte ich die Ringsprechertätigkeit nicht gemacht. Ich mache nur das, wovon ich etwas verstehe.
Fred:
Letzte Woche sah ich Sie Donnerstag beim Fußball in Bremen, Samstag beim Boxen, zwischendurch machen Sie glaube ich die Verbrauchersendung "Ohne Gewähr" und dann noch so Einiges. Sie sind also mehr im Fernsehen zu sehen, als ich selbigen einschalte. Sind Sie überhaupt noch mal zuhause?
Waldemar Hartmann:
Ja, natürlich. Gerade jetzt zum Beispiel. Das sieht nur so aus. "Ohne Gewähr" wird zum Beispiel immer aufgezeichnet. Die Sendungen werden nacheinander gedreht und dann später in wöchentlichen Abständen ausgestrahlt.
Und alle Menschen, die ins Büro gehen, arbeiten auch jeden Tag 8 Stunden. Ich würde auch sonst zum Sport gehen, so bekomme ich noch Geld dafür.
Zeitn-Rolf:
Hallo mein Freund, hier ist Dein Nachbar links von Dir.
Waldemar Hartmann:
Hallo Rolf.
Knolle:
Welche Zukunft sagen Sie dem Boxsport voraus?
Waldemar Hartmann:
Man muss aufpassen, dass nicht so etwas ähnliches passiert, wie beim Tennis oder beim Fußball. Man sollte die Leute nicht überfüttern mit zu vielen Fernsehübertragungen. Ich kann nur sagen: Aufpassen vor der Inflation. Wenn jede kleine Boxveranstaltung ausgestrahlt wird, schadet dies den wirklich guten Übertragungen.
Fred:
Achten Sie auf Ihre Ernährung?
Waldemar Hartmann:
Ich achte darauf, dass ich möglichst satt werde ;-) Ich esse leider meistens falsch und unregelmäßig, abends auch oft viel zu spät. Ich bin ein Genussmensch ;-)
Ringecke:
Bleibt Ihnen eigentlich noch Zeit für Hobbys?
Waldemar Hartmann:
Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Beruf mein Hobby ist. Das macht mir Spaß. Ich bin hautnah bei allem dran. Zusätzlich habe ich eigentlich keine Hobbys mehr. Mein Hobby ist mein Job.
Rechtsausleger:
Privat hört man eher wenig von Ihnen. Sind Sie eigentlich verheiratet?
Waldemar Hartmann:
Ich bin seit einem Jahr verheiratet, und das zum dritten Mal. Ich bin dabei sehr glücklich. Ich bin froh, wenn über das private Leben öffentlich nicht berichtet wird. Das will ich eigentlich auch nicht.
Flo:
Ich habe mal gehört, dass Sie früher eine Kneipe gehabt hätten. Stimmt das? Besitzen Sie den Laden heute noch?
Waldemar Hartmann:
Ich hatte nicht nur eine Kneipe, sondern vier – aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Die letzte haben wir 1990 verkauft, und seitdem fühle ich mich vor der Theke wohler, als hinter der Theke.
Marlen:
Wer ist Ihr Lieblingsboxer?
Waldemar Hartmann:
Das ist immer noch Muhammad Ali. Ich bin ein absoluter Fan von ihm. Ich war 1996 in Atlanta und da ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen, als ich ihn mit dem Olympischen Feuer gesehen habe. Bei einem Kampf von ihm durfte ich auch mal in die Kabine gehen. Es hat nichts Vergleichbares gegeben.
Zeitn-Rolf:
Bist Du auch in Dortmund?
Waldemar Hartmann:
Nein, da bin ich nicht. Ich habe hier in München einen Termin. Außerdem ist es ja eine ZDF-Veranstaltung.
Mandy:
In Nürnberg haben Sie nur den Kampf von Sven Ottke angesagt. Warum eigentlich nicht auch andere? Das wäre in Bezug auf die Stimmung evtl. nicht schlecht gewesen.
Waldemar Hartmann:
Das freut mich, dass Du mich als Stimmungsmacher einordnest. Wolfgang Ley sagt ja die anderen Kämpfe an. Wenn es andere Hauptkämpfe gibt, sage ich die manchmal auch an. Diesmal war die Zeit sehr kurz.
Ringecke:
Wann ist Ihre nächste TV-Sendung?
Waldemar Hartmann:
Ich bin demnächst Moderator beim UEFA-Cup, Ende November mache ich die Sportschau in Köln. Und am 7.12. bin ich in Leipzig beim Boxen.
Hubi:
Wie finden Sie Wilfried Sauerland?
Waldemar Hartmann:
Er ist für mich ein faszinierender Mensch. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er hat das Boxen in Deutschland wieder hoffähig gemacht. Und obwohl er in Südafrika lebt, ist er bei den Kämpfen da und hat Deutschland zu einem wichtigen Schauplatz gemacht.
Tiger1:
Haben Sie eigentlich Vorbilder?
Waldemar Hartmann:
Das eine oder andere, was ich gut finde, kopiere ich vielleicht ein wenig, aber nicht unbedingt. Man muss seinen eigenen Weg finden und gehen. Ich bringe aber vielen Menschen einen hohen Respekt entgegen.
Rechtsausleger:
Warum kommen Sie beim weiblichen Geschlecht so gut an?
Waldemar Hartmann:
Wenn es denn so ist, habe ich das so noch nicht bemerkt. Ich glaube, ich bin ein Mensch, der so ist, wie er ist. Dabei bin ich sehr ehrlich - da macht es aber keinen Unterschied ob Mann oder Frau.
Iron Mike:
Wie finden Sie Timo Hoffmann?
Waldemar Hartmann:
Da habe ich eine gespaltene Meinung. Beim letzten Kampf dachte ich, er hat erheblich dazugelernt. Ich habe vor einiger Zeit mit Manfred Wolke gesprochen, und er setzt große Stücke auf Timo Hoffmann. Wolke ist für mich ein exzellenter Trainer, und ich glaube ihm als Fachmann. Es wäre natürlich wunderbar, wenn ein deutscher Schwergewichtler wieder in der ersten Reihe in den Weltranglisten des Boxsports steht.
Flo:
In Nürnberg wurden Sie mal vertreten durch eine Frau. Haben Sie gelacht, als Sie gehört haben, dass das ein bisschen schief gelaufen ist?
Waldemar Hartmann:
Nein, ich habe nicht gelacht, Frau Neubauer ist eine private Freundin. Ich bin nicht schadenfroh, ich habe es selbst aber nicht gesehen. Daran sieht man mal, wie schwer so etwas auch sein kann. Man braucht eben auch ein bisschen Erfahrung und Ruhe.
Ringecke:
Können Sie sich auch vorstellen, mal als Schauspieler zu arbeiten?
Waldemar Hartmann:
Das wäre schon reizvoll. Es hat mal so Anfragen gegeben. Ich kannte viele Schauspieler sehr gut und ab und zu kommt mal wieder die Idee, aber natürlich nicht hauptberuflich.
Rechtsausleger:
Wie sind Sie zum Ringsprecher geworden?
Waldemar Hartmann:
Die Boxredaktion der ARD hat mich gefragt. Man wusste, dass ich vom Job etwas verstehe. Und dann hat man mich gebeten und ich habe gesagt, "lasst es uns versuchen". Ich habe aber vorher Herrn Sauerland und Herrn Nartz noch gar nicht persönlich gekannt.
Mandy:
Welche Filmrolle würde Sie am meisten reizen?
Waldemar Hartmann:
Weder jugendlicher Liebhaber noch Rächer der Enterbten. Ich würde sagen, eine Mischung zwischen Monaco Franze und einem Rockstar.
Mandy:
Welchen Kampf (zwischen welchen Boxern) würden Sie gern mal ansagen?
Waldemar Hartmann:
Mitchell gegen Ottke.
Marlen:
Oft schauen Sie ein bisschen ernst, natürlich bevor die Kamera läuft, sind Sie dann angespannt?
Waldemar Hartmann:
Nein, angespannt bin ich sicher nicht, da ist kein Lampenfieber. Das ist eher eine kurze Konzentrationsphase. Ich mache das nicht bewusst, ich höre dann meinem Knopf im Ohr zu und gehe gedanklich alles noch einmal durch.
Knolle:
Welches besonders lustige Erlebnis hatten Sie mal bei einer Übertragung?
Waldemar Hartmann:
Den meisten Spaß hatte ich noch beim Radio. Wir haben natürlich auch beim Fernsehen viel Spaß, gerade in der Skisaison. Aber die Zuschauer bekommen das nicht mit. Das sind eigentlich eher Insidergeschichten, die uns intern zum Lachen bringen.
Flo:
Was macht das Leben für Sie lebenswert?
Waldemar Hartmann:
Das Leben an sich ist lebenswert. Wir leben in einem friedlichen Land. Schön, dass ich eine nette Frau habe. Es gibt sehr viele lebenswerte Dinge, ich bin ein sehr positiver Mensch. Miesmacher hingegen bedauere ich.
Marlen:
Welches war der beste Kampf, den Sie live gesehen haben.
Waldemar Hartmann:
Ottke gegen Mundine war ein Spitzenkampf.
Marlen:
Wie finden Sie Ulli Hoeness?
Waldemar Hartmann:
Das ist ein sehr erfolgreicher Manager mit großen Visionen, der seiner Zeit oft voraus ist und ohne den Bayern München nicht dort stehen würde, wo sie jetzt sind.
Michaela:
Wer wird Deutscher Fußballmeister?
Waldemar Hartmann:
Bayern München wird es "langweiligerweise" wieder.
Fred:
Zählen Sie mittlerweile auch viele Sportler zu Ihren Freunden?
Waldemar Hartmann:
Bei Freunden bin ich vorsichtig. Ich habe eigentlich nur drei richtige Freunde, und die reichen aus. Befreundet bin ich mit vielen. Aber unter "Freund" verstehe ich etwas anderes. Was die Sportler angeht, verstehe ich mich mit einigen Athleten sehr gut. Auf meiner Hochzeit waren deshalb auch einige Sportler.
Michaela:
Können Sie heute noch unbelästigt und unerkannt über die Straße gehen?
Waldemar Hartmann:
Mein Ziel war nicht mein Bekanntheitsgrad. Damit kann ich aber gut umgehen. Wenn man häufig im Fernsehen ist, ist man für manche Menschen, wie ein guter Nachbar.
Marlen:
Hören Sie gerne Musik? Wenn ja, dann welche?
Waldemar Hartmann:
Ja, ich habe auch selbst mal Musik gemacht, mal Bassgitarre gespielt. Aus den alten Zeiten fand ich die Beatles und die Stones gut. Heute eher Joe Cocker und Brian Adams.
Rechtsausleger:
Welche Träume möchten Sie sich noch im Leben erfüllen?
Waldemar Hartmann:
Ich habe ein paar Vorstellungen, Träume eher nicht. Ich habe aber das Motto: Der liebe Gott wird es schon richten.
Flo:
Finden Sie auch, dass die Stimmung in der ARENA Nürnberg immer besonders gut ist?
Waldemar Hartmann:
Die ist nicht schlechter als in Magdeburg und Leipzig. Eine schlechte Stimmung habe ich bisher nur in Köln erlebt. Sie ist in Nürnberg sehr gut, aber in Magdeburg ist das bei Sven Ottke auch so.
Mandy:
Treiben Sie selbst auch viel Sport ?
Waldemar Hartmann:
Leider treibe ich nicht mehr so viel Sport. Ich komme manchmal noch zum Joggen und setze mich zuhause auf das Fitnessrad. Vielleicht fange ich noch mit Golf an.
Fred:
Wieviele Stunden arbeiten Sie in der Woche?
Waldemar Hartmann:
Das ist sehr unterschiedlich. Ich zähle nicht nach Stunden. Ich lese viele Zeitungen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Nach Stunden kann man diese Arbeit nicht bewerten. Da gehört oft Vorbereitung dazu, die auch bei einer Tasse Kaffee in einem Cafe stattfinden kann.
Michaela:
Haben Sie den Kampf von Andreas Sidon gesehen? Wie fanden Sie seine Leistung? Immerhin ist er schon 39.
Waldemar Hartmann:
Mich hat Marcel Beyer enttäuscht. Hut ab vor Andreas Sidon. Er hat eine starke Anfangsphase von Beyer überstanden. Für Sidon war es eine außergewöhnliche Leistung, er ist ja auch erst spät mit dem Boxsport angefangen. Ob das allerdings für das Deutsche Schwergewicht spricht, ist eine andere Frage.
Ringecke:
Was essen Sie gerne?
Waldemar Hartmann:
Ich bin ein Freund von deftiger Kost. Brotzeiten, außerdem bin ich Anhänger der italienischen Küche.
Flo:
Haben Sie selbst schon mal im Ring gestanden?
Waldemar Hartmann:
Als Ringsprecher natürlich. Aber als Boxer nicht, ich habe mich aber durch das Leben geschlagen - aber nicht mit den Fäusten ;-)
Rechtsausleger:
Welche Sportart möchten Sie auf keinen Fall moderieren?
Waldemar Hartmann:
Beim Schach hätte ich Schwierigkeiten.
Ringecke:
Wie finden Sie Manfred Wolke und Ulli Wegner?
Waldemar Hartmann:
Das sind zwei exzellente Kenner dieser Sportart, wenn auch völlig unterschiedlich. Beide haben grandiose Erfolge vorzuweisen.
Waldemar Hartmann:
So, das war es von meiner Seite aus. Ich wünsche allen Chattern von boxen.com noch einen schönen Abend!
Fred:
Danke Waldi!
Michaela:
Achten Sie auf Ihre Ernährung!
rockatikki:
Wiedersehen!
Mandy:
Alles Gute Herr Hartmann und allzeit versprecherfreie Ansagen!
Rechtsausleger:
Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend!
...
Die boxen.com-Expertenchats der nächsten Wochen:
03.12.02, ab 19.00 Uhr: Andreas Sidon
10.12.02, ab 19.00 Uhr: Fighting Nordin