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Donnerstag, 2002-01-17

Happy Birthday Ali!!!

Der größte Boxer aller Zeiten wird heute 60 Jahre alt

Nachdem vor wenigen Tagen schon ganz Hollywood in der Ali-Galashow die Boxlegende umarmte, öffnet heute die ganze Welt ihr Herz für Muhammad Ali. Herzlichen Glückwunsch an "The Greatest"! Das komplette Team um boxen.com gratuliert dem größten Profiboxer und wohl auch der größten Sport-Persönlichkeit des vergangenen Jahrhunderts ganz herzlich!!!

Das Fundament für Alis außergewöhnlichen Status ist natürlich die sportliche Vita:
Olympiasieger 1960 in Rom im Halbschwergewicht

Jüngster Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten mit dem T.K.o.-Sieg 1964 über den unbezwingbar scheinenden Sonny Liston
1974 im "Rumble in the Jungle" in Kinshasa/Zaire nach sensationellem K.o.-Sieg über Knockouter und Titelverteidiger George Foreman zum zweiten Mal Weltmeister aller Klassen
Punktsieg in der Revanche gegen Leon Spinks 1978 - schließlich der Erste, der dreimal die Schwergewichts-Krone gewann
Mit seinen häufig zielgenauen Prophezeiungen über den Ausgang seiner Kämpfe ("They all fall in the round I call") verblüffte er die Medien und Fans. Er begeisterte die Massen mit seinen Sprüchen und Reimen oder den Tiraden gegen seine Gegner.
Doch der selbsternannte "Größte" und "Schönste" spaltete auch die Nation. Mit seinem Übertritt zum Islam und den Black Muslims nach dem ersten Fight gegen Liston 1964 löste der als Cassius Marcellus Clay in Louisville/Kentucky geborene Ausnahmeboxer öffentliche Kontroversen aus.
Wegen seiner Wehrdienstverweigerung aus religiösen Gründen und der öffentlichen Kritik am Vietnamkrieg wurde Ali im reaktionären weißen Amerika zum meist gehassten Mann der Nation. Die Retourkutsche kam mit der Aberkennung seines WM-Titels 1967 und des Einzugs seiner Profibox-Lizenz.
Zudem drohten im Gefängnis von bis zu fünf Jahren. Aus Enttäuschung schleuderte Ali seine Goldmedaille von Rom in den Ohio River. Nach drei Jahren erhielt Ali seine Lizenz zurück. 1971 hob der oberste Gerichtshof der USA auch das Urteil gegen ihn auf. Schon damals hatte er den Status einer lebenden Legende.
Der "Thrilla in Manila" 1975, der dritte Fight gegen Joe Frazier, war für Ali der letzte wirklich große Kampf. Beide Fighter lebten nur von ihrem Willen, der von Ali siegte. In der Pause zur 15. Runde wurde der völlig zugeschwollene Frazier von seiner Ecke aus dem Fight genommen. Die beiden Erzrivalen mussten drei Wochen ins Krankenhaus. "Es war nahe am Tod", sage Ali nach der Schlacht.
Es folgte der Rücktritt nach dem Sieg gegen Spinks 1978 und die Rückkehr 1980 gegen seinen ehemaligen Sparringspartner Larry Holmes, von dem er bitter verprügelt wurde. Ali ließ sich nicht belehren, kam gegen Trevor Berbick 1981 nochmals zurück und verlor ebenfalls. Die Diskussionen, ob seine Krankheit (Parkinsonsches Syndrom) durch diese unnötigen Fights begünstigt wurde, halten immer noch an.
Der neunfache Vater verbringt auf seiner Farm in Michigan zusammen mit Ehefrau Lonnie ein zufriedenes Leben. Er setzt sich für Minderheiten ein, besucht Bedürftige in aller Welt und versucht, in politischen Konflikten zu vermitteln, wie 1991 in der Irak-Krise. 1996 in Atlanta wurde ihm die Ehre zuteil, das Olympische Feuer zu entzünden. Auch beim Fackellauf für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City im Februar diesen Jahres hielt er schon die Fackel in seiner Hand.
Viele Stars, Sportler und Musiker ehrten den großen Sportsmann am vergangenen Wochenende in einer großen Fernsehgala. In Hollywood wurde ihm die Ehre eines Sterns mit seinem Namen zu Teil. Der Regisseur Michael Mann verfilmte das Leben von Muhammad Ali mit dem berühmten Schauspieler Will Smith. Der Film kommt im Februar in die deutschen Kinos.