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Mittwoch, 2002-09-18

Hall: Dariusz gedopt!

Schwere Vorwürfe gegen den WBO-Champ im Halbschwergewicht Dariusz Michalczewski

Richard Hall aus Jamaika hat nach seiner Niederlage gegen den WBO-Champion im Halbschwergewicht Dariusz Michalczewski schwere Dopingvorwürfe gegenüber dem Danziger erhoben. In einem Interview mit der amerikanischen Internetsite Boxingtalk bezichtigte er den "Tiger" der Einnahme anaboler Stereoide.
"Ich möchte einmal eines dazu sagen: Kein Mensch hätte die Prügel, die Michalczewski erhielt, überstehen können, ohne unter Einfluss von Drogen zu sein. Dieser Kerl muss auf Stereoiden gewesen sein, das muss er. Meine Hände schmerzen mich sogar jetzt noch", sagte Hall nach der Rückkehr in die USA.
"Dieser Kerl wurde mit Schlägen getroffen, die zwei Pferde umgebracht hätten. Ich hätte ein Pferd mit einigen dieser Punches umhauen können, aber dieser Kerl krümmte sich nur ein wenig, wurde ein bißchen durchgeschüttelt und kam zurück, um mehr zu kassieren. Wie kann ein Mensch sich dieser Bestrafung entgegen stellen. Er konnte es nicht und deswegen ist er jetzt im Krankenhaus", so Hall weiter, der auch sagte, dass er Michalczewski in dem Kampf den Kiefer gebrochen habe.
Der Abbruch des Duells in der zehnten Runde durch den amerikanischen Ringrichter Rudy Battle kam für den Jamaikaner überraschend: "Ich bin dorthin gekommen, um meine Mission zu beenden, und das habe ich getan. Aber in einem fremden Land passieren solche Dinge halt. Der Typ hatte gerade mal mit vier Punches getroffen. Als ich ihn klammerte, sagte der Ringrichter break. Ich hörte auf ihn und löste die Klammerung, aber da beendete er schon den Kampf", sagte Hall.
Hall: Kampf hätte zu seinen Gunsten vorher abgebrochen werden müssen
Auf die Frage, warum der erste Kampf aufgrund seiner Schwellung über seinem Auge beendet wurde und dieser Kampf nach den schweren Verletzungen bei Michalczewski nicht, antwortete Hall: "Nun, ich habe keine Ahnung. Nicht einmal den Hauch einer Ahnung. Der Kampf hätte wegen seines linken Auges beendet werden können. Er blutete von der ersten Runde an wie ein Schwein. Als wir am Flughafen waren, sagte Rudy Battle [Ringrichter des Kampfes; die Red.] zu mir, dass er nicht gewusst habe, dass ich so hart schlagen könne. Er hat mich sogar gefragt, ob ich denken würde, dass er den Kampf zu unrecht abgebrochen hätte."
Von seinem Promoter, dem er vorwirft, ihn nicht richtig unterstützt zu haben, habe er sich getrennt und noch in diesem Jahr möchte der 30-Jährige wieder in den Ring steigen. Der Jamaikaner glaubt, dass er der beste Boxer der Welt in seiner Gewichtsklasse sei. "Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Halbschwergewichtler gibt, der mich schlagen kann. Mensch, ich bin zweimal gegen den selben Typen um den Titel gebracht worden. Ich wurde beraubt, weil ich gegen ihn in seiner Heimat geboxt habe."
Gegen den derzeit als besten Halbschwergewichtler der Welt geltenden IBF-, WBA- und WBC-Champion Roy Jones verlor Hall im Mai 2000 durch technischen K.o. in der elften Runde. Im Vergleich glaubt er, dass dieser aufgrund seiner Fertigkeiten besser ist als Michalczewski, doch auch Jones würde er in einem erneuten Kampf besiegen, wenn er bei bester Gesundheit sei, so Hall.
An einen Sieg gegen den WBO-Weltmeister konnte der Jamaikaner im Nachhinein kaum noch glauben: "Wahrscheinlich wäre ich disqualifiziert worden, wenn ich ihn ausgeknocked hätte. Sie wollten nicht, dass der Titel Deutschland verlässt." Am Ende erhob er noch einmal den Vorwurf des Betruges gegenüber den Veranstaltern: "Ich bin auf schlimmste Weise um den Titel gebracht worden. Mir tut es leid, dass Dariusz immer noch im Krankenhaus ist, aber es gibt nichts, was ich hätte tun können, der Ringrichter hätte den Kampf früh stoppen müssen."
Michalczewski in Statistik vorne
Etwas seltsam muten die späten Vorwürfe des Jamaikaners schon an, zumal er vor laufenden Kameras nach dem Kampf gegenüber seinem Kontrahenten großen Respekt zollte, der all seine Punches geschluckt habe.
In der Kampfstatisitk lag Michalczewski mit insgesamt 316 Treffern vor Hall, der 297-mal getroffen hatte. Zwar feuerte dieser mit 759 fast doppelt so viele Schläge gegenüber 409 ab, doch Hall hatte ab der fünften Runde pro Runde weniger Treffer gelandet als der Weltmeister. In Runde zehn, als der Kampf abgebrochen wurde, traf Hall nur dreimal, während der "Tiger" 31 Schläge ins Ziel brachte.