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Dienstag, 2003-01-21

Grigorian: Sieg umstritten

Michel Trabant und Artur Grigorian verteidigen jeweils ihre Titel

Äußerst umstritten endete am Samstagabend in der Grugahalle in Essen der Kampf um die WBO-Weltmeisterschaft im Leichtgewicht. Titelverteidiger Artur Grigorian lag am Ende des Aufeinandertreffens gegen den 26-jährigen Matt Zegan auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 115:113 und 116:112 zweimal vorne. Der dritte Punktrichter hatte mit 114:114 ein Unentschieden gesehen. Obwohl der polnische Herausforderer über weite Strecken des Kampfes überlegen war und unaufhörlich, seine rechte Führhand voraus, nach vorne marschierte, reichte es nicht zum Sieg. In der achten Runde musste der Titelverteidiger dazu noch einen Cut am linken Auge hinnehmen, ab der neunten Runde behinderte den Usbeken zusätzlich ein schwerer Cut am rechten Auge beim Versuch, seinen WBO-Titel zu verteidigen. Zum Ende des Ringgefechtes kam der schwer gezeichnete Grigorian zwar noch einmal auf, doch wohl nur wenige Zuschauer hatten den 35-Jährigen als Sieger gesehen. Artur Grigorian erzielte mit dem umstrittenen Erfolg seinen 36. Sieg in seiner Profikarriere.
Auch sehr umstritten war vor etwa 3.000 Zuschauern der Ausgang im EM-Kampf im Weltergewicht. Der ungeschlagene Berliner Michel Trabant bezwang den 32-jährigen Frederic Klose mit 2:1-Punktrichterstimmen und sicherte sich somit seinen 38. Sieg als Profi. Der 24-jährige Titelverteidiger begann zwar beherzt, musste aber sehr schnell erkennen, dass sein französischer Kontrahent mit seinen Reichweitenvorteilen nur sehr schwer zu stellen war. In der dritten Runde führte eine harte Rechte des Herausforderers zu einem schweren Cut über dem linken Auge des Europameisters. Auch in der Folge bestimmte der überraschend konditionsstarke Klose das Ringgeschehen. Erst ab der achten Runde kam Michel Trabant etwas besser in Tritt und verstand es, seinen Gegner zu stellen. Dabei versuchte der Berliner in erster Linie mit Treffern auf den Körper und mit Aufwärtshaken zum Erfolg zu kommen. Am Ende sahen ihn zwei Punktrichter mit 116:114 und 117:113 als Sieger, einer wertete mit 115:114 für den starken Frederic Klose.
Im Ringgefecht um den vakanten WM-Titel der WIBF im Fliegengewicht zeigte sich Regina Halmich in bestechender Form. Die gebürtige Karlsruherin dominierte den Kampf gegen die an Reichweite überlegene Nadja Loritz aus Koblenz über weite Strecken deutlich. Dabei präsentierte sich die 26-Jährige von Beginn an sehr aktiv, wirkte beweglicher und kam häufig mit ihrer linken Führhand zum Erfolg, nachdem sie zuvor die Deckung ihrer Kontrahentin mit einem rechten Haken nach unten gezogen hatte. In der siebten und achten Runde kam Nadja Loritz, die erstaunliche Nehmerqualitäten zeigte, noch einmal auf, konnte aber das Blatt nicht mehr wenden. Am Ende erreichte Regina Halmich gegen ihre 34-jährige Gegnerin einen einstimmigen Punktsieg und feierte den 41. Erfolg im 42. Kampf.
Ein Unentschieden im Aufeinandertreffen um den GBU-Gürtel im Jr. Federgewicht erboxte Silke Weickenmeier aus Speyer gegen die favorisierte Daisy Lang. Die 23-Jährige, die von ihrem Vater Siggi trainiert wird, überraschte mit einer sehr engagierten Vorstellung und attackierte ihre im bulgarischen Sofia geborene Kontrahentin immer wieder von der Ringmitte aus. In der siebten Runde erlitt die 30-jährige Daisy Lang dann einen Wadenkrampf im linken Bein, der sie neben einer Verletzung ihres rechten Beines sehr in ihren Aktionen hinderte. So war das Unentschieden am Ende für die in Düsseldorf lebende Athletin eher schmeichelhaft. Der WM-Titel beim Weltverband GBU bleibt damit erst einmal vakant. Es ist davon auszugehen, dass sich beide Rivalinnen noch einmal in einem Rückkampf gegenüber stehen werden.
In einem weiteren Ringgefecht des Abends gewann der in Rumänien geborene Konstantin Onofrei im Schwergewicht gegen den Brasilianer Marcelo Ferreira durch technischen K.o. in der dritten Runde. In der gleichen Gewichtsklasse erreichte Adnan Serin einen klaren Punktsieg gegen den Franzosen Roger Foe. Die Schwergewichtler Goran Gogic und Farhat Chaanoune trennten sich nach vier Runden überraschend mit einem Unentschieden. Der WBO-Weltranglistenerste im Mittelgewicht, Bert Schenk, der mittlerweile auch bei der WBA an Position zwei geführt wird, bezwang den Ungarn György Bugyik durch technischen K.o. in der fünften Runde.