Deutsch English
23.03.2017
Top-Thema

Pressekonferenz vor Zeuge-WM

Vor Weltmeisterschaft in Potsdam halten sich Hauptkämpfer zurück

Zeuge bleibt bescheiden

WBA-Weltmeister ist mit dem zufrieden, was er hat - auch nach WM-Sieg!

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Dienstag, 2005-12-20

Friedensmedaille für Ali


Muhammad Ali
Für seine Verdienste um Frieden und Völkerverständigung ist Box-Idol Muhammad Ali als erster Sportler mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold ausgezeichnet worden. Der dreifache Schwergewichts-Weltmeister nahm die Medaille am Samstagabend in Berlin von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen entgegen und wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Laudator Jan Philipp Reemtsma lobte, Ali habe geholfen, "die Welt besser zu machen". Anschließend schaute sich Ali den Boxkampf seiner Tochter Laila an.

Ali-Freund Ben Wett und Ehefrau Lonnie, Muhammad Ali
Seine Schlagkraft hat er verloren, seinen Charme jedoch nicht: Vor 23 Jahren wurde bei Ali Parkinson diagnostiziert, die Krankheit hat die Sportlerlegende sichtlich geschwächt. Bei der Verleihung der
Friedensmedaille wurde der 63-Jährige von Helfern auf die Bühne geführt, wo er die Auszeichnung aus den Händen von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit entgegennahm. Die Dankesrede hielt Alis Ehefrau Lonnie, der Champion verfolgte ihre Ansprache mit gesenktem Kopf. Er selbst spricht schon lange nicht mehr zu Publikum. Die Gäste reagierten sichtbar gerührt auf den Auftritt des Boxers und spendeten minutenlang Applaus. Die Friedensmedaille erhielt Ali für "sein Engagement im Dienste der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der weltweiten kulturellen Emanzipation der Schwarzen sowie seinen Einsatz als UN-Friedensbotschafter". Die Medaille stiftete Dietrich Hahn in Gedenken an das humanitäre und pazifistische Engagement seines Großvaters, des Physikers und Nobelpreisträgers Otto Hahn. Ali ist der zehnte Träger der Medaille, die vor ihm unter anderem Michail Gorbatschow, Hans Koschnick und Lord Yehudi Menuhin erhielten. Tosender Applaus brandete auch in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle auf, als Ali dort eine Stunde vor Mitternacht eintraf. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und verfolgten, wie der Boxer in Begleitung seines langjährigen Freundes Howard Bingham und seiner Frau Lonnie mit einem Elektro-Mobil zum Ring gefahren wurde. Begleitet von Box-Promoter Don King und Prominenten-Bodyguard Ahmad Mohammed bahnte sich Ali die letzten Meter zu seinem Sitzplatz. Sichtlich begeistert wartete Ali dann auf den Kampf seiner Tochter Laila gegen die Schwedin Asa Maria Sandell, die das Vorprogramm der Schwergewichts-WM bestritten. Der Vater erlebte eine Tochter, die ihm alle Ehre machte. Der Kampf wurde in Runde fünf wegen technischem K.O. abgebrochen, nachdem Sandell viele harte Treffer eingestecken musste: Laila Ali hatte ihren 22. Fight in Folge gewonnen. Rührende Bilder gab es anschließend zu sehen, als Ali seine Tochter stolz an sich drückte.