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Mittwoch, 2006-03-01

EWE Arena fast ausverkauft

Großer Ansturm auf die 4000 Tickets der EWE-Arena


Lokalmatadorin Heidi Hartmann
Heidi Hartmann überraschte in der letzten Woche in ihrer Heimatstadt Oldenburg die Tourist-Information in der Kleinen Kirchstraße. Eigentlich wollte sich die Box-Weltmeisterin nur über den Stand des Ticketverkaufs für die Boxgala am 4. März informieren, aber nachdem die Lokalmatadorin von einer Schulklasse erkannt wurde, wandelte sich der spontane Besuch in eine ausgedehnte Autogrammstunde, bei der sich Heidi, trotz des engen Terminplans vor dem Kampf gegen Borislava Goranova (Bulgarien), viel Zeit für die Fragen der Box-Fans nahm.

Heidi Hartmann in Oldenburg
Wer am 4. März bei der Boxgala in der
Oldenburger EWE Arena eine der 4000 Karten ergattern will, sollte sich sputen. Denn für den Kampfabend, bei dem IBF-Weltmeister Arthur Abraham seinen Titel erstmalig verteidigen wird, waren Mitte der Woche nur noch 200 Tickets erhältlich. (Tickethotline: 0421 / 36 36 36)

Als die EWE ARENA in Oldenburg im letzten Jahr den Zuschlag für die internationale Boxgala am 1. Oktober bekam, war dies zunächst für viele Insider der so genannten Boxsportszene überraschend. Dabei kann die Universitätsstadt auf eine große Boxtradition zurückblicken. Schon in den 50-er Jahren feierte die Boxstaffel des VfB zahlreiche Erfolge und Oldenburg erkämpfte sich somit den Ruf als Norddeutschlands Boxhochburg.
1957 stieg der spätere Profi-Europameister Bubi Scholz in der Stadt an der Hunte in den Ring. Oldenburg erwies sich dabei als gutes Pflaster für den Berliner. Gegen den Spanier Francisco Frances (am 2. März 1957), den Franzosen Michel Masson (8. Februar 1958) und den spanischen Mittelgewichtler Domingo Mena (23. August 1958) feierte der Rechtsausleger K.o.-Erfolge. Aber auch bekannte Boxgrößen wie Peter Weiland, Eckhard Dagge, Peter Müller und Lothar Abend bestritten Kämpfe im Zentrum der Weser-Ems-Region.
Mit Heidi Hartmann war es dann eine Frau, die das riesige Interesse am Profiboxen nach Oldenburg zurückbrachte. Mit dem Gewinn der WIBF-WM gegen die Niederländerin Marischa Sjauw am 29. Mai 2004 in der Kieler Ostseehalle lenkte sie das Interesse der Boxsportszene unverhofft zurück auf die 158.000 Einwohner zählende Stadt in Niedersachsen. Nachdem die heute 34-Jährige einen für den Juli vergangenen Jahres geplanten Titelfight nach einem Verkehrsunfall noch absagen musste, entdeckte Manager Wilfried Sauerland die Huntestadt als Austragungsort.
So stiegen am 1. Oktober vergangenen Jahres nach über vierjähriger Pause wieder Profiboxer in Oldenburg in den Ring. Mit Nikolay Valuev, inzwischen WBA-Weltmeister im Schwergewicht, und Arthur Abraham, seit Dezember 2005 IBF-Weltmeister im Mittelgewicht, präsentierten sich gleich zwei Athleten, die neben Heidi Hartmann den Sprung auf den WM-Thron bei einem bedeutenden Boxweltverband schafften. Die Lokalmatadorin selbst verbuchte seinerzeit nach nur einer Minute und 53 Sekunden einen WM-Erfolg gegen Mariana Garcia.
So schnell wie im letzten Jahr geht es am 4. März gegen die Bulgarin Borislava Goranova sicherlich nicht. Denn die Herausforderin der WIBF-Weltmeisterin im Jr. Mittelgewicht ist für ihre Nehmerqualitäten bekannt. Deshalb mahnt Heidi Hartmann dazu, ihre Gegnerin aus Sofia nicht zu unterschätzen: "Das ist keine leichte Aufgabe. Denn als Titelverteidigerin gehe ich als Favoritin ins Rennen. Auf der anderen Seite ging Goranova bereits mit so namhaften Boxerinnen wie Jane Couch, Agnieszka Rylik, Myriam Lamare und Natascha Ragosina über die Runden."
Deshalb bleibt aus Oldenburger Sicht zu hoffen, dass die 27-jährige Kontrahentin die Titelverteidigerin nicht vom WM-Thron stößt. "Heidi Hartmann ist als Lokalmatadorin das Sahnehäubchen bei den Veranstaltungen in der EWE ARENA und damit eine große Bereicherung", bestätigt auch Hagen Doering, Sportdirektor von Sauerland Event. Somit hat die inzwischen von Erfolgscoach Ulli Wegner betreute Athletin natürlich großen Anteil daran, dass Oldenburg wieder zu einer Boxhochburg geworden ist. Und bei einem Erfolg der 34-Jährigen sollte das auch zukünftig so bleiben…