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Sonntag, 2007-11-04

Erfurt - der große Bericht

Die Kämpfe in der Erfurter Messehalle

Boxfieber in Erfurt! 4.000 Zuschauer bejubelten am Samstag den vorzeitigen Erfolg von Alexander Povetkin gegen den früheren IBF- und WBO-Schwergewichts-Weltmeister Chris Byrd. Nur noch ein Sieg trennt den 28-Jährigen jetzt von einem WM-Fight gegen Wladimir Klitschko. Doch auch Europameister Sebastian Sylvester, Cruisergewichtler Yoan Pablo Hernandez und der Däne Mads Larsen rückten mit ihren einstimmigen Punktsiegen einem WM-Kampf einen Schritt näher. Insgesamt standen in der Erfurter Messehalle zehn Kampfpaarungen auf dem Programm.
1. Kampf: Jean Henry Raetz (Deutschland) vs. Vladimir Povetkin (Russland)

Zum Auftakt des Abends standen sich in Erfurt der 24-jährige Jean Henry Raetz und Vladimir Povetkin gegenüber. Zunächst versuchte der Russe, mit der Führhand die Initiative zu übernehmen. Nach kurzer Zeit kam der 27-Jährige mit der Rechten zum Kopf des Gegners durch. Im Laufe der ersten Runde hielt der in der Rechtsauslage agierende Raetz stärker dagegen. Der Berliner Cruisergewichtler kam in der roten Ecke zu Treffern. Dabei glänzte der Deutsche mit einem rechten Aufwärtshaken, ehe der jüngere Bruder von Schwergewichtler Alexander Povetkin wieder häufiger die Distanz überbrückte und mit linken Händen zum Körper gefährlicher wurde. In der zweiten Runde wirkte Raetz in der Defensive sehr beweglich, dennoch musste er einige Treffer hinnehmen. Auch im dritten Durchgang suchte Povetkin die Offensive und kam mehrfach mit der Rechten zum Kopf und Körper durch. Obwohl sein Gegner in der Schlussrunde noch einmal gute Aktionen für sich verbuchte, sicherte sich Vladimir Povetkin letztendlich in einem abwechslungsreichen Aufeinandertreffen einen einstimmigen Punktsieg.
Offizielles Urteil: Sieger Povetkin (einstimmig) nach Punkten

2. Kampf: Sinisa Puljak (Kroatien) vs. Lukasz Janik (Polen)

Siebter Sieg für Lukasz Janik: Der Pole bezwang Sinisa Puljak in einem auf sechs Runden angesetzten Fight einstimmig nach Punkten. Nachdem zunächst der Kroate mit schnellen Angriffsaktionen für Gefahr sorgte, drückte Janik dem Geschehen im Ring immer mehr seinen eigenen Stempel auf. Dabei verbuchte der 21-Jährige in erster Linie mit linken und rechten Körperhaken gute Aktionen für sich. Im zweiten Durchgang versuchte der Schützling von Trainer Fiodor Lapin, weitere Akzente zu setzen. Doch sein Gegner hielt mit einem rechten Konter zum Kopf kräftig dagegen. In der dritten Runde folgten wilde Angriffe des unorthodox agierenden Kroaten. Da Janik vermehrt auf seine Führhand baute, fand er wieder seinen Rhythmus. Im vierten Durchgang wurde seine Dominanz größer. Dazu trugen vor allem Treffer des Polen mit der rechten Schlaghand bei. Da Lukasz Janik auch in der Schlussphase die gefährlicheren Aktionen für sich verbuchte, lag er am Ende einstimmig nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Janik (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Olegs Fedotovs (Lettland) vs. Thomas Troelenberg (Deutschland)

Schwere Bewährungsprobe für Thomas Troelenberg. Obwohl der Deutsche vor dem Fight gegen Olegs Fedotovs als Favorit galt, verlangte ihm sein Kontrahent eine Menge ab. Zunächst übte der Schützling von Trainer Hartmut Schröder gegen seinen Konkurrenten Druck aus. Fedotovs agierte vorwiegend aus der Rückwärtsbewegung heraus. Doch er war in der Lage, den Gegner mit einigen schnellen Links-Rechts-Kombination zu überraschen. In der zweiten Runde wirkten die Aktionen des Deutschen druckvoller. Dennoch musste er vor den schnellen Kontern des Widersachers auf der Hut sein. Zwar gab Troelenberg im dritten Durchgang mit der linken Führhand den Ton an, doch zählbare Treffer sprangen hierbei recht selten heraus. Im vierten Durchgang kam der 20-Jährige mit seiner Rechten durch, so dass dem Letten der Mundschutz herausfiel. Nachdem sich das Prozedere noch zweimal wiederholt hatte, verwarnte Ringrichter Klaus Griesel den 23-jährigen Kontrahenten. Danach kam der Mann aus Riga auf und sorgte mit seiner Schlaghand für eine gefährliche Aktion. In der fünften Runde verbuchte Fedotovs mit einem rechten Aufwärtshaken den nächsten Treffer. Etwas später schlug allerdings eine Links-Rechts-Kombination beim Letten ein, der zudem einen Cut über dem linken Auge zu beklagen hatte. Da Fedotovs in der sechsten Runde erneut der Mundschutz herausfiel, kassierte er einen weiteren Punktabzug. Das Kampfgeschehen verlief bis zum Ende abwechslungsreich. Doch aufgrund der Punktabzüge gegen den Mittelgewichtler aus Riga war Thomas Troelenberg der Sieg nicht mehr zu nehmen.
Offizielles Urteil: Sieger Troelenberg (einstimmig) nach Punkten

4. Kampf: Laszlo Czene (Ungarn) vs. Jimmy Kapanov (Russland)

Starker Auftritt von Jimmy Kapanov: Nachdem der 22-Jährige zuvor bereits in Russland zwei Siege eingefahren hatte, präsentierte er sich erstmals in seiner Profilaufbahn dem deutschen Publikum. Gegen Laszlo Czene ging er sehr selbstbewusst zu Werke. Von der ersten Sekunde an übte er gegen den Ungarn großen Druck aus. Dabei agierte der von Ulli Wegner trainierte Cruisergewichtler vorwiegend mit Körperhaken. Nachdem der 31-jährige Kontrahent nach einem Tiefschlag eine kurze Auszeit benötigte, wurden die Aktionen Kapanovs genauer. Mit harten Treffern zum Körper schickte der in Moskau lebende Berufsboxer seinen Widersacher zu Boden. Nachdem sich der Ungar wieder erhoben hatte, setzte Kapanov aggressiv nach. Nach weiteren linken und rechten Körperhaken des Russen fand sich Czene erneut im Ringstaub wieder. Nach zwei Minuten und 53 Sekunden der ersten Runde zählte ihn der Ringrichter daraufhin aus und erklärte Jimmy Kapanov zum Sieger.
Offizielles Urteil: Sieger Kapanov durch K.o. in der ersten Runde

6. Kampf: Blanchard Kalambay (Kongo) vs. Tomasz Hutkowski (Polen)

Gegen den unorthodox kämpfenden Blanchard Kalambay hatte Tomasz Hutkowski zunächst einige Mühe. Immer wieder versuchte der in Frankreich lebende Cruisergewichtler, seinen polnischen Gegner mit überfallartigen Angriffen zu überraschen. Dabei kam er von Zeit zu Zeit mit seiner Rechten durch. Doch im Laufe des Kampfes sorgte die bessere Technik seines Gegners dafür, dass Hutkowski das Geschehen besser in den Griff bekam. In der zweiten Runde war der Schützling von Coach Fiodor Lapin häufiger in der Lage, seine Führhand ins Ziel zu bringen. Vereinzelt trafen auch die rechten Geraden und Aufwärtshaken des 20-Jährigen. Blanchard wirkte zwar weiterhin mit seinen Hakenserien am Mann recht aktiv, jedoch agierte er nicht besonders effektiv. Die genaueren Treffer sprachen somit in der Folgezeit für Tomasz Hutkowski. Im Schlussdurchgang erhöhte der 25-jährige Kalambay noch einmal das Tempo und ging aggressiver zu Werke. In große Gefahr geriet sein polnischer Kontrahent jedoch nicht. Da die Wertungsrichter die Aktivität des Cruisergewichtlers aus dem Kongo offenbar höher als die Genauigkeit der Hutkowski-Aktionen bewertet hatten, ergab die Punktwertung nach sechs Runden ein Unentschieden.

Offizielles Urteil: Unentschieden

8. Kampf: Miyan Solomons (Südafrika) vs. Oleg Platov (Ukraine)

Der Kampf zwischen dem 33-jährigen Miyan Solomons und dem Ukrainer Oleg Platov, der unter der Woche für den verletzten René Dettweiler eingesprungen war, entwickelte sich von der ersten Sekunde an zu einer Ringschlacht. Beide suchten die Offensive und wirkten äußerst aggressiv. Der in Belgien lebende Platov verbuchte zunächst harte Körpertreffer für sich, sein Kontrahent hielt mit seinen rechten Händen zum Kopf dagegen. Ringrichter Klaus Griesel hatte von Beginn an alle Hände voll zu tun, denn beide Widersacher gingen nicht immer ganz fair zu Werke. Während Solomons mehrfach den Kopf gefährlich nach vorne schob, waren bei seinem Konkurrenten vereinzelte Tiefschläge zu erkennen. In der zweiten Runde verbuchte Oleg Platov mit einer harten Linken zum Kopf einen gefährlichen Treffer. Doch sein Gegner marschierte danach bedingungslos nach vorne, so dass sich der in Brüssel lebende Schwergewichtler an den Ringseilen nur mit schnellen Hakenserien aus der Bedrängnis heraus Luft verschaffen konnte. Mit schnellen linken Händen zum Kopf verbuchte Platov schließlich einen Niederschlag für sich. Miyan Solomons schien in der Lage zu sein, den Kampf fortzusetzen. Doch der Ringrichter bewertete die Situation anders und brach das Aufeinandertreffen nach zwei Minuten und 29 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger Platov durch technischen K.o. in der zweiten Runde

Fotos: SE und Winfried Mausolf