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Dienstag, 2001-12-25

Ein Jahr, wie Weihnachten

Kai Kurzawa beschreibt seine Erfahrungen im ersten Jahr als Profiboxer

Die Redaktion von boxen.com befragte Kai Kurzawa zu seinen ersten Erfahrungen im Profiboxsport. Lesen Sie, wie er seine Erlebnisse schildert:
Kai, du bist Mitte des Jahres ins Profilager gewechselt. Wie kam es dazu?
Ich kannte Trainer Manfred Wolke schon länger und hatte auch schon vor etwa 2 Jahren zwei Wochen im Boxcamp in Frankfurt (Oder) probeweise mittrainiert. Kurz nach der Weltmeisterschaft im Amateurboxen hatten wir dann noch einmal telefoniert, danach habe ich mit Wilfried Sauerland gesprochen und dann ging eigentlich alles ganz schnell.
Warum hast du dich für den Sauerland-Boxstall entschieden?
Das Team von der Sauerland Event GmbH und Wilfried Sauerland waren am aktivsten um mich bemüht. Ich bin sehr heimatverbunden und da war es für mich sehr schön, eine Möglichkeit in den neuen Bundesländern zu finden. Dazu kam natürlich, dass ich bei Manfred Wolke mit einem kleinen Team optimale Bedingungen vorfand.
Am 06. Oktober hast du gegen Dieter Schillinger dein Profidebüt gegeben. Was ging in dir vor, als du in die Halle einmarschiert bist?
Ich war natürlich sehr angespannt. Vieles war noch ungewohnt für mich. Als Profi läuft man ja ohne Hemd und ohne Kopfschutz ein, das war natürlich beim Amateurboxen anders.
In deinem ersten Kampf warst du sehr nervös. Trotzdem hast du durch K.o. in der 2. Runde gewonnen. Was haben du und Manfred Wolke nach diesem Kampf in erster Linie verbessert?
In der ersten Runde konnte ich mein Können noch nicht so richtig unter Beweis stellen. Die zweite Runde lief aber schon ganz gut. Ich habe gemerkt, dass es ein großer Unterschied ist, ob man bei den Profis oder bei den Amateuren boxt. Zu der Zeit war ich ja auch gerade erst zwei Monate bei den Profis im Training. Nach der Veranstaltung haben wir uns das Video vom Kampf angeschaut und meine Fehler analysiert und daran gearbeitet.
Der zweite Kampf war dann ein überzeugender t.K.o.-Sieg in Runde 3 gegen Lukas Tychi aus Tschechien am 01.12. in Dortmund. Was hast du in dem Fight besonders gut umgesetzt?
Ich denke, das Wichtigste war, dass ich in der Zwischenzeit meinen eigenen Stil gefunden habe und Tychi den Stil aufdrängen konnte. Ich habe gut gekontert und selbst den Kampf gemacht.
Wie bereitest du dich auf deinen nächsten Kampf gegen Jongi Gibson Kanko aus Südafrika vor?
Ich arbeite noch stärker an meinen Schwächen und versuche natürlich gleichzeitig meine Stärken auszubauen.
Bisher hast du dein Können, was den Profiboxsport angeht, nur in den alten Bundesländern unter Beweis stellen können. Freust du dich deshalb besonders auf Frankfurt (Oder)?
Auf jeden Fall, ich würde mich natürlich freuen, wenn wir noch mehr in den neuen Bundesländern boxen. Das ist für meine Freunde und Fans von der Anreise her sehr viel bequemer. Auch in Köln und Dortmund gab es einige Zuschauer, die eine lange Anreise auf sich genommen hatten, doch es würde mich für die Fans freuen, wenn die Entfernungen kleiner sind.
Bei Sven Ottke sitzt immer seine Ehefrau Gaby am Ring. Wer drückt dir die Daumen?
Mein 28-jähriger Bruder Silvio lässt sich eigentlich keinen Kampf entgehen. Er hat früher auch geboxt.
Wo und wie verbringst du Weihnachten?
Weihnachten treffe ich mich immer mit meiner Familie. Wir feiern dann meistens mit meiner Mutter, meinem Bruder und mit der Freundin von meinem Bruder.
Was sagen Deine Eltern zu Deinem Beruf "Profiboxer"?
Meine Mutter und mein Vater sind sehr stolz auf mich. Mein Vater hat sich die Kämpfe im Fernsehen angeschaut. Meine Mutter war sogar in Köln dabei.
Das ganze Jahr 2001 muss für dich wie Weihnachten gewesen sein. Was hast du dir für 2002 vorgenommen?
2001 war für mich ein hartes Jahr, weil sich natürlich die Trainingsintensivität stark gesteigert hat. In 2002 möchte ich weiter kontinuierlich an mir arbeiten.
Viele junge Leute träumen davon, einmal Profiboxer zu werden. Viele schaffen es allerdings nicht. Gibt es jemand, der dir geraten hat, Profiboxer zu werden?
Das ist schwer zu sagen. Natürlich habe ich mit Freunden und mit meinem Bruder darüber gesprochen. Alle haben sich aber sehr neutral verhalten und gesagt, dass das meine Entscheidung wäre. Alle haben mir natürlich gut zugeredet und viel Glück gewünscht. Ich selbst hatte aber auch ein sehr gutes Gefühl dabei und habe gewusst, dass ich das einfach machen muss.