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Sonntag, 2009-04-05

Düsseldorf - der Bericht

Alexander Povetkin siegte in Düsseldorf (Foto: SE)

Das Rahmenprogramm im Burg-Wächter Castello

Interessanter Boxsport im Burg-Wächter Castello in Düsseldorf! Dabei gab es am Ende den Sieg des IBF-Weltranglistenersten Alexander Povetkinzu bejubeln, der sich über zehn Runden einstimmig nach Punkten (99:94, 98:92 und 97:93) gegen Jason Estrada aus den USA durchsetzte. Nicht ganz so glücklich lief es für Francesco Pianeta. Zwar behielt der Gelsenkirchener durch das Unentschieden (113:115, 116:114 und 114:114) gegen Albert Sosnowski (Polen) seinen EU-Titel, doch in seinem 19. Profikampf durfte er sich erstmals nicht über einen Sieg freuen. Insgesamt standen acht Kampfpaarungen auf dem Programm… 

1. Kampf: Henry Weber (Deutschland) vs. Jürgen Doberstein (Deutschland) 

Auf einen verheißungsvollen Auftakt durften sich die Boxsportfans zu Beginn des Box-Abends in Düsseldorf freuen. Denn mit Henry Weber und Jürgen Doberstein standen sich im Super-Mittelgewicht zwei Kontrahenten gegenüber, deren Kampfrekorde vielversprechend waren. Dabei ging Weber zwar zunächst aggressiver zu Werke, doch sein 20-jähriger Konkurrent erwischte ihn schon bald mit einigen rechten Kontern. Auch wenn Doberstein unter Druck geriet, verhielt er sich clever und verschaffte sich mit schnellen Händen wieder Luft. Im zweiten Durchgang wurde der Druck von Weber größer. Zwar verbuchte auch sein Konkurrent gute Aktionen für sich, doch der Stralsunder agierte mit der größeren Schlaghärte effektiver. In Runde drei wechselte Doberstein zum Teil in die Rechtsauslage und landete mit der Linken zum Kopf die besseren Treffer. Im vierten Durchgang präsentierte sich der 20-jährige Weber aktiver. Da bei seinem Widersacher die Kräfte etwas nachließen, erarbeitete sich der Schützling von Trainer Hartmut Schröder auch danach Vorteile. In der Schlussrunde hielt der von Manfred Wolke gecoachte Gegner noch einmal besser dagegen. Damit reichte es für ihn doch noch zu einem Unentschieden. 

Offizielles Urteil: Unentschieden  

2. Kampf: Alessio Singh (Belgien) vs. Dustin Dirks (Deutschland)

Neunter Sieg im neunten Profikampf für Dustin Dirks! Der 20-jährige Berliner ging gegen den Belgier Alessio Singh von der ersten Sekunde an sehr aggressiv zu Werke. Der Schützling von Trainer Otto Ramin bereitete seine Aktionen am Anfang manchmal nicht geduldig genug vor, so dass seine rechte Schlaghand zunächst nur selten das Ziel fand. In der zweiten Runde wurde der 25-jährige Konkurrent offensiver und drängte den deutschen Halbschwergewichtler mehrmals zurück. Am Ende des Durchgangs stellte ihn Dirks aber mit harten linken und rechten Aufwärtshaken in der blauen Ecke. Dazu übte er auch in der Folgezeit mit der Führhand den größeren Druck aus. In der vierten Runde kam der Halbschwergewichtler aus der Hauptstadt an den Ringseilen erneut mit seinen Hakenserien durch. Nach einer Rechten zum Kopf wirkte sein Gegner kurz angeschlagen. Doch der Belgier befreite sich vom Druck und zeigte auch danach ein großes Kämpferherz. Im fünften Durchgang blieb er trotz harter Treffer durch den Widersacher auf den Beinen. Zwar drehte Singh in der Schlussphase sogar etwas auf, doch um das Blatt zu wenden, reichte es nicht mehr. Im Gegenteil, am Ende kassierte der Boxer aus Brügge noch einmal eine harte Rechte von Dustin Dirks. 

Offizielles Urteil: Sieger Dirks (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Zoltan Beres (Ungarn) vs. Geoffrey Battelo (Belgien) 

Der Belgier Geoffrey Battelo hat sich nach der EM-Niederlage gegen Marco Huck im Januar dieses Jahres am Samstag mit einem Sieg gegen Zoltan Beres im Ring zurückgemeldet. Im Burg-Wächter Castello setzte er sich gegen den erfahrenen Ungarn, der bereits den 82. Profifight bestritt, mit einem technischen K.o.-Sieg in der fünften Runde durch. Battelo übte von der ersten Sekunde an großen Druck aus und stellte den Gegner schnell mit harten Treffern an den Ringseilen. Ende der ersten Runde geriet Beres in der neutralen Ecke kräftig in Bedrängnis, doch er rettete sich in die Pause. Doch Battelo blieb auch in der Folge am Drücker und brachte den Gegner mehrmals ins Wanken. In Durchgang drei schlugen die rechten Hände des belgischen Cruisergewichtlers unentwegt beim 39-jährigen Widersacher ein. Doch der Kämpfer aus Budapest hielt sich wacker. In der vierten Runde kassierte Beres in der Ringecke und an den Seilen noch einmal zahlreiche Hände, doch er ging nicht zu Boden. Im fünften Durchgang war es dann aber doch um den Rechtsausleger geschehen: Nach zahlreichen Treffern in der Ringmitte und an den Seilen wirkte Beres verteidigungsunfähig - Ringrichter Josef Temml schritt daraufhin ein und beendete den Fight nach zwei Minuten und vier Sekunden. 

Offizielles Urteil: Sieger Battelo durch technischen K.o. in der fünften Runde 

4. Kampf: Maria Rosa Tabbuso (Italien) vs. Nadia Raoui (Deutschland) 

Nadia Raoui hat es geschafft! Im Kampf um den Interims-Fliegengewichts-Titel der WIBA ließ sie schon in der Anfangsphase keine Zweifel daran aufkommen, dass sie den Fight für sich entscheiden würde. Doch obwohl sie sehr aggressiv boxte und gegen Maria Rosa Tabbuso (39) erste Treffer landete, fehlte ihr zunächst noch die boxerische Linie. In der zweiten Runde zeigte der große Druck der Kämpferin aus Herne dennoch mehr Wirkung. Ihre schnellen Hakenserien setzten der Kontrahentin zu. Im dritten Durchgang wirkte die Italienerin nach harten linken und rechten Händen zum Kopf an den Ringseilen kurz angeschlagen, doch sie erholte sich wieder. Eigene Treffer gelangen ihr hingegen nur selten. Raoui steigerte in der vierten Runde noch einmal das Tempo. Zunächst gelangen ihr in der blauen Ecke sehr harte Treffer, dann schlug die Rechte kurz vor Ablauf des Durchgangs am Kopf der Gegnerin ein. Nachdem die Deutsche auch in der Folgezeit den Ton angab, kam sie in der sechsten Runde mit zwei harten linken Händen zum Kopf der Kontrahentin durch. Bis zum Ende des Fights ging Nadia Raoui ein hohes Tempo. In Runde neun rüttelten die Hände der 23-Jährigen die Konkurrentin noch einmal kräftig durch. In den letzten zwei Minuten war die Fliegengewichtlerin aus Herne sogar noch einmal auf ein vorzeitiges Ende aus, doch ein Knockout blieb ihr verwehrt. Dafür durfte sie sich aber über einen klaren Punktsieg (100:91, 100:90 und 97:93) freuen. 

Offizielles Urteil: Siegerin Raoui (einstimmig) nach Punkten 

5. Kampf: Ruben Groenewald (Südafrika) vs. Alexander Frenkel (Deutschl.) 

Alexander Frenkel ist zurück im Ring: Gegen den Südafrikaner Ruben Groenewald galt der Schützling von Trainer Ulli Wegner zwar als Favorit, doch man durfte gespannt sein, in welcher Form er sich nach überstandener Handverletzung präsentieren würde. Der 31-jährige Groenewald suchte zunächst die Offensive. Dabei überraschte er seinen Kontrahenten zweimal mit Treffern. Doch im zweiten Durchgang drehte Frenkel auf. Zunächst erwischte er den Gegner mit einem linken Haken zum Körper schwer, dann traf ein linker Haken den Konkurrenten am Kinn. Doch auch Groenewald kam in der neutralen Ecke mit einer Rechten durch und konterte danach mehrmals gut, ehe er nach einem linken Körperhaken selbst in den Ringstaub musste. Wenig später schmetterte ein linker Haken den in Brakpan geborenen Kämpfer förmlich in die Seile, aber der Südafrikaner ging nicht zu Boden. In Durchgang drei schlug dann wieder ein rechter Schwinger bei Frenkel ein, doch der 24-Jährige schien unbeeindruckt. Danach bestimmte der in Würzburg aufgewachsene Cruisergewichtler wieder das Geschehen im Ring. Nach einem linken Haken an die Kinnspitze musste Groenewald in der fünften Runde schließlich wieder zu Boden. Ringrichter Franco Ciminale zählte den Südafrikaner an, gab den Kampf aber noch einmal frei. Als Frenkel nachsetzte, schritt er jedoch ein und stoppte den Fight nach einer Minute und 16 Sekunden. Damit war der 16. Sieg im 16. Profikampf für den Wegner-Schützling perfekt. 

Offizielles Urteil: Sieger Frenkel durch technischen K.o. in der fünften Runde 

6. Kampf: Massimiliano Saiani (Italien) vs. Artur Hein (Deutschland) 

In einem auf acht Runden angesetzten Fight im Halbschwergewicht stand der in Schwäbisch Gmünd aufgewachsene Artur Hein dem Italiener Massimiliano Saiani gegenüber. Im ersten Kampf unter der Regie seines neuen Trainers Karsten Röwer ließ es der Deutsche zunächst ruhig angehen. Doch im Laufe des Eröffnungsdurchgangs lotete er bereits erste Deckungslücken beim Gegner aus, die er mit einer rechten Geraden zum Kopf nutzte. In der zweiten Runde erhöhte Hein ein wenig das Tempo. Mit linken Haken zum Kopf und auf den Körper verbuchte er jetzt klarere Aktionen für sich. Doch auch Saiani kam mehrmals mit seinen Händen durch. Im dritten Durchgang kontrollierte Artur Hein im Vorwärtsgang weiter das Geschehen im Ring. In Runde vier traf der 23-Jährige mit einer harten rechten Geraden den Kopf des Gegners. Im Folgedurchgang erhöhte er die Schlagfrequenz zwischenzeitlich ein wenig und teilte erneut mit der Rechten kräftig aus. Obwohl Saiani in der Schlussphase bei seiner Deckungsarbeit nicht mehr so konzentriert wirkte und zudem einen Cut über dem linken Auge zu beklagen hatte, sprang für den Röwer-Schützling kein vorzeitiger Sieg heraus. 

Offizielles Urteil: Sieger Hein (einstimmig) nach Punkten 

Fotos: Winfried Mausolf