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Samstag, 2010-05-15

Dritter WM-Titel für Braekhus

Braekhus verbuchte zahlreiche Treffer für sich (Fotos: Photo Wende)

"First Lady" gewinnt nach der WBC- und WBA- auch die WBO-Weltmeisterschaft

Großartige Neuigkeiten aus Dänemark: Die in Berlin trainierende Weltergewichtlerin Cecilia Braekhus eroberte am Samstagabend im Kongresszentrum Herning nach der WBC- und WBA-WM auch noch den zuvor vakanten Titel der WBO und ist damit Weltergewichts-Weltmeisterin bei drei bedeutenden Boxweltverbänden. Die "First Lady" aus dem Sauerland-Team setzte sich gegen Victoria Cisneros einstimmig nach Punkten durch.

"Das ist großartig! Zwei WM-Titel, das war schon toll - doch jetzt den dritten Gürtel gewonnen zu haben, das ist wunderschön", freute sich die Norwegerin nach dem Erfolg. Gegen die normalerweise offensiv eingestellte Konkurrentin startete Braekhus äußerst druckvoll und eroberte zur Überraschung vieler Boxexperten schnell die Ringmitte. Noch im ersten Durchgang kam sie mit zwei harten rechten Händen zum Kopf durch.

Auch in der Folge verbuchte die Weltmeisterin die besseren Schlagkombinationen für sich. "Das ist Boxen", rief Trainer Georg Bramowski, der Chefcoach Ulli Wegner urlaubsbedingt vertrat, in der vierten Runde aus der Ringecke ins Seilgeviert. Braekhus unterstrich diese Aussage auch in der Folge, da sie ihre Aktionen weiter mit der Führhand ordentlich vorbereitete und sie mit sauberen Schlagkombinationen abschloss.

Im fünften Durchgang kassierte die Amerikanerin Cisneros weitere linke Haken und rechte Geraden zum Kopf. In Runde sechs fand auch der vom Trainer geforderte rechte Aufwärtshaken der 28-jährigen Weltmeisterin das gewünschte Ziel. Dennoch - die mit viel Herz agierende Konkurrentin aus den Vereinigten Staaten steckte nicht auf. Im siebten Durchgang versuchte die 25-Jährige, ihrer norwegischen Gegnerin stärker Paroli zu bieten.

Doch Cisneros stemmte sich vergeblich gegen die drohende Niederlage. Cecilia Braekhus konterte geschickt und riss dann das Geschehen wieder an sich. Am Ende fiel ihr 14. Sieg im 14. Profifight deutlich aus. Die Punktrichter sahen sie mit 100:90, 100:90 und 100:90 auf den Wertungszetteln vorne. "Victoria Cisneros hat wirklich alles versucht. Doch es hat nicht gereicht. Es war nicht einfach. Aber ich habe klar gewonnen", so die stolze Siegerin hinterher.

Auch aus dänischer Sicht verlief der Abend äußerst erfolgreich. Denn in Herning stand der frühere Europameister im Super-Mittelgewicht Rudy Markussen nach dem Oktober 2006 erstmals wieder im Ring. Der 32-Jährige hatte seinen französischen Gegner Christophe Karagoz insgesamt dreimal am Boden, ehe er bei seinem Comeback nach einer Minute und 47 Sekunden der sechsten Runde als technischer K.o.-Sieger feststand.