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Sonntag, 2012-05-06

Dramatik pur bei Huck

Marco Huck, Ola Afolabi

Marco Huck verteidigte seinen WM-Titel (Fotos: Winfried Mausolf)

Wegner-Schützling bleibt nach starkem Endspurt Cruisergewichts-Weltmeister

Der neue und alte WBO-Weltmeister im Cruisergewicht heißt Marco "Käpt´n" Huck. Der 27-Jährige erreichte am Samstagabend in der mit 5.500 Zuschauern ausverkauften Messehalle Erfurt gegen den Pflichtherausforderer Ola Afolabi ein Unentschieden. Nach zwölf zum Teil dramatischen Runden sah Punktrichter Zoltan Enyedi den Titelverteidiger mit 115:113 vorn. Ingo Barrabas und Paul Thomas werteten jeweils 114:114.

"Das war ein guter Fight", sagte Marco Huck hinterher. "Ich bin ein echter Kämpfer und Krieger, deshalb habe ich den Titel am Ende behalten." Und mit dieser Einschätzung lag der Schützling von Trainer Ulli Wegner wohl richtig. Denn zunächst war es Ola Afolabi, der dank seiner Beweglichkeit und größeren Aktivität mehr vom Kampf hatte.

Doch in der dritten Runde legte Huck dann erstmals richtig mit einer Schlagfolge los, die den Briten ins Wanken brachte. Doch im vierten Durchgang schlug der von Fritz Sdunek trainierte Herausforderer zurück und traf den Kontrahenten im Infight mit einem harten Aufwärtshaken am Kinn. Als sich dann in der siebten Runde bei Huck auch noch ein Cut über dem linken Auge öffnete, schien der WM-Gürtel schon fast verloren.

Dann legte der WBO-Champion allerdings mit seinen linken Haken und rechten Geraden los. Am Ende des neunten Durchgangs feuerte er ein echtes Schlaggewitter ab. Doch der Gong rettete Afolabi vor einem Niederschlag. Das kostete Marco Huck Kraft. Und dennoch war er in der Lage, das Geschehen auch danach an sich zu reißen. In der letzten Runde setzte der WBO-Weltmeister dann noch einmal alles auf eine Karte. Zwar konnten sich Huck und Afolabi kaum noch auf den Beinen halten, doch das hielt den Titelverteidiger nicht davon ab, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und dadurch wichtige Treffer zu landen.

Wie wichtig dies war, das zeigte am Ende das Urteil der Punktrichter. Ohne den fulminanten Schlussspurt wäre der WM-Gürtel vermutlich futsch gewesen. Ulli Wegner: "Ich bin richtig froh, dass sich Marco in der letzten Runde noch einmal aufgebäumt hat. Beide Seiten sind heute gut weggekommen. Für das Publikum war es ein sehr spannender und unterhaltsamer Kampf."

Afolabi-Trainer Fritz Sdunek sah das ähnlich. "Ola hat zeitweise das Boxen vergessen. Er war überlegen, hat sich dann aber von Marco überraschen lassen. Das Ergebnis war okay, aber ich war nicht mit der Leistung von Ola zufrieden", so der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Kampf.