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Die Kobra beißt zu

Pulev und Ramin bejubeln den EM-Titel (Fotos: Photo Wende)
Pulev siegt durch K.o. und ist neuer Europameister im Schwergewicht
Kubrat Pulev erkämpft sich mit einem starken Kampf den Europameistertitel. Am Samstagabend gewann der Bulgare den Fight um den zuvor vakanten Gürtel gegen Alexander Dimitrenko. Die 5.500 Zuschauer in der ausverkauften Messehalle von Erfurt bekamen von beiden Kämpfern, die sich gegenseitig nichts schenkten, eine großartige Leistung zu sehen. Schließlich gewann Pulev durch K.o. in Runde elf.
In den ersten Runden des Fights begann Dimitrenko gleich mit einem sehr hohen Tempo. Er war bemüht, dem Gefecht von Anfang an seinen Stempel aufzudrücken. Er setzte gekonnt seine Führhand ein, um Pulev unter Druck zu setzen. Dieser hielt sich somit in den ersten Runden noch sehr zurück und begnügte sich mit einigen wenigen, jedoch sehr platzierten Schlägen. Besonders die Linke bereitete dem von Scott Welch trainierten Dimitrenko immer wieder Probleme, wenn sie denn auch von Pulev eingesetzt wurde.
Mit zunehmender Dauer des Kampfes gelang es dann dem Bulgaren immer mehr, das Blatt zu wenden. Dimitrenko war bemüht, seine Größe auszunutzen. Doch schaffte er es nicht, seinen Gegner auf Distanz zu halten. Pulev, Kampfname "die Kobra", gelang es mit schnellen Jabs die Verteidigung des in Hamburg lebenden Gegners zu durchbrechen - Schwellungen beim 29-Jährigen waren die Folge.
In den nächsten Runden ging es hin und her. Es wurde deutlich, dass keiner der beiden gewillt war, nachzugeben. Doch man merkte Dimitrenko mit jeder weiteren Runde an, dass er mit dem anfänglich gezeigten Tempo wohl etwas zu aggressiv an die Sache herangegangen war. Nun war es Pulev, der die Akzente des Kampfes setzte und gefährlicher wurde. "Meine Taktik war sehr gut", sagte der neue Europameister hinterher. "Ich habe genau das gemacht, was wir besprochen haben."
So wurde wohl auch Dimitrenko klar, dass sich sein Widersacher die Kräfte gut eingeteilt hatte und die Taktik richtig gewählt war. Pulev setzte seinem Gegner immer wieder mit harten Treffern zum Kopf und Körper zu. In der achten Runde geriet sein Kontrahent gehörig unter Druck, so dass er sich in der Ringecke zunächst nicht befreien konnte.
Erstaunlicherweise gelang es Dimitrenko, sich davon zu erholen, was wohl auch daran lag, dass es beide Schwergewichtler etwas ruhiger angehen ließen und nur noch gelegentlich Wirkungstreffer ins Ziel bringen konnten. Dies war genau das richtige Rezept für Pulev, der schließlich seine ganze Restenergie einsetzte und starke Treffer, meist zum Kopf des Deutschen, ansetzte. Schließlich ging Alexander Dimitrenko nach einem harten linken Schlag zum Kopf zu Boden und wurde vom Ringrichter nach zwei Minuten und 59 Sekunden der elften Runde ausgezählt.
Trainer Otto Ramin gab sich nach dem Kampf natürlich äußerst zufrieden mit der Leistung seines Schützlings. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir den Kampf im letzten Drittel entscheiden werden", so der Trainer. "Kubrat ist an der langen Führhand von Dimitrenko vorbeigekommen und am Ende ist dann auch seine Schnelligkeit zum Tragen gekommen."
Dies war bereits der 16. Sieg im 16. Profikampf des Bulgaren. "Das war nur der erste Einstieg. Weitere Titel sollen folgen", so Trainer Otto Ramin.
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